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  • Bigbirl

mehr als 1000 Beiträge seit 07.08.2021

Was bitte ist denn links?

Nach meinem Verständnis doch wohl die Kampforganisation der Arbeiterklasse, die das Ziel hat, den Kapitalismus abzuschaffen. Insofern sind weder die Post 68er, - Grüne, die Linke etc. - auch nur ansatzweise links, da sie nicht der Arbeiterklasse angehören. Links wären für mich etwa die Gelbwesten in Frankreich. Die Partei „Die Linke“ ist wie „Die Grünen“ eine bürgerliche Partei, ohne irgendeine von einem proletarischen Standpunkt aus gesehen, politische Relevanz. Mit und ohne Sarah Wagenknecht.

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  • Avatar von NoPropa
    • NoPropa

    28 Beiträge seit 20.08.2022

    Antwort auf Was bitte ist denn links? von Bigbirl .

    Die Beurteilung hängt ein wenig vom Standpunkt der eigenen Sichtachse ab. Links ist zu allererst ein Sammelbegriff verschiedener Strömungen jenseits volkspolitischer Ansichten der tendenziell mehrheitsfähigen Mitte (seit geraumer Zeit sind das liberale Denkmuster) - neudeutsch Mainstream, und auf der gegenteiligen Achse zu Bürgerlichen, Konservativen und Nationalisten befindlich. Dazu zählen auch der Ihrem Verständnis nach geäußerten revolutionären Kampforganisationen der Arbeiterklasse. Im politischen Alltag sind jene Kräfte derzeit außerhalb der Wahrnehmung und politischen Einflussnahme vorzufinden. Vorhandene, von sich reden machende linke Kräfte sind heute vorwiegend sozialdemokratisch geprägt, nicht zu verwechseln mit den sich selbst schimpfenden Sozialdemokraten der SPD, was beileibe leere Bekundungen darstellen. Zu Zeiten von Künast und Trittin galten die Grünen als links, heute sind deren Nachfolger bürgerlich-konservativ einzuschätzen. Ihre Frage ist demnach folgendermaßen zu beantworten. Linke sind sozialstaatliche Akteure im real existierenden kapitalistischen System. Es geht um Anpassung & Reformen, um ein Gegengewicht zu Marktradikalen & überbordenden Einflüssen der Besitzenden. Das System überwinden wollen die Wenigsten, wenngleich Systemkritik als Voraussetzung gilt Exzesse des Turbo- oder Kasinokapitalismus einzudämmen. In der Partei Die Linke sitzen allerdings immer mehr Liberale, sogenannte Linksliberale (welche zunehmend das Label "links" für sich einfordern und andersdenkende Linke klassischer Natur mit seltsamen Sprachregelungen (Nationalkonservative etc.) ins rechte Lager verklären. Linksliberale sind von der neoliberalen Doktrin stark beeinflusst. Dazu kommen dann noch klassische Neoliberale und liberale Öko-Aktivisten. Kurzum, die Linkspartei ist höchstens noch zu 1/4 eine linke Partei. Ich hatte mich erst vorhin zu den einzelnen Flügeln geäußert. Ansonsten war links über Jahrzehnte ein Sinnbild für das Aufbrechen alter Denkmuster, dem Neuem aufgeschlossen gegenüberstehend. Und freilich, jetzt kommen Sie ins Spiel, es stand lange Pate für den befreienden Kampf der Arbeiterklasse, endend in der Sackgasse von Sozialismus u. Kommunismus. Bis heute fehlt der Strömung ein neuer Denkanstoß abseits dieser Sackgasse. Daher sind sie auch in die Bedeutungslosigkeit abgesunken. Dabei wäre der Gedanke an die Schweiz als modifizierte Räterepublik gar nicht so fern um als Vorbild zu dienen.

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