Damit die Landwirtschaft ohne Kunstdünger funktioniert muss erstmal wieder dafür gesorgt werden, dass die Nährstoffkreisläufe wieder funktionieren. Die meisten der Leser dieses Artikels werden heute gut, gesund und ausgewogen gegessen haben. Mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen. Phosphor und Kalzium, Schwefel, Magnesium, Eisen, Kalium und vieles mehr. Wie kommt das alles in unsere Nahrung? Die Pflanzen holen es aus dem Boden. Wie kommt es wieder dahin zurück? Gar nicht. Klärschlamm wird verbrannt und deponiert. Diese wichtigen Stoffe können dem Boden nur mit Kunstdünger zurück gegeben werden. Nur Stickstoff können einige Pflanzen direkt der Luft entziehen.
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Klärschlamm ist mit giftig Schwermetall versetzt
Antwort auf Kreislaufwirtschaft von Scubi.
Klärschlamm ist mit giftig Schwermetall versetzt, so dass der als Sondermüll endgelagert gehört, war vor wenigen Jahren noch wiss. Konsens.
Rathaus jubiliert seit Kurzem, dass es für Fernwärme nun auch Klärschlamm verbrennt - wobei es auch Phosphat wiedergewinnen will.
Nagut, dem Energie-Mais wird Schwermetall mglw. nix ausmachen. Nur essen sollte man anderes. Was gut, dass Kumpel eine Hazienda hat. :-) -
Antwort auf Klärschlamm ist mit giftig Schwermetall versetzt von Lumpazius (0e9456f0).
Wie kommen die Schwermetalle da rein? Klärschlamm entsteht doch im wesentlichen aus Haushaltsabwässern in der Kanalisation. Industrieabwässer mit hohen Schwermetallgehalten werden doch sicher nicht in die "normale" Kanalisation eingeleitet. Ich habe in meinem Haushalt erstmal nichts gefunden was wesentliche Mengen an Blei, Cadmium oder Arsen enthält. Irgendwelche Ideen?
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Antwort auf Re: Klärschlamm ist mit giftig Schwermetall versetzt von Scubi.
Scubi schrieb am 12.10.2022 07:59:
Wie kommen die Schwermetalle da rein? Klärschlamm entsteht doch im wesentlichen aus Haushaltsabwässern in der Kanalisation. Industrieabwässer mit hohen Schwermetallgehalten werden doch sicher nicht in die "normale" Kanalisation eingeleitet. Ich habe in meinem Haushalt erstmal nichts gefunden was wesentliche Mengen an Blei, Cadmium oder Arsen enthält. Irgendwelche Ideen?
Ausscheidung durch den Menschen (Zink u. a. Spurenelemente), Vorbelastung des Trinkwassers (Kupfer und Zink durch Hausinstallationen)
"diffuse Quellen" nennt der Münchner das:
https://www.lfu.bayern.de/wasser/merkblattsammlung/teil4_oberirdische_gewaesser/doc/nr_461.pdfIch hatte da im wesentlichen "Abfluss von Straßen bei Mischkanalisation" in Erinnerung. Zuvor, um '92, war das Berliner Herbstlaub auch so voll mit Schwermetall gesogen, dass das auch als Sondermüll weg musste. Ansonsten NiCd-Batterien aus weggeworfenen Spielzeugen oder Steuerstäben???
Seit der AbfKlärV sind ungesunde Industrien mglw. in Nachbarländer oder nach China gezogen. ( https://www.gesetze-im-internet.de/abfkl_rv_2017/ ) Irgendwie kam man wohl drauf, dass man ohne " phosphorhaltigen Klärschlammverbrennungsasche" (§3) nicht auskommt. -
Antwort auf Re: Klärschlamm ist mit giftig Schwermetall versetzt von Lumpazius (0e9456f0).
Diese Spurenelemente wie Kupfer und Zink, sind allerdings für den Boden genauso wichtig.
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Antwort auf Re: Klärschlamm ist mit giftig Schwermetall versetzt von Scubi.
Scubi schrieb am 12.10.2022 07:59:
Wie kommen die Schwermetalle da rein? Klärschlamm entsteht doch im wesentlichen aus Haushaltsabwässern in der Kanalisation. Industrieabwässer mit hohen Schwermetallgehalten werden doch sicher nicht in die "normale" Kanalisation eingeleitet. Ich habe in meinem Haushalt erstmal nichts gefunden was wesentliche Mengen an Blei, Cadmium oder Arsen enthält. Irgendwelche Ideen?
Bei den Haushaltsabwässern haste dann halt alles was die Pharmaindustrie so bietet drin.
Ich hab' jetzt nicht so Bock drauf, dass meine Linsen nach Impfmittel und Meth schmecken...*sarcasm
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Antwort auf Re: Klärschlamm ist mit giftig Schwermetall versetzt von Scubi.
Man darf die Stoffflüsse nicht vernachlässigen. Selbst wenn der Klärschlamm nur sehr wenig Schwermetalle enthält, wenn Jahr für Jahr Klärschlamm auf das Feld gekarrt wird, so reichern sich dort die Schwermetalle an. Am Ende findet man auf dem Feld sehr viel höhere Schmermetallkonzentrationen als im Klärschlamm.
Ferner kann man nicht genug betonen, dass das Thema Düngung eine Wissenschaft für sich ist. Es reicht nicht Gülle oder Klärschlamm auszubringen. Für einen optimalen Bodenaufbau, den langfristigen Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und guten Wachstumgsbedingungen der Kulturen sind die Landwirte zwingend auf Stickstoffdünger (Ammonium und Harnstoff) sowie Kali- und Phosphatdünger angewiesen. Der jeweils für die Pflanzen notwendige Dünger muss zudem exakt zum richtigen Zeitpunkt ausgebracht werden. Das ist jedenfalls sehr stark vereinfacht so.
Düngung ist ein wirklich ein sehr kompliziertes Thema. Ohne genügend Hintergrundwissen unterschätzt man die Komplexität leicht. Vielleicht kann uns ein im Forum lesender Landwirt oder ein Agronom das Thema Düngung besser erklären.
Eines ist jedenfalls sicher, nur mit Gülle oder Klärschlamm werden wir die Landwirtschaft so wie bisher nicht fortsetzten können und heftige Ertragseinbußen (man spricht von 50 bis 70 %) hinnehmen müssen.