Ja, man kann eine Wassermühle auch in die Wüste bauen und sich dann wundern, warum man da jetzt überhaupt gar kein Wasser zum Betrieb der Mühle hat. Dann kann man natürlich laut plärren, dass man doch das Wasser einer bewohnten Oase in etwas Entfernung kompliziert zur Wassermühle hinleiten könnte, auch wenn es den Menschen dort dann wahrscheinlich fehlen könnte. Egal, die Wirtschaft geht schließlich immer vor. Und weil diese ganze komplexe Zuleitung dann irgendwann versiegt und mit viel Investionsaufwand erweitert werden muss, sind die Produkte natürlich teuer und nicht konkurrenzfähig. Dann ist es doch ein leichtes, von den durstenden Bewohnern der angezapften Oase eine kleine Unterstützung zu fordern, so dass der top ausgeklügelte Prozess sich auch rechnet und Produkte weiter wettbewerbsfähig bleiben. Schließlich arbeiten ja auch zwei, drei der hundert Einwohner der Oase in der Wassermühle. Und die wollen doch sicherlich ihren Arbeitsplatz behalten. Oder?!
Alternativ sucht man sich für die Wassermühle einfach einen vernünftigen Standort an einem großen Fluss, stellt dort günstig die für diesen Standort passenden Produkte her, ohne den Wettbewerb zu verzerren und schädlich in den Markt einzugreifen und gründet in der Wüstengegend eben einen anderen, dort besser geeigneten Betrieb.
So sieht es jedenfalls Jedes Standardwerk für BWL und VWL vor. Klar gibt es strategische Produkte, da will man, trotz höherer Kosten, nicht zwingend vom Ausland abhängig sein, aber gerade scheint es mir, dass man eher die Unfähigkeit und den Unwillen, sich an veränderte Marktsituation anzupassen, durch Subventionen schützen lassen möchte. Wer verbietet es denn den energieintensiven Industrien, eigene Kraftwerkparks für ihre Werke aufzuziehen? Warum können das die Amerikaner und Chinesen und was weiß ich wer? Und warum nötigt man hierzulande die Bürger, viel Geld für die Energiewende zu zahlen, die Lichter umzurüsten und besser gar nicht einzuschalten, um individuell 100 kWh im Jahr zu sparen, während die energieintensive Industrie Megawattstunden verbrät, die sie auch noch von ihren Arbeitskräften subventioniert bekommen. Muss man das alles verstehen?
Unsere Stahl- und Aluminiumindustrie steht industriehistorisch sinnvollerweise genau dort, wo auch viel Energie direkt unter der Schuhsohle lag. Naja, hätte man intensiv an der Entwicklung effizienter Schadstoffabscheidungen gearbeitet, wäre man in dem Bereich vielleicht heute sogar Weltmarktführer in dem Bereich und könnte weiterhin problemlos - bis zum Ende der Kohle - damit arbeiten. Ah, nee, zu aufwändig, zu kompliziert, zu teuer. Außerdem wofür? Wir haben ja jetzt Gas vom Onkel P. Damit halten wir locker die Emissionsvorgaben ein und können weiter bequem unseren Gewinn ohne Investitionen in eine Zukunft mehren. Zudem zahlen uns ja die dämlichen Bürger einen großen Teil unserer Stromkosten. Das haben wir über die Politik so eingetütet. Warum also irgendwas machen? So und nicht anders lief es über Jahrzehnte.
Tja, Onkel Putin liefert nicht mehr und wir wollen auch nichts mehr von dem Bappsack haben. Kohle klappt nicht, weil zu dreckig... Bleibt nur, weiter beim Strom auf Betteltour zu Kosten der Bevölkerung zu gehen. Nein! Passt euer Geschäft an, dass es am Standort funktioniert oder geht dahin, wo der Betrieb sinnvoll ist. Wenn der Subventionsanteil, den wir Bürger schultern, nämlich den Steueranteil, der wieder ins Land reinvestiert wird, übersteigt, dann werden die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher. Nanu?! Ups, das ist ja genau das, was gerade unsere Gesellschaft massiv zerwirft und für sozialen Sprengstoff sorgt. Hm?! Was nun. So weiter, wie bisher und nicht mehr von selbst lauffähige und annpassungsunfähige Industrien auf Kosten der Bürger am Leben erhalten, oder das Geld gleich sinnvoll in den Aufbau neuer Industrie investieren, die für den Standort schlicht geeignet ist.