Innenminister Darmanin ist ein strammer Rechter, mit dem sogar andere Mitglieder des Kabinetts so ihre Schwierigkeiten haben. Als solcher versucht er diese letzte Attacke für seine Pläne, aus Frankreich einen Polizeistaat zu machen zu instrumentalisieren.
Psychisch instabile Personen, deren Labilität sich schliesslich in einer Amok-Tat entladen, gibt es sowohl im religiösen als auch im politisch säkularisierten Bereich. Gegen solche Menschen, zumindest wenn sie auf komplett eigne Faust handeln, kann eine erhöhte zwischenmenschliche Achtsamkeit helfen, wenn überhaupt etwas. Darüber hinaus muss man mit solchen Taten leben. Sie sind glücklicherweise in halbwegs friedlichen Gesellschaften selten.
In gewissem Mass sind sie ein Spiegel der aggressiv-konfrontativen Politik der Staatsregierungen, die sich regelmässig in unsinnige Kriege einlässt, zuhause aber grosse soziale Verwerfungen unbeachtet lässt. Radikalisierungsprozesse geschehen nicht im gesellschaftlichen Vakuum. Eine Religion oder eine politische Ideologie sind für Menschen, die aus was für Gründen auch immer mit dem Gedanken an einen solchen finalen Exploit spielen, willkommene Legitimierungen. 'Was ich tue ist zwar an und für sich streng untersagt, aber wenn man es für Gott / für die Partei tut, ist etwas anderes.' Es gälte, auf solche Suchende vor der Tat aufmerksam zu werden, weitere polizeistaatliche Massnahmen sind dafür komplett untauglich.