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  • Malcom

315 Beiträge seit 07.08.2023

Wie wärs mal wieder mit Satire?

Bei allem Respekt, aber irgendwann ist der "böse FDP, böse CDU, noch viel viel bösere AfD" - Drops gelutscht. Und sich über Andersdenkende (böse Querdenker!) lustig machen, lockt halt auch niemanden mehr hinterm Ofen vor.

Wo gibt's denn mal Satire, welche sich, wie es Satire nochmaler Weise tut, über den aktuellen Zeitgeist lustig macht, über die Grünen, Gendern, Klimaschutz, allgemein über Political Correctness?

Stattdessen ist Satire in Deutschland zu einem weiteren Sprachrohr der aktuellen Politik verkommen (soferns nicht um die FDP geht, versteht sich), dass will und braucht halt niemand.

Bleibt nur zu sagen: R.I.P. Titanic, du warst mal ein wirklich gutes Satiremagazin.

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    • Aristipp

    580 Beiträge seit 28.05.2002

    Antwort auf Wie wärs mal wieder mit Satire? von Malcom.

    über den aktuellen Zeitgeist

    Den einen Zeitgeist gibt es nicht: da ist der Zeitgeist a la Grüne usw. und der Zeitgeist a la AFD usw. Beide sind mit ca. 50% zurzeit aktuell, gerade die AFD bietet sich aber wegen der Dummheit ihrer Kandidaten und Wähler eher für Satire an. Rechte Satire ist leider meistens wenig witzig (da sind Dieter Nuhr und diese Frau deren Name ich vergessen habe noch echte Highlights), ich kann mir auch schlecht vorstellen, daß ein Höcke oder ein Maaßen Selbstironie pflegen.

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    315 Beiträge seit 07.08.2023

    Antwort auf Re: Wie wärs mal wieder mit Satire? von Aristipp.

    Aristipp schrieb am 09.09.23 02:17:

    über den aktuellen Zeitgeist

    Den einen Zeitgeist gibt es nicht: da ist der Zeitgeist a la Grüne usw. und der Zeitgeist a la AFD usw. Beide sind mit ca. 50% zurzeit aktuell, gerade die AFD bietet sich aber wegen der Dummheit ihrer Kandidaten und Wähler eher für Satire an. Rechte Satire ist leider meistens wenig witzig (da sind Dieter Nuhr und diese Frau deren Name ich vergessen habe noch echte Highlights), ich kann mir auch schlecht vorstellen, daß ein Höcke oder ein Maaßen Selbstironie pflegen.

    Allein Miss Baerbock würde genug Satire bieten um ganze Bücher zu füllen. Soviel zum Thema Dummheit. Auch gibt es keine rechte Satire, ebenso wie es keine linke gibt.

    Aber davon mal abgesehen, gibt es eben nur einen Zeitgeist. Und wo früher sich getraut wurde eben diesen Zeitgeist satirisch zu zeichnen, findet das heute praktisch nicht mehr statt.

    Ein Diss gegen Andersdenkende und politische Gegner, ist nun mal keine Satire. Hat nichts mit Satire zu tun, sondern ist einfach nur ein hofieren.

    Und führt irgendwann zur Langeweile. Die einen sind gelangweilt, weil eh nur "satirisch" gesagt wird, was sie ohnehin schon wissen (Ja ja, die dummen Kandidaten und Wähler *hust), die anderen wenden sich angewidert ab.

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    45 Beiträge seit 12.08.2022

    Antwort auf Re: Wie wärs mal wieder mit Satire? von Malcom.

    Wo genau wird denn bei der Titanic (oder meinetwegen beim Postillon) die Politik hofiert?

    Weil beide Magazine zufällig keine Querdenker waren und die AfD offensichtlich noch weniger mögen, als die etablierten Kasper, sind es bereits Systemlinge?

    So einfach kann die Welt sein?

    In meiner Welt jedenfalls, lese ich in beiden Blättern jedenfalls genug gegen alle Parteien und alle Religionen. Nur natürlich über die Linke weniger , aber die kennt ja auch bald keiner mehr.

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    • Malcom

    315 Beiträge seit 07.08.2023

    Antwort auf Re: Wie wärs mal wieder mit Satire? von lukan.

    lukan schrieb am 09.09.23 18:46:

    Wo genau wird denn bei der Titanic (oder meinetwegen beim Postillon) die Politik hofiert?

    Weil beide Magazine zufällig keine Querdenker waren und die AfD offensichtlich noch weniger mögen, als die etablierten Kasper, sind es bereits Systemlinge?

    So einfach kann die Welt sein?

    In meiner Welt jedenfalls, lese ich in beiden Blättern jedenfalls genug gegen alle Parteien und alle Religionen. Nur natürlich über die Linke weniger , aber die kennt ja auch bald keiner mehr.

    Ich nehme gerne Belege zum letzten satirischen Beitrag über Habeck, Baerbock oder ganz allgemein linksgrüne Politik. Oder auch über eine "Minderheit", Gendern, "Klimaschutz" (Gänsefüsschen durchaus beabsichtigt). Und ich meine wirkliche Satire, kein vorsichtiges Witzeln.

    Nicht missverstehen (wird es ohnehin wohl), es kann gerne soviele satirische Beiträge über den / die politischen Gegner geben oder was das betrifft über die pösen Querdenker, solange die eigene Seite eben auch ihr Fett weg bekommt (Gelegenheiten gibt's da zur genüge). Ist das nicht der Fall, was es aktuell eben nicht im Fall der Satire in Deutschland ist, hat es zumindest ein gewisses Geschmäckle um nicht zu sagen, dass man sich den Vorwurf ein Systemling zu sein, dann auch gefallen lassen muss.

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    45 Beiträge seit 12.08.2022

    Antwort auf Re: Wie wärs mal wieder mit Satire? von Malcom.

    Satire ist nicht unpolitisch oder zwangsläufig nihilistisch. Das heißt grundsätzlich über den Klimawandel lustig machen sich schon die Aluhüte genügend, welche witze sollte man darüber machen als

    "Klimaforscher warnen: Eisschmelze bedroht geheime Nazi-Basis in der Antarktis"?

    Denn das Anliegen ist tatsächlich dass etwas passiert, weil nicht genügend (vernünftiges)
    Aber sich kritisch mit der eigenen Szene auseinandersetzen(Klimakleber die selbst in den Urlaub fliegen), dass passiert durchaus:

    https://www.der-postillon.com/2023/02/privaturlaub.html?m=1

    Und da haben wir etwas aktuelles unbequemes über den SPD Kanzler

    https://www.der-postillon.com/2023/09/scholz-sturz.html

    Und Habeck hatte die Titanic öfters im Visier und auch sehr unter der Gürtellinie. Was genau suchst du? Etwas was auf deiner politischen Linie liegt? Denn klar, Titanic hat traditionell einen sozialistischen und der Postillon einen linksliberalen Einschlag.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (09.09.2023 21:17).

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    315 Beiträge seit 07.08.2023

    Antwort auf Re: Wie wärs mal wieder mit Satire? von lukan.

    lukan schrieb am 09.09.23 21:17:

    Satire ist nicht unpolitisch oder zwangsläufig nihilistisch. Das heißt grundsätzlich über den Klimawandel lustig machen sich schon die Aluhüte genügend, welche witze sollte man darüber machen als

    "Klimaforscher warnen: Eisschmelze bedroht geheime Nazi-Basis in der Antarktis"?

    Denn das Anliegen ist tatsächlich dass etwas passiert, weil nicht genügend (vernünftiges)
    Aber sich kritisch mit der eigenen Szene auseinandersetzen(Klimakleber die selbst in den Urlaub fliegen), dass passiert durchaus:

    https://www.der-postillon.com/2023/02/privaturlaub.html?m=1

    Und da haben wir etwas aktuelles unbequemes über den SPD Kanzler

    https://www.der-postillon.com/2023/09/scholz-sturz.html

    Und Habeck hatte die Titanic öfters im Visier und auch sehr unter der Gürtellinie. Was genau suchst du? Etwas was auf deiner politischen Linie liegt? Denn klar, Titanic hat traditionell einen sozialistischen und der Postillon einen linksliberalen Einschlag.

    Ich frage nochmal, wann gab's den letzten satirischen Beitrag zu linksgrüner Politik oder zu grünen Politiker*innen. Selbst die Titanic hat sich da immer zurück gehalten, wie alle anderen auch.

    Gerade mal fix gegoogelt, immerhin gab es seitens der Titanic einige Beiträge zu Habeck. Und die Beiträge überflogen. Alles seeeeeehr vorsichtig formuliert, immer mit Verweis auf "die Anderen" (insbesondere FDP natürlich), nun ja.

    Das fällt auf, nicht mir persönlich, sondern allgemein. Diese Unausgewogenheit erklärt in meinen Augen eben den Niedergang der Satire (die eigentlichen Gründe, zuvorderst fehlende Kritikfähigkeit und mangelnde Differenzierung vieler links-grüner Menschen, stehen auf einem anderen Blatt).

    Wenn es denn mal satirische Beiträge eben gibt, sind diese seeeehr vorsichtig. Als ob man das eigene Nest nicht beschmutzen will.

    Und ich wiederhole nochmal, von mir aus darf der politische Gegner gerne sein Fett wegbekommen, aber die eigene Seite eben auch.

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    45 Beiträge seit 12.08.2022

    Antwort auf Re: Wie wärs mal wieder mit Satire? von Malcom.

    Welche Skandale gab es denn von Habeck in der letzten Zeit, die man Satirisch verwerten könnte?

    Das woran ich much erinnere, waren die Gas Deals und das wurde thematisiert.

    Und das woran ich mich von der Titanic über Habeck erinnere, war nicht gerade seichte kritik, eher geschmackloser Tiefschlag, aber verbunden mit allgemeiner ernsthafter Kritik an der Heuchelei des Grünbürgerlichen Millieus.

    Und zum Kritik am eigenen Lager habe ich Beispiele gebracht. Klimakleber etwa.

    Und ansonsten zu Baerbock auf die schnelle:
    https://www.der-postillon.com/2023/01/baerbock-spezialoperation.html?m=1

    Es gibt genug. Es gibt sicher auch tendenzen die eigene Leserschaft nicht zu sehr zu verprellen, aber grundsätzlich geht es gegen alle Skandale der Politik.

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    315 Beiträge seit 07.08.2023

    Antwort auf Re: Wie wärs mal wieder mit Satire? von lukan.

    lukan schrieb am 09.09.23 22:34:

    Welche Skandale gab es denn von Habeck in der letzten Zeit, die man Satirisch verwerten könnte?

    Das woran ich much erinnere, waren die Gas Deals und das wurde thematisiert.

    Und das woran ich mich von der Titanic über Habeck erinnere, war nicht gerade seichte kritik, eher geschmackloser Tiefschlag, aber verbunden mit allgemeiner ernsthafter Kritik an der Heuchelei des Grünbürgerlichen Millieus.

    Und zum Kritik am eigenen Lager habe ich Beispiele gebracht. Klimakleber etwa.

    Und ansonsten zu Baerbock auf die schnelle:
    https://www.der-postillon.com/2023/01/baerbock-spezialoperation.html?m=1

    Es gibt genug. Es gibt sicher auch tendenzen die eigene Leserschaft nicht zu sehr zu verprellen, aber grundsätzlich geht es gegen alle Skandale der Politik.

    Was das verprellen der eigenen Leserschaft betrifft, könntest recht haben. Allerdings wird diese eben durch besagte Unausgewogenheit verprellt.

    Ich geb zu, dass ich früher mal gern Postillion gelesen habe, bis da eben auch der politische Zeitgeist Einzug gehalten hat.

    Dein Postillion-Beitrag ist da ein gutes Beispiel. Da wurde nämlich nicht etwa das vollkommen inadequate Verhalten von Frau Baerbock satirisch aufgearbeitet (Was hätte man aus diesem Blödsinn von wegen Russland ruinieren alles satirisch machen können), sondern vielmehr Russland durch den Kakao gezogen. Sicherlich ist das auch Satire, aber eben wieder mal nur gegen den Gegner.

    Wie ich schrieb, ist mein Eindruck, dass man das Nest nicht beschmutzen möchte.

    Zu Postillion sei gesagt, bis um 2015 waren sie echt eine tolle Seite, da gab's Satire für und gegen Alle. Dann fand irgendwie ein Wechsel in der Redaktion statt, und ab diesem Zeitpunkt war Postillion auch nur noch ein weiteres Sprachrohr des Zeitgeistes (den wohlbemerkt, was immer spürbarer wird, nur eine kleine, aber sehr laute Minderheit lebt).

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    • w-j-s

    mehr als 1000 Beiträge seit 24.11.2005

    Satire hat auch die Regierung zu kritisieren

    Antwort auf Re: Wie wärs mal wieder mit Satire? von Aristipp.

    Und diese Bundesregierung bietet mit ihren Gesetzen, die gut gemeint sind, aber schlecht gemacht, genug Anlass für ätzende Kritik.

    Ferda Ataman, Sven Lehmann liefern Steilvorlagen ab.

    Ich fand Dieter Nuhr früher nicht sonderlich lustig. Aber mittlerweile schon.

    Einen Shitstorm erntete er, als eine gewisse Ricarda Lang Tipps für gesunde Ernährung gab und er einfach feststellte, dass das Realsatire sei. Realsatire wie Eheunterricht von einem katholischen Pfarrer. (Diese Einordnung ist von mir, nicht von Nuhr).

    Titanic kritisiert die Regierung nicht da, wo sie Mist baut.

    Titanic sieht mir auch nicht so aus, als wäre sie noch das Sprachrohr der PARTEI.

    Die PARTEI zog vor vier Jahren erstmals mit zwei Abgeordneten ins Europaparlament ein. Und da es bei der Wahl keine 5%-Hürde gab, gestehe ich, sie gewählt zu haben. (Ich wählte sie auch bei der letzten Bundestagswahl, weil ich mich von keiner der Parteien mit Fraktionsstärke im Bundestag vertreten fühlte und der SSW in Baden-Württemberg leider keine Liste für Exil-Dänen und ihre Sympathisanten aufstellte).

    Ein gewisser Nico Semsrott zog als zweiter auf der Liste ins EP. Semsrott schloss sich anders als Martin Sonneborn der Grünen-Fraktion im EP an. Und als Sonneborn sich einmal nicht woke genug äußerte, überwarf er sich mit ihm, wenn ich es richtig in Erinnerung habe.

    Sonneborn ist brillant, er ist zynisch, sarkastisch, politisch klassisch links, aber er ist weder politisch korrekt noch folgt er sprachlich der Woko Haram.
    Semsrott dagegen versuchte, wie die Titanic jetzt auch, politisch korrekte Satire. D.h. entsprechend der woken Opferpyramide darf man nur Witze über jene machen, die in dieser Opferpyramide unten stehen. Völlig tabu ist Kritik an den Widersprüchen der woken Agenda.

    Semsrott ist nicht lustig und nicht witzig.
    Die Titanic ist nicht lustig und nicht witzig.

    Semsrott überwarf sich mit Sonneborn, weil dieser den bekannten Umstand persiflierte, dass "Asiatinnen und Asiaten" (O-Ton "Die Zeit und der Zeiter") kein R aussprechen könnten. Das sei ja so etwas von rassistisch.

    Ist es nicht. Außerdem geht es nicht um Asiaten, sondern Chinesen.

    Chinesische Muttersprachler mit Chinesisch als einziger Sprache können R und L nicht gut auseinanderhalten, weil in ihrer Sprache ein Konsonant vorkommt, der für die Ohren von Europäern irgendwie wie ein fusioniertes r/l klingt. R und L fallen also zusammen und das Gehirn ist bei solchen Leuten so verdrahtet, dass es R und L nicht getrennt wahrnimmt. Das gilt für alle, die mit Chinesisch als erster und einziger Sprache aufwachsen, was aber in der Regel fast nur Chinesen in China sind, nicht Chinesen etwa aus Singapur. Die müssen auch Englisch von Anfang an lernen.

    US-Amerikaner (mit Englisch als einziger Sprache) und Engländer, nicht aber Schotten, haben Schwierigkeiten mit dem ch-Laut, wie er in Loch Ness, Don Juan oder Buch vorkommt. Ein déjà vu können sie auch in der Regel nicht korrekt sprechen. Ü gibt es im Englischen nicht. Dass viele Deutsche, vor allem ältere, Schwierigkeiten mit den beiden Varianten des th haben, ist ihnen vielleicht nicht bewusst. Aber den deutschen Akzent, selbst bei korrekterm th, hört man meist sofort, wenn Deutsche versuchen, Englisch zu sprechen. Nein, nicht bei UvdL. Die kann es richtig. I zink, zat ze Germans ... so wird von den Briten gerne der deutsche Akzent persifliert.
    Das ist dann aber kein Rassismus, weil Deutsche ja weiß sind. Roberto Blanco hat das ja sogar im Namen.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (10.09.2023 07:00).

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