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  • UThorn

326 Beiträge seit 26.04.2020

SEHR heterogene Lage

Schaust Du hier:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/217002/Long-COVID-Der-lange-Schatten-von-COVID-19

Wobei da üerwiegend gesichert ist, dass wenig gesichert ist, aber wohl ganz schlimm.

Besonders schlimm in Facebook-Gruppen, in denen sich bei überwiegend Undiagnostizierten und (deshalb) Unbehandelten ein sehr hoher Anteil schwerster Long-Covid-Folgen präsentiert.

Innerhalb dieser Langzeitgeschädigten fällt in allen Bereichen eine Überrepräsentanz auf von:
- Frauen
- mit mittlerem Alter Anfang 50
- übergewichtig
- mit auffällig hoher Assoziation auch vorher bereits manifester Angsstörungen

und hauptsächlich
- (weit führend) Erschöpfungszuständen

sowie in den "Studien" mit der höchsten Betroffenenquote:

- Schwäche
- Schlafstörungen
- Depressionen

Für mich klingt das alles nach einem schön Korrelation und Kausalität verwirrenden Mix aus tatsächlich Infektions-getriggerten anhaltenden Beschwerden, wie sie nach schweren Verläufen insbes. im Lungenbereich auch nicht neu sind (und wie sie selbstvertändlich auch bei Covid-19 ernst genommen werden sollten!) und auf der anderen Seite einer die "Fallzahlen" ganz extrem treibenden "Problematik", aus der heraus ich bei meiner Gattin das ganze seit ein paar Jahren und bei mir selbst glücklicherweise in viel, viel niedrigerer Ausprägug auch beobachten muss.

Nennt sich Wechseljahre (ja auch Kerle erleben hormonelle Umstellungen) und zentriert sich so im Alter um knapp über 50...

Ansonsten ist Frau Wangerin leider als kapitaler Statistik-Fehler (aber keine Sorge das RKI arbeitet so schon seit über einem Jahr, ist also Stand der Wissenschaft) die Berechnung der 350.000 vorzuwerfen, bei der sie als Grundgesamtheit die deutsch spezialgezählten Kranken annimmt, obwohl dies schon seit Monaten im Widerspruch zur Diagnoseanforderung durch die WHO steht.
(Nach deren Regeln wären das sowieso schon mal deutlich weniger als die Hälfte.)

Gleichzeitig hat ein anderer Forent auch schon zu Recht auf den niedrigsten Krankenstand ever mitten in der Pandemie verwiesen. Bei ja im Vergleich zu schweren Covid-19-Verläufen viel jüngeren Long-Covid-Opfern in vielen Hunderttausenden (selbst bei vorsichtigster Schätzung der Dunkelziffer) wäre das auch nur sehr schwer zu erklären...
(Eigentlich nur dadurch, dass spezifisch nicht Erwerbstätige oder in Bereichen der Berufsausübungsverbote Beschäftige nahezu ausschließlich die Long-Covid-Fälle stellen. Das würde natürlich zu depressiven und Erschöpfungszuständen auch ganz gut passen, ist aber jetzt nur eine Gedankenspiel.)

Also bitte Frau Wangerin, etwas mehr Recherche und etwas komplexer denken, bevor Sie quantitative Statistik betreiben (das geht ohne qualitativen Kontext nämlich nicht gut).

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