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mehr als 1000 Beiträge seit 05.02.2004

Ethnopluralismus, Kulturalismus, linke Identitätspolitik, Wagenknecht

Wahrscheinlich wird hier mal wieder am Tag nach Erscheinen eines Artikels nicht nennenswert weiterdiskutiert, was übrigens zeigt, worum es hier vielen nicht geht.

Dennoch, vielleicht schaut jemand hinein.

1970er Jahre: Ethnopluralismus, Kulturalismus als Modernisierung des biologistischen Vernichtungsrassismus
https://de.wikipedia.org/wiki/Ethnopluralismus
Jahrtausenwende ff.: Auf-/Umbau rechter Bewegungen
https://de.wikipedia.org/wiki/Identitäre_Bewegung

Linke Identitätspolitik vs. Klassenkampf?
https://www.deutschlandfunk.de/linke-identitaetspolitik-partikularinteressen-versus.1184.de.html?dram:article_id=438586
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1152007.identitaetspolitik-linke-sprachlosigkeit.html

Wagenknecht bestätigt Konicz:
https://web.de/magazine/politik/wahlen/bundestagswahl/sahra-wagenknecht-viertel-einheimische-minderheit-35809050

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (19.05.2021 09:33).

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    • Suicido

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.01.2010

    Antwort auf Ethnopluralismus, Kulturalismus, linke Identitätspolitik, Wagenknecht von archenoe.

    archenoe schrieb am 19.05.2021 09:32:

    Wagenknecht bestätigt Konicz:
    https://web.de/magazine/politik/wahlen/bundestagswahl/sahra-wagenknecht-viertel-einheimische-minderheit-35809050

    Es war klar, dass irgendwer auf das letzte Wagenknecht-Interview anspringt, ohne über den Kernsatz auch nur im Ansatz nachdenken zu wollen.

    Es sollte keine Viertel geben, wo Einheimische die Minderheit sind.

    Jede/s/r, der/die/das diesem Satz nicht zustimmt, unterstützt die massive Ausbreitung von Subkulturen und begeht damit Verrat an der eigenen Bevölkerung, denn er/sie/es gefährdet damit hochgradig die freiheitlich demokratische Grundordnung, weil sich diese Subkulturen ihren eigenen Rechtsraum schaffen, der nicht im Einklang mit dem gültigen Rechtssystem steht*.
    Die Zustände in Frankreich sollten ein warnendes Beispiel dafür sein.

    Integration kann man nicht mit/in Subkulturen vollziehen!

    *) Bitte darüber nachdenken, wieso es in Deutschland mitllerweile so viele Waffenverbotszonen gibt, warum diese eingerichtet werden müssen und welche Bevölkerungsstruktur dort ansässig ist bzw. häufig auffällig wird.

    Ergänzung:
    Ist es nicht Aufgabe der Linken Kräfte, sich für alle(!) Betroffenen so einzusetzen, dass es gar nicht erst zur Bildung von Subkulturen kommen kann, dass vernünftig integriert wird und dabei die Leidtragenden falscher Integration (aka die Lobbylosen, Geringverdiener, Kinder und Rentner) mit zu schützen? Diese falsche Integration ist eine der der Ursachen für die immer tiefere Spaltung innerhalb der Bevölkerung und aus meiner Sicht ein Hauptgrund für die von Konicz monierte Rechtsdrift.
    Wagneknecht hat vollkommen recht mit ihrer Analyse der Lifestyle-Linken, denen diese Probleme fremd sind - und Konicz stellt sich mit diesem Artikel selbst das Zeugnis des Lifestyle-Linken aus, der außer einer Kulturdiskussion keinerlei weitere Probleme sieht.

    Da kann Konicz wettern wie er will, sie hat schlicht und ergreifend recht und er hat es einfach nicht verstanden.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (19.05.2021 10:21).

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    • ich_habs_nicht_bestellt

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    Antwort auf Re: Ethnopluralismus, Kulturalismus, linke Identitätspolitik, Wagenknecht von Suicido.

    Suicido schrieb am 19.05.2021 09:57:

    archenoe schrieb am 19.05.2021 09:32:

    Wagenknecht bestätigt Konicz:
    https://web.de/magazine/politik/wahlen/bundestagswahl/sahra-wagenknecht-viertel-einheimische-minderheit-35809050

    Es war klar, dass irgendwer auf das letzte Wagenknecht-Interview anspringt, ohne über den Kernsatz auch nur im Ansatz nachdenken zu wollen.

    Es sollte keine Viertel geben, wo Einheimische die Minderheit sind.

    Jede/s/r, der/die/das diesem Satz nicht zustimmt, unterstützt die massive Ausbreitung von Subkulturen und begeht damit Verrat an der eigenen Bevölkerung, denn er/sie/es gefährdet damit hochgradig die freiheitlich demokratische Grundordnung, weil sich diese Subkulturen ihren eigenen Rechtsraum schaffen, der nicht im Einklang mit dem gültigen Rechtssystem steht*.
    Die Zustände in Frankreich sollten ein warnendes Beispiel dafür sein.

    Integration kann man nicht mit/in Subkulturen vollziehen!

    *) Bitte darüber nachdenken, wieso es in Deutschland mitllerweile so viele Waffenverbotszonen gibt, warum diese eingerichtet werden müssen und welche Bevölkerungsstruktur dort ansässig ist bzw. häufig auffällig wird.

    Frau Wagenknecht hat wie so oft recht mit dieser Aussage.
    Die Frage ist, warum es diese Virtel gibt. Ligt es daran, das die hierher migrierten die Kultur und Ansichten ablehnen und lieber "ihr eigenes Ding" machen wollen oder daran, dass diese bewusst von der Mehrheitsgesellschaft ausgegrenzt werden.

    Integration ist nie einseitig. Sie muss natürlich von der migrierenden person gewollt sein, die muss aber auch von der Mehrheitsgesellschaft gefördert und eingefordert werden, auch von Mitmenschen. Von dem her sind da eigentlich beide Seiten gefragt.

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    • kleinrudi

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    Antwort auf Re: Ethnopluralismus, Kulturalismus, linke Identitätspolitik, Wagenknecht von ich_habs_nicht_bestellt.

    Die Frage ist, warum es diese Virtel gibt. Ligt es daran, das die hierher migrierten die Kultur und Ansichten ablehnen und lieber "ihr eigenes Ding" machen wollen oder daran, dass diese bewusst von der Mehrheitsgesellschaft ausgegrenzt werden.

    Meine "Theorie" dazu ist, daß die Mieten dort niedriger sind und die Gehälter dieser Leute niedriger sind. Man kann dies eventuell als "Ausgrenzung durch die Mehrheitsgesellschaft" ansehen.

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  • Avatar von Great White Handkerchief
    • Great White Handkerchief

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    Antwort auf Re: Ethnopluralismus, Kulturalismus, linke Identitätspolitik, Wagenknecht von kleinrudi.

    kleinrudi schrieb am 19.05.2021 10:56:

    Die Frage ist, warum es diese Virtel gibt. Ligt es daran, das die hierher migrierten die Kultur und Ansichten ablehnen und lieber "ihr eigenes Ding" machen wollen oder daran, dass diese bewusst von der Mehrheitsgesellschaft ausgegrenzt werden.

    Meine "Theorie" dazu ist, daß die Mieten dort niedriger sind und die Gehälter dieser Leute niedriger sind. Man kann dies eventuell als "Ausgrenzung durch die Mehrheitsgesellschaft" ansehen.

    Es ist aber auch eine gewisse Bequemlichkeit. Wenn ich im Stadtviertel fast nur Menschen meiner Sprache und Kulturkreises habe, muss ich mir keinen Stress machen mit der Sprache und Kultur des Gastlandes.

    Zur Grundschulzeit meines Sohnes hatte ich mich mal mit einer russlanddeutschen (wobei das 'deutsch' wohl ziemlich überdehnt war) Mutter unterhalten.
    Die erzählte mir, dass sie nach ihrer Ankunft in der Stadt zunächst in einem Viertel landete, das quasi als russisches Ghetto bekannt ist. Sie hat dann alle Hebel in Bewegung gesetzt eine Wohnung in einem heterogeneren Stadtteil zu bekommen.
    Es ist also ein gewisses Maß an Willen zur Integration nötig, damit diese funktioniert.

    GWH

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  • Avatar von ich_habs_nicht_bestellt
    • ich_habs_nicht_bestellt

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    Antwort auf Re: Ethnopluralismus, Kulturalismus, linke Identitätspolitik, Wagenknecht von Great White Handkerchief.

    Great White Handkerchief schrieb am 19.05.2021 11:10:

    kleinrudi schrieb am 19.05.2021 10:56:

    Die Frage ist, warum es diese Virtel gibt. Ligt es daran, das die hierher migrierten die Kultur und Ansichten ablehnen und lieber "ihr eigenes Ding" machen wollen oder daran, dass diese bewusst von der Mehrheitsgesellschaft ausgegrenzt werden.

    Meine "Theorie" dazu ist, daß die Mieten dort niedriger sind und die Gehälter dieser Leute niedriger sind. Man kann dies eventuell als "Ausgrenzung durch die Mehrheitsgesellschaft" ansehen.

    Es ist aber auch eine gewisse Bequemlichkeit. Wenn ich im Stadtviertel fast nur Menschen meiner Sprache und Kulturkreises habe, muss ich mir keinen Stress machen mit der Sprache und Kultur des Gastlandes.

    Zur Grundschulzeit meines Sohnes hatte ich mich mal mit einer russlanddeutschen (wobei das 'deutsch' wohl ziemlich überdehnt war) Mutter unterhalten.
    Die erzählte mir, dass sie nach ihrer Ankunft in der Stadt zunächst in einem Viertel landete, das quasi als russisches Ghetto bekannt ist. Sie hat dann alle Hebel in Bewegung gesetzt eine Wohnung in einem heterogeneren Stadtteil zu bekommen.
    Es ist also ein gewisses Maß an Willen zur Integration nötig, damit diese funktioniert.

    GWH

    Klingt plausibel. Ich kenne aus meinem "Dorf" in dem ich aufwuchs Leute, die dort schon seit 30 Jahren leben aber weder die deutsche Sprache sprechen noch sich irgendwie an den Aktivitäten der Gemeinschaft vor Ort beteiligen.
    Es gibt aber auch Menschen die zwar anfänglich eher schlecht als recht deutsch sprechen sich aber dennoch bemühen Anschluss zu finden und sich zu beteiligen. Da habe ich persönlich zumindest erlebt, dass diesen Menschen dann auch von den anderen Bewohnern eher geholfen wird und das eine Integration stattfindet.

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  • Avatar von Struppi1
    • Struppi1

    mehr als 1000 Beiträge seit 30.03.2005

    Holzschnittartige, vordefiniterte akademische Ideologie. Pro Wagenknecht

    Antwort auf Ethnopluralismus, Kulturalismus, linke Identitätspolitik, Wagenknecht von archenoe.

    archenoe schrieb am 19.05.2021 09:32:

    Wahrscheinlich wird hier mal wieder am Tag nach Erscheinen eines Artikels nicht nennenswert weiterdiskutiert, was übrigens zeigt, worum es hier vielen nicht geht.

    Dennoch, vielleicht schaut jemand hinein.

    Ich bin immer ein grosser Freund davon "die andere Meinung" zu verstehen, daher lese ich vieles dem ich nicht zustimme. Du zeigst sehr schöne Beispiele dafür. Leider läßt meine Zeit nicht zu alles zu lesen. Der DLF Artikel ist extrem lang, trotzdem hat er mich interessiert weil er vom Duktus zeigt wie diese Seite tickt.

    Linke Identitätspolitik vs. Klassenkampf?
    https://www.deutschlandfunk.de/linke-identitaetspolitik-partikularinteressen-versus.1184.de.html?dram:article_id=438586

    Das ist ein großartiges Beispiel wie Studenten der Geisteswissenschaften so von ihrer Hybris überzeugt sind, dass sie mit Holzschnittartigen Bildern und mit vielen Worten ein recht eindimensonales Weltbild rechtfertigen.

    Es wimmelt darin von Strohmännern, die die andere Position darstellen sollen, aber im Grunde nur die eigenen Vorurteile bekräftigen, um dann aus diesen selbstkonstruierten "Gegenargumenten" eine sehr enge Weltsicht aufzubauen.

    Das klingt dann für viele nach einem toleranten, offenen Sichtweise und für vieles was einfach "gut" ist, dabei wird es nirgendwo im Ansatz klar worum es denn konkret geht.

    Es wird z.b. andauernd von "Rechten" gesprochen, ohne einmal zu sagen wo diese denn nicht gewährt werden.

    Auch dieses immer wiederkehrende mittlerweile immer mehr Menschen ermüdende Behauptung der unterdrückten Frau, was wie eine Religionsthese nicht widersprochen werden kann, wird nicht aufgelöst.

    Auch der Rassismus wird in eine Pauschalität definiert und dann als Einzigartigkeit für Ünterdrückung behauptet, die völlig ausser acht läßt das jeder Mensch im Laufe seines Lebens negative Erfahrungen im sozialen Umgang mit anderen Menschen macht. Und das diese oft eher in soziokulturellen Ursachen liegen, als an irgendwelchen historisch gewachsenen Politischen Überzeugungen.

    Sowas läßt sich z.b. damit klarer darstellen: Wer als Ü50 in deutschland aufgewachsen ist, hat in seiner Kindheit in den seltesten Fällen Kontakt mit fremden Kulturen oder Hautfarben gehabt. Ich hatte in meiner (Real-)schulkarriere auf ca. 6 unterschiedlichen Schulen nicht einen Mitschüler der nicht in D geboren ist. In diesem Umfeld waren Ausländer/Schwarze Menschen nie Thema. Daher gab es auch keinerlei Rassismus oder die Notwendigkeit sich von Menschen abzugrenzen. Und da das gesellschaftliche Umfeld sich in den 70'ern wandelte, war die Neugier auf das Fremde größer als die Ablehnung.
    (Anmerkung: Das ist so gemeint, das die Abwertung von anderen Menschen in vielen Köpfen in den 50'ern noch vom 3.Reich geprägt war, was wir als Jugendliche noch durchaus zu spüren bekamen, aber in den Schulen waren die meisten Nazilehrer ab Mitte der 70'er weg.)

    Trotzdem gab es Mobbing wegen Äußerlichkeiten (Brillenschlange) oder die Kinder aus dem Nachbardorf wurden mit Steinen beworfen. Aber daraus sind keine Fackelaufzüge gegen Untertupfingen entstanden.

    Doch worum geht es dem Artikel? Was soll denn konkret erreicht werden?

    Ich kann solche Aussagen einfach nicht folgen:

    ... Wenn der Sozialismus erst mal da wäre, hieß es, würde sich auch die Unterdrückung der Frauen von selbst erledigen - sie sei eben nur ein Nebenwiderspruch. Eine Prognose, die sich bekanntlich nicht bewahrheitet hat.

    Ist das "bekannt"? wem?
    Wo werden Frauen konkret "unterdrückt"? Von wem?
    Wo ist der Sozialismus da?
    An keiner Stelle gibt es ein Beispiel darüber was die Autoren sich unter "Unterdrückung" vorstellen und von wem sie fordern diese zu beenden. Mir, und vermutlich vielen anderen auch, wird nicht klar an wen sich diese Klassenkämpfer eigentlich wenden.

    Völlig abstrus wird es dann, wenn diese versuchen sich selbst als Teil des Klassenkampf zu definieren

    Lenin und Georg Lukács, Rosa Luxemburg und Antonio Gramsci, alle namhaften marxistischen TheoretikerInnen machten sich ausführliche Gedanken zum Klassenbewusstsein - also zur Frage, wie sich die ArbeiterInnenklasse identitätspolitisch formieren kann und soll.

    In dieser Tradition stehen auch die heutigen linken Identitätspolitiken, die seit den 1960er-Jahren im Kontext der Neuen Linken entstanden sind.

    Humpf?
    Tatsächlich bin ich theoretisch nicht wirklich bewandert aber frage mich beim lesen dieser Zeilen: Na und?

    Während man Lenin im Kontext der russichen Politik durchaus einen gewissen Einfluss zusprechen könnte - auch da kenne ich nicht die Theoretischen Details, halte aber die sowjetische Revolution für einen Erfolg für die Menschen, Inwieweit aber seine Identitätspolitischen Überlegungen diese beeinflusst haben, entzieht sich meinen Kenntnissen.

    Aber der Einfluss deranderen genannten dürfte auf unsere heutige Politik eher so bei Null liegen und vor allem eher aus einem jugendlichen Schwärmen bestehen. Das diese in einem Artikel des Staatsfunk erwähnt werden wirkt auf mich eher belustigend als eine glaubwürdige politische Abhandlung.

    Ein weitere Beispiel einer unaufgelösten Behauptung folgt dann auf den Fuß:

    "Der Vorwurf, Identitätspolitik sei partikularistisch und würde damit den Universalismus der Kämpfe um soziale Gerechtigkeit unterminieren, verkennt den ursprünglichen Impuls vieler sozialer Bewegungen, die heute als 'identitätspolitisch' gelabelt werden."

    Damit soll die Aussage "[d]ie Autorinnen Dowling, van Dyk und Graefe stellen fest " untermauert werden. Aber was ist denn der "ursprüngliche[n] Impuls"? (Der Schreibfehler stammt aus dem Orginal)
    Und vor allem wie kommen die Autoren auf den Schluss, dass jemand etwas "verkennt"?

    Das sind alles diese "ich denke richtig und die anderen falsch"-Masche, die weder die Positionen der anderen wirklich versucht nachzuvollziehen und selbst keine neue Logik aufbaut.

    Ich kann daher auch mit solchen Sätzen nichts Anfangen:

    Noch einmal anders formuliert: Linke Identitätspolitik benennt blinde Flecke und fordert Gerechtigkeit für alle. Sie zielt darauf ab, die kollektiven Erfahrungen von Menschen einzubeziehen, die in den großen Erzählungen von der Menschheit oder der Arbeiterklasse nicht vorkommen: etwa die Erfahrungen von schwarzen, lesbischen Frauen, um auf das Beispiel des Combahee River Collective zurückzukommen

    Welche "blinde Flecken"? Welche Forderungen?
    Dann wird dieses Diversitätsbild konstruiert, wo jede marginale als Definitionselement für eigene Identäten benutzt wird. Ohne zu bemerken, dass gerade in den "kollektiven Erfahrungen" oft der Aussenseiter das Besondere, die Avantgarde ist. Das heißt in der Wahrnehmung der meisten Menschen sind die Erzählungen von Randgruppen exotisch und damit größer als sie in Wirklichkeit sind. Diese Exotik wird heute aber von den gleichen Leuten dann weg definiert oder sogar ins Gegenteil konstruiert, wie z.b. die "blackfacing" Debatte. Wo der Versuch den anderen in die eigenen Erzählungen einzubauen und durch das einbinden in verschiedene Erzählformen darzustellen, pauschal als abwertend behauptet wird.

    Ich könnte diesen Aufsatz noch endlos weiter kritisieren, ich finde ihn furchtbar, aber wichtig weil er diese chimäre der Identitätspolitik in seiner Absurdität und Hybris deutlich zeigt. Aber abschliessend noch einen Satz, weil du Wagenknecht im Titel erwähnst, sie tun es indirekt auch:

    Aber das ist durchaus ein weiteres Problem gegenwärtiger Identitätspolitiken von links: die politische Haltung in den Hintergrund treten zu lassen und dabei die identitätsstiftenden Merkmale zu feiern.

    Das ist eine der Kernaussagen in Wagenkenchts Buch.

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    • Alex Riemenschneider

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    Re: Re: Ethnopluralismus, Kulturalismus, linke Identitätspolitik, Wagenknecht

    Antwort auf Re: Ethnopluralismus, Kulturalismus, linke Identitätspolitik, Wagenknecht von Suicido.

    Suicido schrieb am Heute, 09:57:

    Es sollte keine Viertel geben, wo Einheimische die Minderheit sind.

    Jede/s/r, der/die/das diesem Satz nicht zustimmt, unterstützt die massive Ausbreitung von Subkulturen und begeht damit Verrat an der eigenen Bevölkerung, denn er/sie/es gefährdet damit hochgradig die freiheitlich demokratische Grundordnung, weil sich diese Subkulturen ihren eigenen Rechtsraum schaffen, der nicht im Einklang mit dem gültigen Rechtssystem steht*.

    Dann viel Spaß dabei, manche westdeutsche Stadtviertel von Ostdeutschen zu befreien (oder oberbayrische Dörfer von „Zuagroaßten“).

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (19.05.2021 12:02).

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    • Suicido

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    Antwort auf Re: Re: Ethnopluralismus, Kulturalismus, linke Identitätspolitik, Wagenknecht von Alex Riemenschneider.

    Alex Riemenschneider schrieb am 19.05.2021 12:02:

    Suicido schrieb am Heute, 09:57:

    Es sollte keine Viertel geben, wo Einheimische die Minderheit sind.

    Jede/s/r, der/die/das diesem Satz nicht zustimmt, unterstützt die massive Ausbreitung von Subkulturen und begeht damit Verrat an der eigenen Bevölkerung, denn er/sie/es gefährdet damit hochgradig die freiheitlich demokratische Grundordnung, weil sich diese Subkulturen ihren eigenen Rechtsraum schaffen, der nicht im Einklang mit dem gültigen Rechtssystem steht*.

    Dann viel Spaß dabei, manche westdeutsche Stadtviertel von Ostdeutschen zu befreien (oder oberbayrische Dörfer von „Zuagroaßten“).

    Umgekehrt sieht es genauso aus: Es gibt im Osten ebenfalls genügend Viertel, wo man überwiegend westdeutsches Volk finden kann - meist sind es Villengegenden, wo "dor Wässieh" sich niederließ.

    p.s.: Und eine Art Subkultur lässt sich da auch beobachten. Man ist halt "gern unter Seinesgleichen"...

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (19.05.2021 12:10).

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    • Struppi1

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    und am ende noch die Hämmer

    Antwort auf Holzschnittartige, vordefiniterte akademische Ideologie. Pro Wagenknecht von Struppi1.

    Jetzt habe ich den Artikel bis zum Ende gelesen und da kommen dann noch mal zwei richtig dumme aussagen.

    Zunächst wird das, was soziale Kämpfe in der Vergangenheit durch Solidarität und Gemeinschaft bisher erreicht hat negiert

    Solidarität ist nämlich gar nicht unbedingt der Zusammenhalt all jener, die ähnliche Erfahrungen mit Diskriminierung oder die gleichen Probleme haben. Solidarität muss sich überhaupt nicht auf gemeinsame Erfahrung beziehen, betont die afroamerikanische Kulturwissenschaftlerin bell hooks in ihrem Buch "Black Looks" schon 1992.Sie "kann sich auf das politische und ethische Verständnis von Rassismus und die Absage an Dominanz gründen.

    Das eine US Amerikanerin das behauptet ist zwar verständlich. Da die dortigen Arbeiterbewegungen in den 20'ern massiv bekämpft und im weiteren Verlauf durch raffinierte Schachzüge marginalisiert wurden. Es ist also aus einer historischen Unkenntnis heraus druchaus nachvollziehbar, aber schon die These das Solidarität mit Diskriminierung und Rassismus zu tun haben muss, zeigt die verquere Sicht dieser Menschen.

    Solidarität habe ich mit allen Menschen, weil ich allen Menschen ein Leben wünsche, dass ich als ausreichend und lebenswert halte. Diese begründet sich nicht aus ethischer oder kulturellen Erfahrungen, sondern bezieht sich politisch nur auf ökonomische Erfahrungen.

    Ethisch und Kulturell kann ich (und erwarte dies auch von anderen) mit grosser Vielfalt und Unterschieden leben und erwarte dort eher das gegenteil von Solidarität. Jeder kann kulturell machen was er möchte. Ich solidarisiere mich bei diesem Aspekt nur mit Menschen die mir nahe stehen.

    Das ist auch das Grundproblem der identitären Politik, die gefährliche Vermischung von Politik und Kultur. Damit werden autoritären Konzepten die Türen weit aufgestossen. Wenn ihr allen erzählt was sie zu tun und wie sie zu leben haben, wen sie nicht ablehnen dürfen, dann werden die, die eine andere Lebensvorstellung haben, genau solche Forderungen aufstellen. Und wir erleben genau das, was in den USA aktuell abgeht und bei uns sich entwickelt. Einen Kulturkampf, der die Politik in ein autoritäres Minenfeld verwandelt und dem Staat immer mehr Rechte gibt in unser aller Leben einzugreifen.

    Dazu passt dann der letzte Satz:

    An diesem Glauben daran, dass auch mächtige und privilegierte Menschen sich von Unrecht distanzieren können, lohnt es sich, festzuhalten. Er ist ein nicht bloß normatives, sondern auch ein praktisch-politisches Ideal, das darauf elementar angewiesen ist, dass der Glaube an eine bessere Welt existiert.

    Nein, es ist kein Ideal.
    Es zeigt das Kernproblem dieser Aktivisten. Es geht um "mächtige" und "privilegierte", genau das was Frauenquoten ausdrücken und massive Förderungen von akademischen Stiftungen, die in allen Bereichen eine Deutungshoheit übernehmen, dass die tatsächlich marginalisierten Menschen, die nicht studieren, die arbeiten gehen oder die am Rande der Gesellschaft leben müssen, in der Öffentlichkeit keine Stimme mehr haben. Ich fühle mich nicht von 20% Juristen oder 80% Akademikern vertreten, egal ob die sich von "Unrecht" distanzieren. Wobei ich mich Frage, wer das nicht tut und wieso die Forderung von etwas was man selbst nicht tut zu distanzieren, für eine gesellschaftliche Debatte förderlich ist. Da wird ein weiteres Problem deutlich, denn diese Distanzierungen sind ein steter Begleiter in linken Kreisen und sollen immer wieder eine politische Reinheit erzeugen, die für mich genau so ideologisch wirken wie die der Rechten.

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