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  • kopf-schmerz

mehr als 1000 Beiträge seit 05.07.2009

Äh...

Doch die Berichte über weniger schwere Krankheitsverläufe scheinen sich auch in Gesellschaften wie der Großbritanniens zu bestätigen, deren Zusammensetzung nach Altersgruppen etwa der in Deutschland gleicht. Doch die wichtigste Frage, die schnell beantwortet werden sollte, ist die nach der Auswirkung der Impfungen auf Ansteckungsraten.

Und dann kommt der nächste Absatz:

Mittlerweile scheint sicher, dass die Booster-Impfung vor schweren Krankheitsverläufen schützt. Das gilt natürlich wie alles in der Wissenschaft nie hundertprozentig. Sollten sich diese Ergebnisse bestätigen, wäre das die beste Werbung für die Impfkampagne – jedenfalls wesentlich sinnvoller als immer neue Debatten über den Zwang zur Impfung.

Also, aus zu uns vergleichbaren Populationen wie z.B. GB wissen wir, dass es weniger schwere Verläufe, Hospotalisierungen und ICU-Einweisungen gibt.
Bedeutend weniger...

Und im nächsten Absatz wird dass dann behauptet, es scheine sicher, dass Booster vor Omicron schützen würde...
Einem Booster mit einer Impfung, die auf den Wildtyp zugeschnitten ist und einzig auf einem Hüllenprotein basiert, auf dem sich bei Omicron rund 30 Mutationen befinden, das chemisch anders aufgebaut, ein gänzlich anders gefaltetes Protein ist und sogar eine stark unterschiedliche Ladungsverteilung innerhalb des Moleküls hat...

So lange es aber keine Studien gibt zur Immunreaktion gegenüber Omicron, die C19-Ungeimpte, -Geimpte und -Geboosterte vergleicht (so eine Studie habe nicht gefunden und hätte dazu einen Link im Artikel erwartet...wenn es sie denn geben sollte, was ich stark bezweifle).
Daher halte ich diese mMn sehr zweifelhafte Aussge im Bestenfalls für Wunschdenken, im schlimmsten (und inzwischen leider realistischeren Fall) für Propaganda.

Also, lieber Autor: Bitte Nägel mit Köpfen und wenigstens ein paar Quellen angeben, die die Aussage, Boostern helfe gegen Omicron stützen.
Sonst ist das nämlich ziemliches Geschwurbel eine sehr zweifelhafte Aussage...
Und mit "Quellen" meine nicht die Ad-Hoc-Aussagen eines Karl "wir sind schon alle gestorben" Lauterbach oder eines Drosten in irgendwelche Mikrofone, sondern belastbare, evidenzbasierte...

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (08.01.2022 08:59).

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  • Avatar von In der Sache
    • In der Sache

    892 Beiträge seit 24.04.2017

    Antwort auf Äh... von kopf-schmerz.

    kopf-schmerz schrieb am 08.01.2022 08:58:


    Einem Booster mit einer Impfung, die auf den Wildtyp zugeschnitten ist und einzig auf einem Hüllenprotein basiert, auf dem sich bei Omicron rund 30 Mutationen befinden, das chemisch anders aufgebaut, ein gänzlich anders gefaltetes Protein ist und sogar eine stark unterschiedliche Ladungsverteilung innerhalb des Moleküls hat...

    Hier muß man als Strukturbiologe widersprechen. 30 Aminosäuren auf 1200 Aminosäuren-Gesamtlänge des extrazellulären Spike-Teils = 2,5 % Unterschied sind viel zu wenig, um zu einem „gänzlich anders gefalteten Protein“ zu führen. Die Summe der strukturbiologischen Erkenntnisse der letzten 50 Jahre sagt, daß Faltungstypen viel schwerer zu verändern sind durch Sequenzveränderungen, als man mal gedacht hat und daß entfernt verwandte Proteine mit z.B. nur so 30-prozentigen Identitäten die gleiche Faltung aufweisen. Selbst in der Omikron RBD mit etwas mehr als 10 Unterschieden auf 220 Aminosäuren Länge wird sich der Faltungstyp nicht ändern. Und zu diese auf allgemeinen Grundlagen basierenden Aussagen lassen sich bestätigen, wenn man nach „Omicron spike structure“ googelt und 2 Preprints mit experimentell bestimmten Omicron Spike-Strukturen findet. Die Mutationen werden sich ohne Frage auf die Oberfläche des Proteins und damit auf die Bindung und Erkennung durch Antikörper auswirken.
    Aber da bin ich bei einem Thema mit einer für dieses Forum unbequemen Meinung. Bei einer Impfung mit einem Wuhan-Wildtyp Spike sollte es in erster Näherung keinen Oberflächenbereich des Spike-Antigens geben, der für eine Antikörper-Erkennung besonders priviligiert oder vor ihr geschützt sein sollte (wobei das den Glycan-„Vorhang“ um das Spike leicht vernachlässigt). Die Impfung wird 2 grobe Gruppen von Antikörpern generieren: die erste direkt an RBD bindend oder mit RBD-Ausklappen interferierend und dadurch direkt virus-neutralisierend, die zweite an andere Oberflächenbereiche von Spike bindend + nicht direkt virus-neutralisierend + trotzdem mit einem Beitrag zur Virus-Abwehr durch Mechanismen wie antikörper-vermittelte zelluläre Zytotoxizität zur Tötung virus-infizierter Zellen. Bei einer Omikron-Infektion kann die erste Gruppe nicht helfen, die zweite aber schon einen Beitrag leisten. Und damit kann ein Hochhalten des Antikörper-Titers durch ein Boosten einen Effekt auch bei einer Omikron-Infektion haben.....

    So lange es aber keine Studien gibt zur Immunreaktion gegenüber Omicron, die C19-Ungeimpte, -Geimpte und -Geboosterte vergleicht (so eine Studie habe nicht gefunden und hätte dazu einen Link im Artikel erwartet...wenn es sie denn geben sollte, was ich stark bezweifle).

    Ja, ist dringend erwartet, aber auch um zu sehen, ob der allgemein gehypte typisch milde Omikron-Verlauf eine grundsätzliche Omikron-Virus-Eigenschaft ist, oder nicht doch nur bei Geimpften + Genesenen mild ist und bei Ungeimpften unmild.

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