Auch wenn es wenig Sinn macht, mit verblendeten Menschen wie mit dir zu diskutieren:
- Katalonien hat ein Mehrheitswahlsystem, die Abgeordneten werden in direkter Wahl gewählt. Die Zuteilung der Mandate erfolgt im D’Hondt-Verfahren allein auf Ebene der Wahlkreise. Die Verteilung der Sitze auf die vier Wahlkreise ist seit 1980 unverändert geblieben und folgte auch damals schon nicht dem reinen Proporz.Bei der Wahl 2012 kamen in der Provinz Barcelona ca. 47.500 Wahlberechtigte auf ein Mandat, in der Provinz Girona waren es 29.500, in der Provinz Lleida 20.900 und in der Provinz Tarragona 30.900. Da die Sitze allein auf Ebene der Wahlkreise ohne einen Ausgleich verteilt werden, führt dies in Verbindung mit der ungleichen Relation Wahlberechtigte je Sitz dazu, dass eine Mehrheit im Parlament nicht mit einer Mehrheit der Gesamtstimmen verbunden ist.Zumal seit 1980 sich die Bevölkerung weiter verschoben hat (Landflucht).
Also wenn Du Oberschlaumeier es so beschreiben willst, eine Stimme in LLeida (20900 Stimmen für einen Abgeordneten) hat tatsächlich doppelt so viel Gewicht wie eine Stimme in Barcelona (47.500 Wahlberechtigte für ein Mandat).
Ist natürlich ein Problem, dass alle Staaten mit Mehrheitswahlsystem haben (GB, USA, usw). In Deutschalnd will man "gerechter" sein und hat Ausgleichsmandate, aber dies führt dazu, dass der Bundestag jedes Jahr aufgeblähter wird.
Dein zweite blödsinnige Behauptung: Es macht eben einen Unertschied ob man in ein Land geboren wird, dass einem nicht gefällt oder ob man gezwungen wird während des Lebens die Nationalität zu wechseln. Einfach mal die Gesichte der Jugoslawienkriege (und vieler anderer Bürgerkriege) lesen, wo aus friedlichen Nachbarn auf einmal Totfeinde wurden.
Und zur wirtschatlichen Entwicklung:
In den letzten zehn Jahren ist Katalonien von einer blühenden Wirtschaftsregion immer mehr ins zweite Glied abgefallen. Seit dem Referendum von 2017 haben - natürlich auch mit massiver Unterstützung von Madrid, 6500 Firmen der Region den Rücken gekehrt, unter anderem Banco de Sabadell, Caixabank, Codorníu, Gas Natural, Fenosa oder Albertis. Die ausländischen Investitionen sind in dieser Periode um 22% zurückgegangen; die Verschuldung der Region ist bei weitem die höchste in Spanien und erreicht bei den Ratingagenturen Fitch, Standard and Poor’s und Moody’s inzwischen Ramschqualität.
Natürlich hatte es am Anfang kaum Einfluss auf die meisten Katalanen, weil ausser ein paar Managern kaum Menschen umgezogen sind und die Produktionsanlagen erstmal in Katalonien geblieben sind. Aber dies ändert sich gerade. Neue Anlagen werden am neuen Firmensitz gebaut ... alte Anlagen werden nicht ersetzt. Prominentestes Beispiel: Seat. In den spanischen, katalanischen Medien wird gerade der 70te Geburstag der Marke gefeiert und kaum einer bemerkt, dass man die Marke gerade in Wolfsburg für tot erklärt hat. In ein paar Jahren kleben in Martorell noch ein paar Hanseln Cupra Logos auf Elektroautos aus deutscher Produktion, aber das wars auch schon.
Aber nicht nur die katalanische Wirtschaft ist in Schieflage, es schlägt auch inzwischen voll auf den katalanischen Haushalt durch.Demnächst wird die Erneuerung von 40 Mrd. € Schulden fällig; ohne Schützenhilfe aus Madrid müsste Katalonien – da die internationale Verschuldung aufgrund der schlechten Bonität verwehrt ist – Konkurs anmelden.
Ja klar, sind an der Misere nicht nur die Katalanen Schuld und natürlich hat man auch in Madrid alles getan um die katalanische Wirtschaft zu schwächen. Aber das sind nunmal die Fakten. Aktuell ist man am Scheideweg. Entweder man rauft sich zusammen und findet gemeinsam eine Lösung (aber Kompromisse sind gerade uncool) oder man eskaliert weiter und verschärft den Konflikt soweitt, dass er irgendwann massiv blutig wird. Aber dann muß man sich von der Vorstellung verabschieden, dass das Leben in Katalonien aufgrund der starken Wirtschaft unbeschwert weitergeht. .
Wie ich seit Jahren warne: Seperationen führen IMMER erstmal zu einer Entzweiung und einer Verarmung der Gesellschaft.