Behörden nutzen KI, um Steuersünder aufzuspüren. Überwachung sozialer Medien, Analyse von Hochzeitsfotos. Wird Griechenland zum Vorbild für Deutschland?
Also im Prinzip das, was vor Jahr und Tag Volker Pispers vorgeschlagen hat, um die "Steuersünder" in Griechenland zu bekehren: "Man muss das Ganze einfach etwas sportlicher organisieren." War dann für die Griechen wohl doch nicht ganz so einfach, brauchte KI und 100 Millionen€ von der EU. Im Grunde kommt dann heraus, was Pispers damals vorgeschlagen hat.
Wenn man die Beschreibung der "Hochzeitsgesellschaft" so liest und die einen Spiegel für die Gesellschaft darstellt, dann ist die Schattenwirtschaft, die sich in Griechenland (möglicherweise vor allem im Umfeld der "Schönen und Reichen") etabliert hat, wohl kaum als Vorbild geeignet. Wo vor einem Jahrzehnt die Probleme schon so offensichtlich waren, dass selbst deutsche Kabarettisten das als Groteske darstellen konnten.
Dass man nun einen plakativen Fall präsentiert, wie toll die KI doch nun funktioniert, nunja. Die Geldgeber müssen ja verstehen dass die 100 Mio gut angelegt sind und was bewirken.
Was aber "under the hood" abläuft: Griechenlands Finanzbehörde hat neben einer zentralen Erfassung jeder Rechnung nun auch Zugriff auf Internet-Bezahldienste. Wirklich keine Erfolgsmeldung, sondern das Eingeständnis des absoluten Versagens: Um die "kreative Steuervermeidung" in den Griff zu bekommen, war der Aufbau einer totalen Überwachung erforderlich. KI? Lächerlich, die ist nur die "Komfortfunktion" für die Steuerfahnder im orwellschen Griechenland, um die gesammelten Daten zusammenzuführen.
Griechenland ist also weiterhin das "Experimentierfeld" für unsere Zukunft in Europa. Na, wir dürfen mal gespannt sein, auf welche kreativen Ideen die Griechen denn nun kommen, um die Steuerzahlung zu vermeiden. (dem Vernehmen nach sehen die Griechen das als sportliche Herausforderung) Die großen Steuervermeider werden da sicherlich Möglichkeiten finden, in Griechenland weiter den Luxus zu genießen und sich dort zur Steuer veranlagen zu lassen, wo es noch ein bisschen weniger orwellmäßig läuft.
Was im Artikel fehlt sind Angaben, für wie viele "Mehreinnahmen" an Steuern die tolle KI denn so insgesamt gesorgt hat. Wenn man sich die Entwicklung so ansieht, unter dem Strich scheint es da 2020 bis 2022 einen Effekt zu geben, der sich dann aber 2023 auch schon wieder nivelliert und die Erwartungen der griechischen Steuerschätzer für die Zukunft sind auch eher verhalten.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (31.01.2024 12:32).