• Weniger Nutztiere halten: 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche gehen für die Produktion tierischer Lebensmittel drauf. Diese aber tragen nur 18 Prozent zur globalen Kalorienversorgung bei, so lautet das Ergebnis einer Studie am Potstam-Institut für Klimafolgenforschung. Werde ein größerer Teil der Ackerflächen für die Erzeugung von Essen für Menschen statt von Tierfutter genutzt, ließe sich das Angebot von Lebensmitteln nachhaltig ausweiten.
Naja, das gilt bestenfalls mit starken Einschränkungen...
Für die 18% hätte ich gerne die Herleitung... die halte ich für ziemlich unrealistisch, zumindest, wenn man z.B. Milch, Milchprodukte, Eier usw. zu den tierischen Produkten zählt.
Davon mal ab: Hier im Bergischen Land ist der Boden schlicht nicht so toll... außer Futtermais und Gras wächst hier nicht viel in einem Maße, der es erlauben würde, einen Hof kostendeckend zu führen, das würde höchstens für Substitutionswirtschaft reichen... und da wäre das Gemüse aus Spanien noch immer deutlich billiger.
Der Gemüseanbau hat hier immer nur eher schlecht als Recht funktioniert, weil die Böden relativ mager sind und die Hänge relativ schlecht zu bewirtschaften sind.
Gleiches gilt nicht nur für viele Mittelgebirgslagen, sondern auch (und besonders) für die Alpen, da funktioniert Landschwirtschaft auch nur, weil Kühe und Schafe selber darauf achten, nicht umzukippen...
Düngen mit menschlichem Urin: Menschliche Ausscheidungen enthalten außer Stickstoff viele wichtige Pflanzennährstoffe wie Kalium, Magnesium und Phosphor enthalten. Diese bisher eher unübliche Düngepraxis wird immer besser erforscht.
Das will keiner... wirklich nicht.
Es gibt einen bedeutenden Unterschied zwischen Tier- und Menschenexkrementen auf den Feldern: Tierexkremente stinken nicht mal halb so schlimm wie Menschenexkremente (für Menschen zumindest).
Wer denkt, die "Landluft" nach dem Güllen der Felder sei schlimm sollte mal einen tiefen Atemzug aus einer Sickergrube nehmen und sich überlegen, ob man das wirklich auf jedem Feld haben möchte...
Und sollte es wirklich eine Agrarwende geben: Bitte besser machen als die Energiewende, bei der erst einmal alles abgeschaltet wurde, bevor Ersatz da war...
Also bitte erst einmal konventionell die Leute versorgen und schauen, dass man die benötigten Mengen Nahrungsmittel alternativ erzeugen kann, bevor man konventionell abschafft...
Denn dabei geht es nicht darum, ob Leute frieren und im Dunkeln sitzen, sondern darum, ob Leute verhungern (wenn nicht hier, dann in den Märkten, die wir leer kaufen).
So ganz so einfach ist die Umstellung der Ernährung nämlich nicht, wenn man Versorgungssicherheit haben möchte.