Pixelpusher28 schrieb am 28.03.2021 08:55:
Der Tagebau war 1945 abgesoffen, und in der DDR ein Freizeitrevier, ohne dass er damals ausreichend gesichert worden wäre. Seit 2014 ist er gesperrt, um die Ufer zu befestigen. Das sollte ursprünglich bis 2017 dauern, dann bis 2022. Vor einer Woche ist dann ein 500m breiter Abschnitt, der gerade saniert wird, abgerutscht, hat eine Flutwelle von 1,5m ausgelöst, welche die auf der anderen Seite gelegene Bungalowsiedlung teilweise zerstörte.
Im Leipziger Revier sind ebenfalls gerade jetzt der Markkleeberger und Störmthaler See gesperrt worden, weil Böschungen unsicher wurden und eine Schleuse zwischen beiden Seen dadurch bedroht ist. Würde sie versagen könnten Teile von Leipzig überspült werden.
Die Unterspülung hat nur nichts mit dem Tagebau zu tun, sondern ist an der nachträglich errichteten Verbindung zwischen den Seen aufgetreten. Böse Zungen könnten hier eher behaupten, es läge ein Baumangel vor.
Oder anders gesagt: Bergbausanierung ist eine lange, kostspielige Angelegenheit, was jeder weiß, der in den Regionen wohnt. Ich würde eher denken das es teurer als veranschlagt wird.
Soll ich jetzt noch von gerade aktuellen Senklöchern im Erzgebirge anfangen, ausgelöst durch mittelalterliche Schächte, deren Verlauf keiner so richtig kennt?
Man sollte bei all dem nicht vergessen, was auf der anderen Seite der Medaillier steht. Ob bei Leipzig oder wo anders, aus diesen Gebieten sind vieler Orts gute Naherholungsgebiete geworden, die auch wieder Einkommen und Arbeitsplätze ermöglichen. Davon abgesehen ist ein Großteil der Gebiete schon vor der Wende aufgerissen und umgegraben worden. Das Geschrei darum kommt ein bissel spät.