In Marokko und der Westsahara liegen die mit Abstand größten Phosphatvorkommen. Eine begrenzte Ressource, die für die Mineraldüngerproduktion und somit für die industriealisierte Landwirtschaft essentiell ist. Das dürfte einer der treibenden Faktoren sein bezüglich der europäischen Haltung. Darüber hinaus ist Marokko "das Tor nach Westafrika", der größte Direktinvestor in dieser Region und auch politisch und kulturell mit diesen Staaten bestens vernetzt. Das alles will Streck nicht wissen. Statt dessen spielt er die Flüchtlingskarte. Natürlich ist die Flüchtlingspolitik der EU eine ungeheuerliche Schweinerei. Da bin ich ganz bei ihm, aber es ist eben nicht der Motor für die Haltung der EU-Staaten. Und was Flüchtlinge anbelangt, ist Streck auch auf dem Algerien-Auge blind. Die algerische Diktatur und so muss man sie nunmal bezeichnen, da die Opposition, va die Gewerkschaften, völlig unterdrückt werden, geht mit Flüchtlingen äußerst rabiat um. Da werden gerne mal tausende einfach zum verdursten in die Wüste gejagt. Aber davon will Streck nichts wissen, immerhin unterstützen die ja die Polisario, dann ist das wohl ok. Marokko betreibt übrigens eine äußert liberale Migrationspolitik, wovon er auch nix wissen will. Das tun die nicht aus einem Utillitarismus heraus, sondern weil es den Hegemonialbestrebungen dient, aus dem gleichen Grund also, weswegen Algerien die Polisario unterstützt. Das sind nämlich konkurrierende Staaten um die Hegemonie in Westafrika (verstärkt nach dem ausscheiden Libyens aus diesem rennen). Auch darüber sollte Streck sich mal informieren....
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (18.08.2022 10:20).