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  • Pnyx (1)

mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.2017

der Weg an der Hölle vorbei

Weitgehend einverstanden, auch wenn das Bäckerbeispiel nicht besonders durchdacht ist. Der Bäcker hat schon genügend Machtmittel auf seiner Seite um uns ein Angebot zu machen, dass wir nicht ablehnen können, dafür benötigt er keine Waffe.

Zentral ist aber die Einsicht, dass der vom Westen aufs Äusserste angestachelte Widerstand der Ukrainer die Lage erst recht explosiv macht. Es ist völlig ausgeschlossen, dass die Ukraine Russland militärisch standhalten kann. Ob man sich das nun wünscht oder nicht. Aber über den von Gerber betonten Aspekt - dem unsinnigen massenhaften Menschentod - hinaus, muss darauf hingewiesen werden, dass die Gefahr einer territorialen Eskalation sehr hoch ist und mit jeder weiteren Kriegsstunde weiter zunimmt.

Schon hat Putin die 'Abschreckungskräfte', vulgo das atomare Arsenal, in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen lassen. In den Relotius-Medien wird gerätselt, was 'dahinterstecke'. Nun, nichts. Man muss das schlicht zum Nennwert nehmen. Unter gewissen Umständen ist Putin bereit, die nato anzugreifen. Und es hilft nicht, ihn dafür zu verfluchen, ihn zum Verrückten zu erklären, wie auch immer weiter zu stigmatisieren, auch nicht die andere Seite dafür verantwortlich zu machen. Es ist so. Da ist jemand mit einem roten Knopf und bereit ihn unter gewissen Umständen zu drücken. Und das gilt es abzuwenden! Und der einzige Weg dazu ist - die Ukraine zur Kapitulation bewegen, den Wirtschaftskrieg, aka Sanktionen, einzustellen, miteinander reden. Sollte Russland dann noch weiter Krieg führen - ja dann sind die Russen, die Europäer, die u.s.-Amerikaner, schlicht wir alle geliefert, die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten. Diese Reaktion ist aber extrem unwahrscheinlich.

Der Westen würde nichts hergeben, was er nicht schon verloren hat. Er könnte immer noch aus einer Position der relativen Stärke in die Verhandlungen steigen. Diese Art von Problemen ist lösbar.

Aber so wird es wahrscheinlich nicht kommen. Nahezu das ganze politische Spektrum, inklusive vieler Friedensbewegter ist heute auf die Strasse gegangen, um - die westliche Position zu stärken, den Weg des Krieges weiterzugehen. Seitens der Friedensbewegten war die Absicht wohl eine andere, aber de facto hat man sich einbinden lassen und entsprechend wird es ausgeschlachtet.

Und so müssen wir in den nächsten Tagen mit der schlimmstmöglichen Wendung rechnen. Gut möglich, dass die nun doch anberaumten Gespräche zwischen ukrainischer und russischer Führung in einem Fiasko enden. Falls die ukrainische Gegenwehr wirklich stark sein sollte, werden die Russen ihre bisher verhältnismässig zivilistenfreundliche Art den Krieg zu führen - Klitschko, Kiews Bürgermeister, sagt selbst, dass alles noch funktioniert, Strom, Wasser etc. In Bagdad war das schon nach der ersten Bombenacht nicht mehr der Fall, lag die zivile Infrastruktur in Trümmern - aufgeben und gewisse ukrainische Städte werden schliesslich aussehen wie Faludscha oder Grozny. Das allein wäre eine Tragödie. Aber wie gesagt, es kann noch weit schlimmer kommen...

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  • Avatar von 1Hz
    • 1Hz

    mehr als 1000 Beiträge seit 27.09.2019

    Antwort auf der Weg an der Hölle vorbei von Pnyx (1).

    Natürlich wird die Ukraine nun unterstützt. Dann kann sie zumindest Putin noch etwas mehr kosten. Und je höher die Opfer, desto mehr Spielraum ergibt sich für unsere Rüstungsbudgets und andere Maßnahmen. Wo wir doch so humanitär veranlagt sind. Sieht man ja daran, dass wir auch sonst keinen Anteil an den Konflikten dieser Welt haben.

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