1. Ich verstehe die Aufregung darüber, daß Firmen sich entschließen, ihre Aktivitäten in Russland herunterzufahren. Aber diese Entscheidungen treffen die Firmen selbst - und zahlen damit auch selbst einen nicht zu unterschätzenden Preis.
2. Es darf nicht verwundern, daß angesichts der Lage in der Ukraine Forderungen seitens der Ukraine an Schärfe und Lautstärke zunehmen. Wenn ein massiv überlegener Aggressor ins Land kommt, militärische UND zivile Strukturen plattmacht und ukrainische wie russische Zivilisten unter Trümmern begräbt, ist Verzweiflung wohl eher eine zu erwartende Reaktion.
3. Nicht die "Hysterie" spielt Putin in die Hände. Egal, was die Staatengemeinschaft fordert: Putin hat die freie Berichterstattung plattgemacht und nutzt die eigene, seit langem betriebene Zensur und teilweise Abkopplung vom Internet ( wie China auch ) zur Manipulation in Russland. Seine nationalistischen Parolen hat er bein den vergangenen Wahlen immer wieder wiederholt - und wir haben sie als innenpolitische Stimmungsmache abgetan. Jegliche Überreaktion befeuert und nutzt Putin dankbar mit - das heißt aber nicht, daß das ausreichen wird.
4. Die Verfügbarkeit von Lego und Playmobil in Russland wird den putinschen Angriffskrieg in der Ukraine weder vielleicht nicht direkt verkürzen. Nur wenig, solange Putin effektiv die freie Presse / Berichterstattung abwürgen kann.
5. Die Kernfrage ist, wie lange die Sanktionen aufrecht erhalten werden können. Wahrscheinlich nicht lange genug. Vielleicht werden sie - angesichts der Lage in Russland - sogar gegenteilige Effekte haben. Aber das ist nicht ausgemacht und klar.
6. Was klar ist: In China haben wir im nächsten Jahrzehnt das Gleiche zu erwarten.
Augenmaß? Augen auf !
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Antwort auf Augenmaß? Augen auf ! von NurPiepsen.
Abgesehen davon bleibt der Autor des Artikels uns die entscheidende Antwort schuldig: Was wären denn angemessene Sanktionen, die auch Aussicht auf Erfolg hätten?
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Antwort auf Re: Augenmaß? Augen auf ! von NurPiepsen.
NurPiepsen schrieb am 06.03.2022 10:52:
Abgesehen davon bleibt der Autor des Artikels uns die entscheidende Antwort schuldig: Was wären denn angemessene Sanktionen, die auch Aussicht auf Erfolg hätten?
Die entscheidende Frage ist: Haben Sanktionen schon jemals etwas bewirkt, außer leiden der Bevölkerung? Ein Beispiel wäre nett.
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Antwort auf Re: Augenmaß? Augen auf ! von .
CCNP schrieb am 06.03.2022 17:55:
NurPiepsen schrieb am 06.03.2022 10:52:
Abgesehen davon bleibt der Autor des Artikels uns die entscheidende Antwort schuldig: Was wären denn angemessene Sanktionen, die auch Aussicht auf Erfolg hätten?
Die entscheidende Frage ist: Haben Sanktionen schon jemals etwas bewirkt, außer leiden der Bevölkerung? Ein Beispiel wäre nett.
Sie bewirken z.B. in diesem Fall eine Demonstration der Einigkeit in der Ablehnung von kriegerischen Handlungen. Ganz unabhängig davon, was Sanktionen im Konkreten bewirken, soll der Adressat natürlich wissen, dass sein Tun verurteilt wird.
Und da Sanktionen im Fall von Russland auch Einbußen für die westlichen Handelspartner bedeuten, ist dies ein Signal, dass man bereit ist, gewisse Opfer zu bringen.
Sie dienen auch als Verhandlungsmasse, falls die andere Seite zu Gesprächen bereit ist. -
Antwort auf Re: Augenmaß? Augen auf ! von .
ich könnte mir vorstellen, dass ein Waffenembargo gegen die Ukraine den Krieg extrem verkürzen würde. Das die da Zivilisten eine Kalaschnikow in die Hand drücken und zur Front fahren, ist ein Himmelfahrtskommando was an den Volkssturm erinnert. Da haben die Nazis auch meinen Großvater verheizt.
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Antwort auf Re: Augenmaß? Augen auf ! von nicolas/.
nicolas/ schrieb am 07.03.2022 10:53:
Sie bewirken z.B. in diesem Fall eine Demonstration der Einigkeit
in der Ablehnung von kriegerischen Handlungen.Wenn das so wäre, dann hätte man seit 2014 die Ukraine für das
Bombardement der Volksrepubliken sanktioniert.Oder die USA für die Angriffskriege auf den Irak, Syrien, Libyen (und, und....)
Und dann würde man Selenskyj auffordern zu kapitulieren.
Der Krieg wäre sofort zu Ende.Sattdessen pumpt man Waffen in die Ukraine. Wer Krieg ablehnt,
liefert keine Waffen sondern fordert zur Kapitulation und
Verhandlungen auf. -
Antwort auf Re: Augenmaß? Augen auf ! von Quackator.
Quackator schrieb am 07.03.2022 19:39:
Wenn das so wäre, dann hätte man seit 2014 die Ukraine für das
Bombardement der Volksrepubliken sanktioniert.Oder die USA für die Angriffskriege auf den Irak, Syrien, Libyen (und, und....)
Nur war die Welt bei diesen Ereignissen und nach Würdigung der Umstände nunmal nicht so geschlossen dagegen, wie sie das bei Putins Einmarsch in der Ukraine ist.
Und dann würde man Selenskyj auffordern zu kapitulieren.
Der Krieg wäre sofort zu Ende.Sattdessen pumpt man Waffen in die Ukraine. Wer Krieg ablehnt,
liefert keine Waffen sondern fordert zur Kapitulation und
Verhandlungen auf.Ja, die Ukrainer können morgen ihre Waffen niederlegen und die Russen machen lassen. Sie werden lediglich Freiheit und Demokratie verlieren, ist ja nicht so schlimm.
Da sie das aber nicht wollen, kämpfen sie. Ist auch eine Form der Verhandlung und zeigt, was ihnen ihre Freiheit wert ist.