Der wichtigste Teil der Stellungnahmen des Ethikrates wird leider im Artikel nicht angesprochen:
"Bezüglich tiefgreifender Einschränkungen des sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens hält der Deutsche Ethikrat fest, dass diese ohnehin nur solange gerechtfertigt sind, wie die Versorgung schwer erkrankter Covid-19-Patienten das Gesundheitssystem akut zu überlasten droht. In dem Maße, in dem dieses Risiko erfolgreich gesenkt werden kann, müssen Maßnahmen der Pandemiebekämpfung, die gravierende Grundrechtseingriffe beinhalten, für alle zurückgenommen werden. "
Der Ethikrat fordert ein Ende der Lockdowns.
Denn er stellt klar, dass die einzige akzeptable Legitimierung eines Lockdowns eine akut drohende Überlastung des Gesundheitssystems ist.
Davon waren wir immer weit entfernt - verglichen mit anderen Ländern haben wir ein vielfaches der Kapazität, und einen Bruchteil der Inzidenzen.
Und die Impfungen von Pflegeheimbewohnern und Pflegekräften schlagen auch hierzulande schon auf die Zahlen durch: Es infizieren sich aktuell weniger alte Menschen, und weniger Pflegekräfte und Ärzte als noch im Dezember.
Nach der Empfehlung des Ethikrates ist zu erwarten, wenigstens zu hoffen, dass die Gerichte eine ähnliche Position einnehmen werden, wenn die aktuellen und zukünftige Eindämmungsmassnahmen überprüfen.