...dann differenziert man nicht zwischen Rechtskonservativen und Rechten, auch nicht zwischen Vorbehalten gegenüber der durchaus vorhandenen "Cancel Culture" und dem berühmten "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen" vom rechten Stammtisch. Alle Politiker mit populistischen Allüren in einen Topf zu werfen, ist wohl auch eher kontraproduktiv. Auf diese Weise spielt man das Spiel der Rechten mit, und das gewinnen die.
Der TP-Autor ist nicht der erste, der darauf gekommen ist, Wagenknecht, Palmer, Sarrazin und Maaßen weitgehend unterschiedlos zu betrachten. Erst gab es einen Artikel in der Zeit, dann im ÖR-TV (ich meine, es war in der Kulturzeit auf 3sat). Ich finde das ziemlich beunruhigend.
Man muss mit Wagenknecht ja nicht unbedingt einer Meinung sein, aber einen Kopp macht sie sich schon, das hat durchaus Substanz. Kam von Maaßen überhaupt schon mal was Substantielles?
Palmer scheint sich in der Rolle des Ausnahmepolitikers und Außenseiter-Grünen zu gefallen; dafür überschreitet er gerne auch mal Grenzen - nach meinem Eindruck überwiegend deshalb, um sein Image zu putzen. Aus Sarrazins "Meisterwerk" "Deutschland schafft sich ab" spricht eine ganz andere Motivation: Letzten Endes geht es darum, die Privilegien des obersten Prozents zu schützen, indem der Begriff "Ausbeutung" frech umgedreht wird: Nicht die da oben beuten euch aus, sondern die H4-Empfänger und Migranten... und das hat tatsächlich funktioniert.
Differenzieren sollte man schon, sonst wird nix besser.