Liest man nur die Überschriften und Unterüberschriften klingt das nach einer krassen Medienkritik am Westen. Liest man den kompletten Text merkt man, dass Michael Haller das wesentlich differenzierter sieht.
Ein klassischer Neuber-Artikel.
(Nicht, dass das der Mainstream nicht auch gerne mal macht...)
(edit) Noch was zum Inhalt:
[...] Michael Haller: Aus meiner Sicht hat der deutsche Journalismus das Problem, dass oftmals die eigene Meinung, die Position und Sichtweise viel schneller publiziert wird als das Wissen über das, was sich ereignet hat. [...]
Das ist tatsächlich eines der Hauptprobleme der "Was mit Medien"-Generation, die zwischenzeitlich in vielen Redakteursstuben sitzt.
Auch 100% ACK:
[...] Nehmen wir nochmals das Massaker in Buscha: Weil man vor Ort war, fühlt man sich legitimiert, das Ganze als russisches Kriegsverbrechen zu etikettieren – im Indikativ, ohne Wenn und Aber.
In britischen oder US-amerikanischen Qualitätsmedien habe ich solche Feststellungen nicht gefunden. Dort wird ein ukrainischer Militär, ein Regierungsvertreter oder der Bürgermeister mit solch einem Ausspruch zitiert. Der Reporter macht sich aber diese Behauptung nicht zu eigen. [...]
Auf den Fernsehsektor bezogen war es mir während der ersten beiden Kriegswochen nicht möglich, deutsche Berichterstattung zu verfolgen, ohne an die Decke zu gehen oder in Fremdscham zu versinken. Ich sah mich genötigt, die ZIB2 des ORF einzuschalten, wenn ich Fernsehnachrichten sehen wollte.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (06.04.2022 07:33).