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  • Dampflokomotive

mehr als 1000 Beiträge seit 01.11.2022

Die Politik legt sich nicht mit der Finanzwelt an? Echt?

Der internationale Finanzmarkt ist nicht gleich US-Banken, wie der Artikel suggeriert. Der internationale Finanzmarkt ist größer und bedeutener. Er umfasst auch die Chinesen, die übrigens eine eigene "internationale Weltbank" aufbauen und momentan mit Staatsknete alles finanzieren.

Der internationale Finanzmarkt steht auf offene Investitionsmöglichkeiten. Irgendwo, wo man das Geld sicher parken kann und es Gewinn abwirft. Er mag die Sicherheit. Er möchte planen können.

Die Politik hat sich bereits massiv mit den internationalen Finanzmarkt angelegt, als es Russland sanktioniert hat, als man russische Unternehmen verstaatlichte und erst recht, als man russisches Vermögen eingefroren hat. Die Politik legt sich jedes Mal offen mit den Finanzmarkt an, wenn es diese Gelder der Ukraine geben will. Vor allen im Hintergrund, wie mit den Geldern von Venezuela und Afghanistan umgesprungen wird.
Die Finanzwelt mochte es auch nicht, als Gazprom, Lukoil oder Nornickel sanktioniert wurde und deren Aktien nur noch Schrottwert haben. Man schluckt es nur, weil man davon ausgeht, dass der Wertverlust nicht endgültig ist.

Das fehlt komplett im Artikel. Es wird das Bild gezeichnet, von der Politik, die sich nicht mit der Finanzwelt anlegen möchte, die komplett auf US-Sicht fährt. Dieses Bild ist verzerrt. Es soll mit so einer Betrachtungsweise allerhöchstens eine Regulierung der nationalen Finanzwelt verhindert werden, obgleich dies durchaus sinnig ist.

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  • Avatar von seneca13
    • seneca13

    mehr als 1000 Beiträge seit 23.07.2012

    Re: Die Politik legt sich nicht mit der Finanzwelt an? Echt? - Hmmm

    Antwort auf Die Politik legt sich nicht mit der Finanzwelt an? Echt? von Dampflokomotive.

    "Heiner Flassbeck" - promovierter Volkswirt, Auszüge aus der Vita:

    Nachdem er seit 1980 im Bundeswirtschaftsministerium in Bonn tätig gewesen war, wechselte er im Jahre 1986 zum Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, wo er an Arbeitsmarkt- und Konjunkturanalysen und über wirtschaftspolitische Konzepte arbeitete. 1990 übernahm er beim DIW die Leitung der Abteilung Konjunktur.

    Nach dem Regierungswechsel im Oktober 1998 wurde er zum Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen berufen (Kabinett Schröder I). Er beriet den damaligen Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine bei dessen Vorhaben, gemeinsam mit dem französischen Finanzminister Dominique Strauss-Kahn eine keynesianische Finanz- und Währungspolitik auf europäischer Ebene zu etablieren sowie das Weltwährungssystem zu reformieren. ....[4]

    Anschließend war er als freier Wirtschaftsforscher und Publizist tätig. Von November 2000 bis Dezember 2002 arbeitete er als Senior-Ökonom bei der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung. Von Januar 2003 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand war er Chef-Volkswirt (Chief of Macroeconomics and Development) der UNCTAD, seit August 2003 Leiter der Abteilung für Globalisierung und Entwicklung (Director of Division on Globalization and Development Strategies).

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Heiner_Flassbeck

    "Dampflokomotive" - ? - Auszüge aus der Vita:
    ?

    Im ganzen habe ich den Verdacht, Herr Flassbeck könnte bissel mehr Ein-und Durchblick, was internationale Finanzmärkte und deren politische Verquickungen angeht, haben?

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (20.03.2024 08:51).

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  • Avatar von Dampflokomotive
    • Dampflokomotive

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.11.2022

    Antwort auf Re: Die Politik legt sich nicht mit der Finanzwelt an? Echt? - Hmmm von seneca13.

    Hmm. Ist das jetzt so, dass man jetzt offensichtliche Lücken in einer Argumentation nicht kritisieren darf, sogar mit Beispielen, bloß weil jemand mal irgendwo aktiv war?

    Wollen Sie das etwa andeuten?

    Der werte Autor hat seit zwanzig Jahren kein Amt mehr ausgeführt. Damals trauten sich die Regierungen tatsächlich nicht die Banken (Finanzwesen) zu regulieren, da gab es eine große Deregulierungswelle. Sie erinnern sich vielleicht? Damals wurde mit den exakt selben Argumenten wie in den Text argumentiert.

    Die Zeiten sind schon lange vorbei. Der Staat mischt sich sehr aktiv in die Finanzwelt ein. Nicht mit Regulierungen, die vielleicht sogar etwas bringen könnten, sondern mit einer einseitigen, unberechenbaren Sanktionspolitik, die zu massiven Wettbewerbsverzerrungen führt und zu Unsicherheiten und Planungsproblemen. Ständig werden die Sicherheiten der westlichen Finanzordnung in die Finger genommen und zu Waffen geformt. Egal ob es nun SWIFT ist oder die Auslandsreserve von Staaten.

    Um das zu sehen und zu kritisieren, muss man kein öffentliches Amt angenommen haben.

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  • Avatar von seneca13
    • seneca13

    mehr als 1000 Beiträge seit 23.07.2012

    Antwort auf Re: Die Politik legt sich nicht mit der Finanzwelt an? Echt? - Hmmm von Dampflokomotive.

    Die Schieflage besteht -wie im Artikel auch ausgeführt - nicht erst seit 202+, schon gar nicht erst seit den "Sanktionspaketen"gegen Russland, sondern schon deutlich vorher.

    Zudem geht es um den IWF und dessen Akteure und "Aktionen" - und da sind nun mal die USA und deren Fonds (z.B. Blackrock etc.) diejenigen, die die Richtigung bestimmen -auch gerade in der Ukraine!

    China und Russland sind übrigens beliebt als Investoren - auch in Afrika - weil sie eben nicht die Daumenschrauben anlegen wie IWF- dominierte westliche "Hilfsprogramme" - und dadurch wirklich soziale und partizipative Entwicklung unterstützen.

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  • Avatar von strolch21
    • strolch21

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.02.2008

    Antwort auf Re: Die Politik legt sich nicht mit der Finanzwelt an? Echt? - Hmmm von seneca13.

    seneca13 schrieb am 20.03.2024 09:31:

    Die Schieflage besteht -wie im Artikel auch ausgeführt - nicht erst seit 202+, schon gar nicht erst seit den "Sanktionspaketen"gegen Russland, sondern schon deutlich vorher.

    Zudem geht es um den IWF und dessen Akteure und "Aktionen" - und da sind nun mal die USA und deren Fonds (z.B. Blackrock etc.) diejenigen, die die Richtigung bestimmen -auch gerade in der Ukraine!

    China und Russland sind übrigens beliebt als Investoren - auch in Afrika - weil sie eben nicht die Daumenschrauben anlegen wie IWF- dominierte westliche "Hilfsprogramme" - und dadurch wirklich soziale und partizipative Entwicklung unterstützen.

    Das ist gut dann können die Verfechter der neuen Weltordnung die Entwicklungshilfe in Zukunft alleine Übernehmen🤣 Im Moment investiert Russland aber noch den größten Teil seiner Entwicklungshilfe in der Ukraine🤣

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  • Avatar von Emrymer
    • Emrymer

    mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.2020

    Wirklich?

    Antwort auf Die Politik legt sich nicht mit der Finanzwelt an? Echt? von Dampflokomotive.

    Der internationale Finanzmarkt ... mag die Sicherheit. Er möchte planen können.

    Wirklich? Also ja, vielleicht schon auch, aber mag er nicht Profit noch viel, viel mehr? Auch wenn das Risiken bedeutet...

    Die Politik hat sich bereits massiv mit den internationalen Finanzmarkt angelegt...

    Das soll "massiv" gewesen sein? Nein. Massiv wäre: Verbot aller Börsengeschäfte, hohe Besteuerung von allen Einkommen (und nicht nur Gewinnen) aus Finanztransaktionen abseits der Geschäfte zur reinen Lebenserhaltung...
    Was Sie da anführen, waren kleinere Mißlichkeiten. An die Strukturen, an denen anzusetzen wäre, geht davon nichts, gar nichts.

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    • Dampflokomotive

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.11.2022

    Antwort auf Wirklich? von Emrymer.

    Da kann ich Ihnen tatsächlich schwer widersprechen. Natürlich wollen die Profit machen. Aber dafür brauchen sie Planungssicherheit. Wenn plötzlich ein riesiger Teil der Aktien wertlos werden, weil der Staat eine politische Agenda durchbringen möchte (Gazprom & Co.) dann ist das äußerst giftig für das Geschäft.

    Nur so als Beispiel.

    Aber Sie haben selbstverständlich recht, wenn Sie sagen, das ein wirklich massiver Eingriff für die Finanzwelt eine harte Transaktionssteuer wäre, oder wenn die Finanzeinkommen in den Top5-Finanzsstaaten (da zählt Deutschland dazu) plötzlich kräftig besteuert werden, auch für Unternehmen.
    Oder wenn zahlreiche Handel (Leerverkäufe, etc.) schlagartig nicht mehr erlaubt wären.
    Weil das tatsächlich etwas an den Strukturen ändern würde.

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  • Avatar von strolch21
    • strolch21

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.02.2008

    Antwort auf Wirklich? von Emrymer.

    Emrymer schrieb am 20.03.2024 14:52:

    Der internationale Finanzmarkt ... mag die Sicherheit. Er möchte planen können.

    Wirklich? Also ja, vielleicht schon auch, aber mag er nicht Profit noch viel, viel mehr? Auch wenn das Risiken bedeutet...

    Die Politik hat sich bereits massiv mit den internationalen Finanzmarkt angelegt...

    Das soll "massiv" gewesen sein? Nein. Massiv wäre: Verbot aller Börsengeschäfte, hohe Besteuerung von allen Einkommen (und nicht nur Gewinnen) aus Finanztransaktionen abseits der Geschäfte zur reinen Lebenserhaltung...
    Was Sie da anführen, waren kleinere Mißlichkeiten. An die Strukturen, an denen anzusetzen wäre, geht davon nichts, gar nichts.

    und wie geht es dann weiter? Planwirtschaft, wer schreibt dann Direktiven Sie?

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  • Avatar von Emrymer
    • Emrymer

    mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.2020

    Wie es weiterginge? Wie immer...

    Antwort auf Re: Wirklich? von strolch21.

    Hat eigentlich in der graeco-romanischen Antike ausschließlich "Planwirtschaft" geherrscht?
    Waren die ostasiatischen Hochkulturen allesamt von "Planwirtschaft" geprägt?
    War schon der neolithische Handel eine "Planwirtschaft"?

    Woher kommt so eine absurde Überzeugtheit, daß alles außer Raubtierkapitalismus ausschließlich "Planwirtschaft" sein müsste? Aber meinetwegen: wenn alle mitteleuropäischen Länder vor 1400, alle weiteren europäischen vor 1600 und alle weltweit sonstigen vor 1800 ausschließlich "Planwirtschaft" hatten... dann wäre eine Rückkehr zu einer dieser Formen von "Planwirtschaft" sicher denkbar. Aber wie die Geschichte dann ja wohl ausreichend gezeigt hat, ist das Erstellen von Plänen in vielen solchen Fällen entbehrlich, es gibt erkennbar bessere Lösungen.

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