Man merkt es dem Text an, dass der Autor bei jedem Satz überlegt hat, wie fest er die Handbremse ziehen muss, um sich in der aufgepeitschten deutschen Öffentlichkeit nicht unmöglich zu machen, Anlass zu bieten, an seinem Lehrstuhl zu sägen.
Dennoch wird einigermassen deutlich, wie fundamental seine Kritik ist.
Diese Sicherheitsstrategie ist perspektivisch auch die konsequenteste Antwort auf die Nato und jegliche auf Konfrontation zielenden Sicherheitsbündnisse.
Auf Konfrontation zielende Sicherheitsbündnisse - ist das nicht ein Widerspruch in sich? Und in der Tat ist die nato-Mitgliedschaft nicht ein Faktor, der die Sicherheit eines Landes erhöht. Ganz im Gegenteil, im Konfliktfall ist jede nato-Militärinstallation eine Garantie für einen feindlichen Angriff. Auch MAD wird durch die nato nicht verstärkt, eher verwässert. Die Wahrscheinlichkeit, aus einem lokalen oder regionalen Problem ein globales zu machen, nimmt mit ihr zu.
Die indirekte russische Drohung des Einsatzes von Atomwaffen im laufenden Ukraine-Krieg beweist erneut die Dringlichkeit eines Atomwaffenverbots.
Dieser Satz bedarf allerdings einer einordnenden Präzisierung. Die russische Drohung bezieht sich klar und deutlich auf die Möglichkeit einer direkten nato-Intervention in den Krieg um die Ukraine. Eine solche käme in den Augen der russischen Führung einem existenzbedrohenden Angriff auf Russland selbst gleich und rechtfertige daher den Einsatz des gesamten Waffenarsenals. Dieses Szenario hat nichts gemein, mit den von gewissen westlichen Kreisen geäusserten Unterstellungen, Russland ziehe einen Atombombeneinsatz in der Ukraine in Betracht. Das ist absoluter Bullshit und das wissen auch alle.