Viele, die mit KI "was machen" oder einfach nur davon hören, die haben leider ein bisschen eine falsche Vorstellung davon, was KI ist und was KI so macht. Und was KI macht, das ist eben nicht denken - erst recht nicht logisch denken.
Denn die KI ist einfach nur eine statistische Mustererkennung, die letztendlich versucht in einem Datenrauschen irgendwelche bekannten Muster zu erkennen und diese erkannten Muster dann nach Wahrscheinlichkeiten einzuordnen. So dass die KI dann z.B. einen Baum als solchen erkennen kann - oder einen weinenden Menschen in einer Kriegsszenerie.
Oder aber (im Fall der generartiven KI) erstellt die KI aus einem Katalog von Mustern und anhand von Wahrscheinlichkeiten eben Muster. Dann kann sie z.B. das Bild einer stolzen Eiche auf einer Sanddüne zusammensetzen. Oder aber sie kann ein Bild zusammensetzen, das einen weinenden Menschen mit glänzernder Nylon-Daunenjacke in einer Kriegsszenerie aus dem 2. Weltkrieg dar stellen könnte (mit einer hohen Wahrscheinlichkeit).
Das Ding ist aber, dass die KI erst mal nicht im geringsten versteht, was sie da eigentlich macht. Schließlich werden da einfach Statistiken mittels neuronaler Netzwerke abgewogen. Weswegen sie auch nicht wissen kann, dass die Person in der Kriegsszene so offensichtlich ein logischer Fehler ist, genau wie die Eiche am karibischen Strand. Und dass Menschen keine 6 Finger und keine 3 Beine haben, das weiß die KI auch nicht. Auch wenn ChatGPT 3 mit rund 175 Mrd künstlichen Neuronen hier in der Anzahl die Anzahl der Neuronen eines Menschenhirns übersteigt.
Aber gerade bei Neuronalen Netzen wie KI oder Gehirnen ist nicht nur die Anzahl der Neuronen entscheidend - es kommt vor allem auf die Vernetzung der Neuronen untereinander an. Und da ist eben das Menschenhirn noch deutlich besser vernetzt und dadurch deutlich leistungsfähiger als z.B. ChatGPT-3. Zudem wird das Menschenhirn nicht nur mit ein paar Millionen Faktoren für eine kurze Zeit trainiert - es wird von Geburt an täglich mit einer wahnsinnig hohen Flut an Sinneseindrücken und Ereignissen trainiert - und optimiert und reorganisiert sich jede Nacht selbst neu. Und erst nach so 12 bis 16 Jahren ist ein Menschenhirn überhaupt in der Lage wirklich abstrahiert zu denken. Einige Menschen (gar nicht mal so wenige...) erlernen das abstrakte Denken dabei überhaupt nie wirklich vollständig, die bleiben fast ganz im konkreten Denken verhaftet.
Und bis ein Mensch erst mal z.B. 15 Jahre alt ist, ist er schon über 54000 Stunden lang intensivst mit einer Vielzahl von ständig auf ihn einprasselnden Faktoren trainiert worden. Und hat diese über mehr als 30 000 Stunden lang dann im Schlaf auch intensiv verarbeitet und dabei sein Gehirn immer wieder neu intern vernetzt und verbunden.
Wobei dann selbst ein 15-Jähriger Mensch eigentlich immer noch höchst unreif ist, in geistiger Hinsicht, er ist auch dann immer noch mitten in der geistigen Entwicklung (auch Bedingt durch hormonelle Aktivitäten, die sich auch auf das Hirn auswirken). Erst mit so 18 bis 25 Jahren, bei manchen erst mit 30 Jahren ist bei den Menschen überhaupt die Geistige Reifung auf einem Stadium angelangt, das man als "annähernd abgeschlossen und voll entwickelt" bezeichnen kann.
Wir werden also wohl erst sehen können ob die KI tatsächlich menschliches Vermögen und menschliche Fähigkeiten ersetzen kann, wenn die Modelle irgendwann mal ähnlich intensiv trainiert wurden wie ein 25 Jahre alter Mensch. Bis jetzt hat die KI jedenfalls nicht mal die Fähigkeiten eines Kleinkindes, kann kaum mehr machen als reine, recht einfache Statistikabschätzungen von irgendwelchen erkennbaren Mustern. Und das wird wohl auch noch ein paar Jahre so bleiben.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (08.10.2023 14:44).