Im Subtitel des Artikels steht geschrieben, daß Unternehmen – gemeint sind private Bergbaukonzerne – geheimhalten, wieviel die Rekultivierung ihrer Tagebaue kostet und daß sie dafür auch Steuergelder bekommen. Dasselbe Prinzip verfolgen auch Privatbetreiber von Atomkraftwerken: Nicht nur die Kosten für den Unterhalt der Kernkraftwerke werden mit Steuermitteln subventioniert, sondern vor allem auch die sogenannte »Endlagerung«, die im Grunde keine endgültige Lagerung ist und sein kann, weil die jeweiligen Lagerstätten keine Millionen Jahre währende Sicherheit bieten können.
Allein schon die Tatsache, daß sich Konzerne und andere private Institutionen wie auch staatliche Organe häufig dazu »gezwungen« sehen, ihre Bevölkerungen zu belügen, läßt eines deutlich erkennen: Ohne Lügen, Falschdarstellungen, heimliche Absprachen hinter verschlossenen Türen usw. ließen sich viele, um nicht zu sagen die meisten Beschlüsse von Regierungen nicht durchsetzen, denn diese Beschlüsse sind heutzutage zum großen Teil gegen den Willen und das Wohl der Bevölkerung gerichtet. Das heißt: Die Bevölkerungen stünden nicht hinter ihren Regierungen, wenn diese ihre Absichten offen kundtun würden, ja, diese Regierungen würden nicht einmal mehr gewählt werden.
Klappern gehört zum Geschäft, hat mir einmal ein Kunde, der mich später um meinen wohlverdienten Lohn geprellt hat, verraten. Ich hatte ihn gefragt, wieso er denn so zögerlich und knauserig mit der Bezahlung wäre, wo er doch nach eigenen Angaben monatlich einen Umsatz von über 80.000 Euro zu verzeichnen hätte (die Software, an der ich arbeitete, wurde gegen monatliche Gebühr leihweise zur Verfügung gestellt). Darauf erklärte er mir im Vertrauen, so viele Kunden hätte er nicht wirklich, müsse aber so agieren, damit die Leute denken, er wäre einer der ganz Großen im Geschäft.
Für Berufspolitiker – das sind oft Menschen, die noch nie in ihrem Leben richtig gearbeitet haben und daher auch nicht auf einen anderen Job zurückgreifen können, wenn sie mal aus der Politik raus sind – stellt ihr staatlicher Posten mehr ein Geschäft als eine Berufung dar. Die meisten von ihnen tun daher alles Menschenmögliche, um weiterhin in diesem lukrativen Geschäft bleiben zu können, das zudem großes – medienvermitteltes – Ansehen in der gesamten Bevölkerung verleiht. Ein Politiker, der nicht bereit ist, die Bevölkerung zu belügen, kommt nicht weit. An den Spitzen der Regierungen stehen daher fast nur noch Lügner und Betrüger, die zudem auch noch anderweitig die Hand aufhalten und sich dadurch korrumpieren lassen, daß sie Lobbyisten jeglicher Coleur gefällig sind. Mit hochdotierten Beraterverträgen und total überbezahlten Vorträgen verdienen manche oft mehr als mit ihrem Bundestagsmandat oder ihrer Ministertätigkeit. Nicht selten kommen sie sogar aus der Wirtschaft oder von einflußreichen Bankenkonzernen wie z.B. GoldmanSachs, für die sie während ihrer politischen Tätigkeit weiterhin arbeiten, indem sie ihren ehemaligen Chefs gefällig sind, z.B. mit diversen entgegenkommenden Gesetzestexten, die heute vermehrt von Konzernanwälten formuliert werden.
Selbstverständlich wollen Unternehmen geheimhalten, welche Summen nötig sind, um abgebaggerte Flächen wieder für Landwirtschaft, Naturschutz und Erholung nutzbar zu machen und daß sie einen Teil davon mit öffentlichen Geldern finanziert bekommen. Politik war meines Wissens nach noch nie frei von wirtschaftlichen Einflüssen und Begehren. Meiner Einschätzung nach sind Politiker daher nicht wirklich die Agierenden, sondern Politmarionetten, die nur so tun, als würden sie eigenständige Politik betreiben. Wie fast alle Bürger aller Staaten orientieren auch sie sich nach oben und nicht nach unten. Das bedeutet, daß sie eher denen nachzueifern suchen, die noch wichtiger sind als sie, die noch mehr Geld und Macht haben; das wollen sie auch. Nach unten orientiert man sich gewöhnlich nicht, man will ja auf- und nicht absteigen, und in derselben Schicht orientiert man sich höchstens zur Vergewisserung der eigenen Normalität bzw. Konformität.