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  • Mathematiker

mehr als 1000 Beiträge seit 22.02.2014

Die Sache ungewollt gut auf den Punkt gebracht

Der renommierte dänische Stadtplaner Jan Gehl hat die Formel "8/80" für das gelingende Zusammenleben der Generationen entwickelt: "Eine Stadt sollte so gebaut sein, dass sich darin Achtjährige und über 80-jährige ebenso sicher wie der Rest der Bevölkerung bewegen können"

Und das ist oft noch nicht einmal mehr für die Normalbevölkerung gegeben.
Eine Eigentumswohnung im Europaviertel in Frankfurt kostet ~500 000 €.
Wenn die Leutchen ihre schmale Freizeit außerhalb der Wohnung verbringen wollen, dann treffen die sich lieber im öffentlichen Raum oder in einer Gated Community, wie einem Restaurant. Da trauen sich unsere Problembürger nicht hin bzw. kommen dort erst garnicht rein. Das Europaviertel in Frankfurt ist neben dem Gallus und der ist teilweise sehr gruselig.
Wenn sich da ein Omchen oder auch eine ledige Frau auf die Parkbank setzt, zeigt die allen Menschen, dass sie alleine und damit ein leichtes Opfer bzw. das ihre Wohnung gerade leer ist.
Zudem werden Bänke, "Begegnungecken" oder Spielplätze dort gerne vom Prekariat oder Pennern okupiert. Kriminellen wird damit eine wunderbare Möglichkeit gegeben, die Nachbarschaft zu observieren. Daher hält sich dort die Begeisterung für solche Elemente in engen Grenzen.

Ich kenne auch Gegenden, wo so etwas funktioniert. Der Stadtteil ist aber auch selbst eine Art Gated Community.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 25.05.2014

    Antwort auf Die Sache ungewollt gut auf den Punkt gebracht von Mathematiker.

    Mathematiker schrieb am 03.07.2021 22:36:

    Der renommierte dänische Stadtplaner Jan Gehl hat die Formel "8/80" für das gelingende Zusammenleben der Generationen entwickelt: "Eine Stadt sollte so gebaut sein, dass sich darin Achtjährige und über 80-jährige ebenso sicher wie der Rest der Bevölkerung bewegen können"

    Und das ist oft noch nicht einmal mehr für die Normalbevölkerung gegeben.
    Eine Eigentumswohnung im Europaviertel in Frankfurt kostet ~500 000 €.
    Wenn die Leutchen ihre schmale Freizeit außerhalb der Wohnung verbringen wollen, dann treffen die sich lieber im öffentlichen Raum oder in einer Gated Community, wie einem Restaurant. Da trauen sich unsere Problembürger nicht hin bzw. kommen dort erst garnicht rein. Das Europaviertel in Frankfurt ist neben dem Gallus und der ist teilweise sehr gruselig.
    Wenn sich da ein Omchen oder auch eine ledige Frau auf die Parkbank setzt, zeigt die allen Menschen, dass sie alleine und damit ein leichtes Opfer bzw. das ihre Wohnung gerade leer ist.
    Zudem werden Bänke, "Begegnungecken" oder Spielplätze dort gerne vom Prekariat oder Pennern okupiert. Kriminellen wird damit eine wunderbare Möglichkeit gegeben, die Nachbarschaft zu observieren. Daher hält sich dort die Begeisterung für solche Elemente in engen Grenzen.

    Ich kenne auch Gegenden, wo so etwas funktioniert. Der Stadtteil ist aber auch selbst eine Art Gated Community.

    Die Gated Community wird über kurz oder lang das Wohnmodell der Zukunft. Vielleicht sogar die Gated City. Die Problemviertel werden das quasi zwangsläufig weil kein normaler Mensch mehr freiwillig dort wohnen möchte und die besseren Stadtteile werden sich schützen weil die Bewohner dort gerade das von Ihnen beschriebene aussperren wollen. Keine Penner, Drogendealer und auch keine Party und Eventszene wie die in Stuttgart und anderswo immer größer wird.

    Wenn ich jung wäre und das nötige Kleingeld hätte, dann würde ich mir jetzt schon einen schönen Platz in einer existierenden Gated Community suchen. Die werden nämlich ziemlich bald sehr begehrt und unbezahlbar sein und nicht jeder der will, wird einen Platz bekommen. Interessant dabei ist die Linie der dänischen Regierung, die versuchen will eine Quote für Migranten pro Stadtviertel festzulegen damit die schleichende Ghettoisierung vermieden werden soll. Keine schlechte Idee.

    Den Aspekt aus ihrem letzten Satz kenne ich auch. In der nächstgelegenen Kreisstadt gibt es ein Viertel wo mehrheitlich Russlanddeutsche leben. Da haben schon einige Neubürger es auf die harte Tour lernen müssen, dass sie nicht willkommen sind und auch tagsüber in Parks oder auf Spielplätzen nichts verloren haben. So wie es ausschaut funktioniert die Nachbarschaftshilfe in diesem Stadtviertel vorbildlich.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (04.07.2021 09:11).

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