netzgruft schrieb am 25.10.2023 09:43:
So wie es sich derzeit entwickelt wird die Ukraine wohl auf sehr lange Zeit nie imstande sein, die von Russland besetzten Gebiete (Donbass) zurückzuerobern, geschweige den die Krim (die sich bereits Anfang der 199x unabhängig von der Ukraine erklärt hat)
Das kann wohl passieren - so wie Russland aber gleichzeitig nicht in der Lage sein wird, den Konflikt zu seinen Gunsten zu lösen.
Daraus resultierend wird die Ukraine auch auf sehr lange Zeit niemals in die NATO oder die EU aufgenommen werden, trotz alle Lippenbekenntnisse der Politiker wird keiner das Risiko eingehen sich einen ständigen Unruheherd ins Haus zu holen und dann noch gefangen in diesem Boot mitzurudern.
Das allerdings hätte man auch ohne den Krieg haben können. Die Separatistengebiete hätten gereicht und wären bedeutend billiger für Moskau gewesen. Und die andere Seite der Medallie ist ja logischerweise, dass sich Moskau diesen Unruheherd bereits ins Haus geholt hat, nicht wahr?
So gesehen hat Russland auf längere Sicht das meiste erreicht was es wollte auch ohne das es in der Ukraine "siegen" muss:
- Ukraine wird weder Mitglied der Nato noch der EU
Siehe oben, wären sie eh nicht
- Die Nato wird permanent materiell geschwächt durch die Unterstützung der Ukraine
Dummerweise Russland aber ebenso. Da ja bekannt ist wer mehr Material hat, ist auch klar bei wem die relative Schwächung übler ausfällt. Bei der NATO wohl eher nicht. Soldaten verliert auch nur Russland, oder Einrichtungen auf russischem Boden etc. pp.. Dazu muss man bedenken, dass die NATO zu grossen Teilen nur Altbestände liefert, die eh entsorgt worden wären. Das Kronjuwel und wesentlichstes Element Luftwaffe wird gar nicht angegriffen. Ganz anders auf russischer Seite, wo man bereits einige schwer ersetzbare Schiffe verloren hat, einen grossen Teil der Kampfhubschrauberflotte, viele Flugzeuge....
- Die Nato wie auch die EU wird intern durch immer größer werdende Diskrepanzen zwischen den einzelnen Mitgliedsländern geschwächt und auseinander getrieben
Auch das gilt eher stärker für Russland, denn da sterben ja real viele Menschen. Armenien wäre da ein Beispiel für die Schwächung des russischen Bündnis.
Ansonsten wollen offensichtlich eher mehr als weniger Länder zur NATO (Finnland, Schweden) und Putin hat die "hirntote" Nato geeint und wiedervereinigt. Nunja
- Die wirtschaftliche Lage der Länder, die die Ukraine unterstützen wird permanent schlechter
Siehe oben. Der relative Anteil der Kosten an der Gesamtwirtschaft ist nur ein Bruchteil dessen was es in Russland ist.
- Der Einfluss der Nato und der EU (bzw der dazugehörigen Länder) auf den Rest der Welt nimmt permant ab, da sich die anderen Länder der Welt mehr und mehr von diesen Organisationen entfernen/entfremden
Na Russland macht sich mit seinem Vorgehen noch weniger Freunde... ...
- Russland baut seinen Einfluss aufgrund der Borniertheit der EU und Nato Ländern in anderen Teilen der Welt kontinuierlich aus (siehe Afrika)
Mal sehen wie lange die sich das leisten können. Mit so einem Krieg ist man schnell überdehnt - siehe Armenien.
Darüber hinaus noch folgendes:
- Die Nato und EU treiben Russland kontinuierlich in die Arme und immer größer werdende Abhängigkeit von China. Russland das größte Land der Erde und damit mit den meisten vorhandenen Bodenschätzen(!)
Na da der Westen eh massiv abhängig ist von China (und andersrum) tut das nur bedingt weh.
Also, beenden wird diese zutiefst schädliche "Nibelungentreue" mit der Ukraine und besinnen uns wieder auf uns selber und lassen uns von der Ukraine nicht weiter nach unten ziehen
Tja DAS sollte man sich mal in Russland sagen. Die ganze Argumentation läuft nämlich darauf hinaus, dass Russland sich massiv selber schädigt, um die NATO auch ein bisschen zu schädigen. Eher kein smarter Kurs...
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (25.10.2023 11:13).