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  • Goerlitzer

mehr als 1000 Beiträge seit 30.11.2007

Sonderwirtschaftszonen i.d. östlichen EU und die Rolle der US-Finanzinvestoren

Leider geht der Autor darauf nicht ein.

Durch den Angliederung der Länder Ost-Mitteleuropas hat die EU einen Niedriglohn-Gürtel in direkter Nachbarschaft hinzugewonnen. Das Lohnniveau in Polen, der Slowakei und Ungarn bewegt sich bei 30-40% des deutschen. In Tschechien ist es etwas höher.

Für die niedrigen Löhne im Osten ist die EU nur bedingt verantwortlich zu machen. Dass speziell in Polen weiterhin über das ganze Land verteilte Sonderwirtschaftszonen existieren, die den dort angesiedelten Unternehmen Steuerfreiheit bzw. hohe Steuernachlässe gewähren, ist ein glatter Vorstoss gegen das EU-Wettbewerbsrecht. Die EU hat den Fortbestand der SWZ immer wieder verlängert, weil dort einflussreiche EU-Konzerne, wie Volkswagen, Ikea, MAN, BASF u. a., neben den niedrigen Löhnen eben auch die Steuervorteile nutzen können.

Eine wichtige Rolle bei der Verlagerung deutscher Industrieunternehmen spielen US-Finanzinvestoren. Ohne Bindung an Land bzw. Region wie auch die Arbeitnehmer sind sie inzwischen zum bestimmenden Faktor in der deutschen Wirtschaft geworden. 281 Unternehmen der Elektroindustrie, 250 Unternehmen des Maschinenbaus, 183 der Chemiebranche und 99 des Automobilsektors sind 2021 in US-amerikanischer Hand gewesen (Quelle: Die Deutsche Wirtschaft). In die mittelständischen Industrieunternehmen kaufen sich zunehmend Private-Equity-Gesellschaften ein, die auf kurzfristigen Rückfluss des eingesetzten Kapitals orientiert sind und kein Interesse an Standortsicherung haben. Zerlegen, verlagern, verhökern ist ihre Prämisse. Die deutschen Medien schweigen sich zumeist über die Rolle der US-Finanzinvestoren aus.

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