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  • orwelline84

8 Beiträge seit 21.02.2024

die 50/50 Gesellschaft

In der guten alte BRD wurde vor 89/90 gern von der 2/3 Gesellschaft gesprochen.
Die Erzählung lautete, das es 2 Dritteln der Bevölkerung gut gehe, wirtschaftlich sozial. Dem 3. Drittel wurde gern nachgesagt, das Bildungsdefizite, prekäre Herkunft u.ä. an ihrem Status schuld sei, aber niemand in Deutschland durchs soziale Netz falle. Auch für dieses Drittel bestünden Aufstiegschancen und die Möglichkeit der sozialen Teilhabe.

Solange es freie und kostenlose Ausbildung , Sozialhilfe mit Sondertöpfen für Kleidung und Möbel, kostenlose Zahnärztliche Versorgung auch für die abeitende Bevölkerung gab wurde Armut des letzten Drittels im öffentlichen Raum nicht sichtbar.

Irgendwann Ende der 80er las ich mal die Warnung, das wenn aus der 2/3 Gesellschaft erst mal die 50/50 Gesellschaft geworden wäre, eine Krise der parlamentarischen Demokratie anbrechen wird.

Wenn sich der Teil der Bevölkerung, dem es materiell und seine Freiheitsrechte betreffend, nicht mehr durch demokratische Wahlen immer wieder seine gleiche bürgerlichen Mehrheiten wählen könne, ja dann stünde das Ende der Demokratie auf der Tagesordnung.

Da zur Zeit sichtbar ist, das der Zustand erreicht ist, und die immer Gleichen nicht automatisch auf den Regierungssitzen Platz nehmen werden, herrscht Panik.
Jedes noch so schlechte Rezept wie man den prekären Mob, der bald droht sich zu artikulieren, klein und stimmlos zu halten, wird jetzt ausprobiert.

Natürlich steht nicht der Bundespräsident vor den Kameras und sagt uns ins Gesicht, das die Demokratie leider abgeschafft werden muss, um die jetzt noch Vermögenden zu schützen, Nein, Nein.

Es werden viele kleine Massnahmen sein, kleine tägliche Giftdosen, bis sich die Demokratie dem Freitod hingibt.

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