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  • kemmerich

mehr als 1000 Beiträge seit 11.02.2020

Wenn man Rechtspopulisten helfen will...

...dann differenziert man nicht zwischen Rechtskonservativen und Rechten, auch nicht zwischen Vorbehalten gegenüber der durchaus vorhandenen "Cancel Culture" und dem berühmten "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen" vom rechten Stammtisch. Alle Politiker mit populistischen Allüren in einen Topf zu werfen, ist wohl auch eher kontraproduktiv. Auf diese Weise spielt man das Spiel der Rechten mit, und das gewinnen die.

Der TP-Autor ist nicht der erste, der darauf gekommen ist, Wagenknecht, Palmer, Sarrazin und Maaßen weitgehend unterschiedlos zu betrachten. Erst gab es einen Artikel in der Zeit, dann im ÖR-TV (ich meine, es war in der Kulturzeit auf 3sat). Ich finde das ziemlich beunruhigend.

Man muss mit Wagenknecht ja nicht unbedingt einer Meinung sein, aber einen Kopp macht sie sich schon, das hat durchaus Substanz. Kam von Maaßen überhaupt schon mal was Substantielles?

Palmer scheint sich in der Rolle des Ausnahmepolitikers und Außenseiter-Grünen zu gefallen; dafür überschreitet er gerne auch mal Grenzen - nach meinem Eindruck überwiegend deshalb, um sein Image zu putzen. Aus Sarrazins "Meisterwerk" "Deutschland schafft sich ab" spricht eine ganz andere Motivation: Letzten Endes geht es darum, die Privilegien des obersten Prozents zu schützen, indem der Begriff "Ausbeutung" frech umgedreht wird: Nicht die da oben beuten euch aus, sondern die H4-Empfänger und Migranten... und das hat tatsächlich funktioniert.

Differenzieren sollte man schon, sonst wird nix besser.

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    • unbekannter Benutzer

    452 Beiträge seit 24.02.2018

    Antwort auf Wenn man Rechtspopulisten helfen will... von kemmerich.

    kemmerich schrieb am 19.05.2021 10:30:

    ...dann differenziert man nicht zwischen Rechtskonservativen und Rechten, auch nicht zwischen Vorbehalten gegenüber der durchaus vorhandenen "Cancel Culture" und dem berühmten "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen" vom rechten Stammtisch. Alle Politiker mit populistischen Allüren in einen Topf zu werfen, ist wohl auch eher kontraproduktiv. Auf diese Weise spielt man das Spiel der Rechten mit, und das gewinnen die.

    Der TP-Autor ist nicht der erste, der darauf gekommen ist, Wagenknecht, Palmer, Sarrazin und Maaßen weitgehend unterschiedlos zu betrachten. Erst gab es einen Artikel in der Zeit, dann im ÖR-TV (ich meine, es war in der Kulturzeit auf 3sat). Ich finde das ziemlich beunruhigend.

    Man muss mit Wagenknecht ja nicht unbedingt einer Meinung sein, aber einen Kopp macht sie sich schon, das hat durchaus Substanz. Kam von Maaßen überhaupt schon mal was Substantielles?

    Palmer scheint sich in der Rolle des Ausnahmepolitikers und Außenseiter-Grünen zu gefallen; dafür überschreitet er gerne auch mal Grenzen - nach meinem Eindruck überwiegend deshalb, um sein Image zu putzen. Aus Sarrazins "Meisterwerk" "Deutschland schafft sich ab" spricht eine ganz andere Motivation: Letzten Endes geht es darum, die Privilegien des obersten Prozents zu schützen, indem der Begriff "Ausbeutung" frech umgedreht wird: Nicht die da oben beuten euch aus, sondern die H4-Empfänger und Migranten... und das hat tatsächlich funktioniert.

    Differenzieren sollte man schon, sonst wird nix besser.

    Ja, die Identitätspolitik ist einfach genial für die Rechtskonservativen. Zum einen, weil durch die Identitätspolitik die Linken (allgemein gesprochen) in kleine Gruppen (Minderheiten) fragmentiert werden, die große Gruppe der Mehrheit hingegen sich in dieser Minderheitenpolitik nicht wiederfindet, somit sich von diese Kräften abwendet und die Rechtskonservativen sich als vermeintlich einzige Alternative anbietet.

    Der Höhepunkt des absurden ist es, wenn eigene, verdiente Sozialdemokraten (Thierse) oder Sozialisten (Wagenknecht) von den eigenen Parteimitgliedern angefeindet werden.

    Oder auch, dass z.B. die Antifa inzwischen selbst Ausgangssperren durch die Staatsmacht verteidigen. In den 80er Jahren wäre diese Bewegungen auf die Strasse gegangen und hätte sich das nicht gefallen lassen.

    Die Gewinner der Identitätspolitik sind damit die Rechtskonservativen, die linken Kräfte werden geschwächt. Das ist auch das Ziel der ganzen Sache.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (19.05.2021 11:51).

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  • Avatar von archenoe
    • archenoe

    mehr als 1000 Beiträge seit 05.02.2004

    Antwort auf Wenn man Rechtspopulisten helfen will... von kemmerich.

    kemmerich schrieb am 19.05.2021 10:30:

    ...dann differenziert man nicht zwischen Rechtskonservativen und Rechten, auch nicht zwischen Vorbehalten gegenüber der durchaus vorhandenen "Cancel Culture" und dem berühmten "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen" vom rechten Stammtisch. Alle Politiker mit populistischen Allüren in einen Topf zu werfen, ist wohl auch eher kontraproduktiv. Auf diese Weise spielt man das Spiel der Rechten mit, und das gewinnen die.

    Der TP-Autor ist nicht der erste, der darauf gekommen ist, Wagenknecht, Palmer, Sarrazin und Maaßen weitgehend unterschiedlos zu betrachten. Erst gab es einen Artikel in der Zeit, dann im ÖR-TV (ich meine, es war in der Kulturzeit auf 3sat). Ich finde das ziemlich beunruhigend.

    Man muss mit Wagenknecht ja nicht unbedingt einer Meinung sein, aber einen Kopp macht sie sich schon, das hat durchaus Substanz. Kam von Maaßen überhaupt schon mal was Substantielles?

    Palmer scheint sich in der Rolle des Ausnahmepolitikers und Außenseiter-Grünen zu gefallen; dafür überschreitet er gerne auch mal Grenzen - nach meinem Eindruck überwiegend deshalb, um sein Image zu putzen. Aus Sarrazins "Meisterwerk" "Deutschland schafft sich ab" spricht eine ganz andere Motivation: Letzten Endes geht es darum, die Privilegien des obersten Prozents zu schützen, indem der Begriff "Ausbeutung" frech umgedreht wird: Nicht die da oben beuten euch aus, sondern die H4-Empfänger und Migranten... und das hat tatsächlich funktioniert.

    Differenzieren sollte man schon, sonst wird nix besser.

    Ja, ja, Differenzierung ist geboten, aber nach Differenzierung kann dennoch festgestellt werden, wie die Sarrazins, Maaßens, Palmers und Wagenknechts in (ungewollter!?) Arbeitsteilung die Rechtsdrift beschleunigen.

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  • Avatar von Emma Peel
    • Emma Peel

    mehr als 1000 Beiträge seit 21.03.2016

    Antwort auf Wenn man Rechtspopulisten helfen will... von kemmerich.

    ... muss man der AfD Alleinstellungsmerkmale verschaffen. Diese erzeugt die Cancel Culture spielend, indem sie sich von allem, was die AfD sagt, abgrenzt oder diese negiert.

    Die AfD ist für die Aufhebung der Sanktionen gegen Syrien - alle andere Parteien äussern sich empört.

    Die AfD findet die Grundrechtsdemos gut - alle anderen Parteien sind entsetzt

    Die AfD ist gegen offene Grenzen - fast alle Parteien distanzieren sich

    Die AfD will diplomatisch mit Russland umgehen - sofort sind alle dagegen

    Für die Klimapolitik gilt das sowieso, auch für die Einwanderungspolitik etc. Um die parlamentarische Überlebensfähigkeit der AfD braucht man sich bei soviel Hilfe keine Sorgen zu machen.

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  • Avatar von Gerardo
    • Gerardo

    mehr als 1000 Beiträge seit 19.03.2019

    Antwort auf Re: Wenn man Rechtspopulisten helfen will... von archenoe.

    Weil Ungarn seine Grenzen schützt: EU-Kommission prüft Sanktionen gegen Budapest
    https://zuerst.de/2021/05/26/weil-ungarn-seine-grenzen-schuetzt-eu-kommission-prueft-sanktionen-gegen-budapest/

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