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  • DcPS

mehr als 1000 Beiträge seit 19.02.2018

Wozu dient Geld? Was nützt es?

Christian Kreiß sah vor allem den Bitcoin (BTC) wegen seines steigenden Stromverbrauchs zum Scheitern verurteilt. Diplom-Informatiker Ingo Rübe hielt jedoch Kreißens Grundannahmen für falsch.

Das sieht nach einem Für-und-Wider aus, ist es aber leider nicht. Wer das System verstehen will, sollte wirkkich beide Artikel lesen, in der geschilderten Reihenfolge, da der zweite auf den ersten Artikel Bezug nimmt, aber nicht umgekehrt.
Der zweite Artikel versucht sich in Kritik, ohne den ersten richtig verstanden zu haben, einen sachlichen Beleg für dort getroffene Behauptungen finde ich nicht. Diese sind im ersten Artikel zumindest zum Großteil zu finden.
Was allgemein nicht verstanden wird, ist die Funktion von Geld. Geld selber hat praktisch keinen Wert. Es ist ein ressourcenaufwändig hergestelltes Erzeugnis, das durch allgemeine Anerkennung als Tauschmittel dort akzeotiert wird, wo ein direkter Tausch unmöglich oder nicht gewollt ist. DAs Tauschverhältnis ist idealerweise durch die Summe aller handelbaren Werte gedeckt, Leistungen und Waren. Da dieses Ideal - bedingt durch nicht marktgerechte Produktion im Kapitalismus nicht eingehalten werden kann, weicht dieses "Vollgeld" aber immer weniger von dem echten Wert ab. Es entsteht "Erwartungsgeld", das durch die Hoffnung gekennzeichnet ist, irgendwann Werte zu kaufen.
Aber ebendiese werden relativ zur Geldmenge immer weniger, was in einer Geldentwertung mündet; inflationäre Entwicklung ist vorgezeichnet.

Bei der ursprünglichen Goldreferenz war die Menge des geförderten Goldes immer recht vergleichbar zur wirrschaftlichen Entwicklung, weshalb die Tauschbasis über einen haltbaren, physisch verwertbaren und "benötigbaren" Gegenwert besichert war.

Dieser Idee liegt die Kryptowährung zugrunde. Anstelle der fälschungsarmen und schwierigen Gokdoroduktion tritt ein virtuelles Geld, das auch durch Ressourcen limitiert ist. Es hat aber im Gegenzug zu Gold keinen bleibenden Wert: Ein Sonnensturm -alles weg. Papiergeld hat zumindest noch einen künstlerischen und Brennwert, Kryptogeld hat aber seine zur Schaffung benötigten Ressourcen schon vernichtet, braucht dazu erneute, um einen Rausch zu ermöglichen.

Es ist aber in der Lage, alles eigentlich nicht durch Werte gedeckte Geld zu akkumulieren, ohne das nachvollziehbar ist, von wem es stammt (Geldwäsche möglich). Damit werden "kriminelle Leistungen" als Werte anerkennbar, das Maß der Mehrwertaneignung versteckt.
Man hat dann Geld versteckt, vergraben sozusagen, und tauscht die Beute untereinander aus, in der Hiffnung, sich dafür Werte realer Natur bei Bedarf einzutauschen.
Doch genau die sind begrenzt. Sie werden von der Vevölkerung für diese produziert, zu Lebenserhaltung. Der kapitalistische Hoffnung, da Geld zu verdienen, indem man künstlich verknappt, funktioniert aber nur, wenn die Bevölkerung Geld hat.
Das gibt Unruhen, wenn es um existenzielle Dinge geht. Ums Überleben. Und da ebdet die Akzeptanz des Kapitalismus, alle Erwartungswerte werden genullt. Gehortete Lebensmittel und Biden wertlos, enteignet. Der Kapitalismus hat seine Produktivitäts-Schuldigkeit getan, er kann gehen. Und dann kommt wieder Vollgeld, eine neue Währung.
Sicher ressourcenschonend, des Klimaproblems wegen. Umverteiltes Geld, was nur minimal akkumulierbar ist, weil der Staat umverteilen muß (was auch die Wegnahme akkumulierbarer Mittel einschließt.
Das bedeutet Wirtschaftsplanung einer Marktwirtschaft, auch nicht immer gut möglicherweise, aber ohne verheerende Widersprüche die Existenz der Menschen sichernd.

Das ganze Kryptogeld ist futsch. Braucht niemand, weil man sich nichts mehr dafür kaufen kann. Keine Verdienstmöglichkeit für Händler. Das Eigentum daran bleibt natürlich erhalten, Tand auch. Niemand will es, erbringt dafür Leistungen oder gibt etwas dafür. Man erinnere sich an das Inflationsgeld vor hundert Jahren.

Der Wert des Geldes liegt im Kopf des Tauschenden.
Gibt es niemanden, der es akzeptiert: Pech gehabt.
Ist wie mit der Rente: Geld sorgt nicht vor, wenn keine Kinder da sind oder Menschen, die Sachwerte benötigen und deshalb solche erzeugen und Leistungen erbringen können.
Das zu verstehen, fällt nahezu allen Menschen schwer. Egoismus ist eben wirklich kontraproduktiv, mehr haben zu wollen als andere.

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  • Avatar von ACD
    • ACD

    mehr als 1000 Beiträge seit 16.10.2001

    Steuer

    Antwort auf Wozu dient Geld? Was nützt es? von DcPS.

    Die Steuer kann ausschliesslich in der nationalen Währung bezahlt werden
    und der Staat muss diese Währung dafür akzeptieren.
    Man braucht also mindestens immer einen gewissen Betrag in der Landeswährung.

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