Ja, genau. Und wer hat diese Reparationen eingesackt? Der neue "Grosse Bruder" im Osten. Der neue "Grosse Bruder" des westlichen Teils hat ganz bewusst auf solche Sanktionen verzichtet.
Hat er, gewiss, aber imho aus strategischen Gründen. Zum Einen sollte die BRD als buntes Schaufenster in den Westen aufgebaut werden und zum Anderen war und ist doch die BRD der ideale Brückenkopf der USA in Europa.
Ja, fachlich schlecht waren die Ingenieure in der DDR nie. Die hatten auch schon was drauf. Es war halt doch eher das System, das den Innovationsreichtum der Arbeiter ausgebremst aht.
So war es, das System hat so Einiges nicht werden lassen, weil es "von oben" nicht gewollt war. Gibt da genug Beispiele, was in der Schublade verschwand, weil nicht gewollt oder aus Ressourcenmangel wegen Sanktionen nicht umsetzbar. Ich dächte, eine Studie und Pläne zu einem golfähnlichem Auto gab es in Zwickau schon lange, bevor der VW Golf rauskam. Und das ist imho nur ein Beispiel. Rechentechnik ist auch so ein Kapitel, da die DDR alles quasi nochmal neu erfinden musste, was es im Westen schon gab und worauf dort aufgebaut werden konnte, wieder wegen Sanktionen.
Sicher? So wie alle nach der D-Mark gerufen haben?
Sicher? Ja, bin ich mir. Frag mal all die Bürgerrechtler, die unter Risiko von Gefängnis und Repressionen das Ganze angestoßen haben, was deren Vision war.
Und dann frag sie, was die von Gauck halten.
Ich glaube, Du wirst da sehr eindeutige Antworten bekommen.
Der Ruf nach der D-Mark kam erst, als die Wende vereinnahmt und gekapert war.
Bei einigen vielleicht. Aber das hätte eines grundlegenden Systemwechsels bedurft.
Richtig, und so war das ja auch gedacht mit den Reformen.
Ja, ich glaube auch, da wurde Vieles zu schnell abgewickelt. Da ist einiges schief gelaufen. Aber wenn man heute die neue Infrastruktur im "Osten" mit der Infrastruktur im Westen vergeleicht, dann war auch nicht alles für den Osten schlecht nach der Wende....
Das habe ich auch nicht behauptet. Nein, es war nach der Wende einiges gut, was hier passiert ist, aber am Anfang kam erstmal die Abrissbirne (blödes Wortspiel...) und der fiel Etliches zum Opfer, was nicht hätte sein müssen, was aber in Konkurrenz zu Interessen im Westen stand.
Abschließend möchte ich Dir für Deine realistische und sachliche Antwort danken.
Es gibt halt nicht nur s/w sondern das Leben hat viele Facetten.
So, wie es durch die Wende auch beim kleinen Mann Gewinner und Verlierer gab.
Ich war damals Anfang 20 und hatte alle Chancen und hab sie auch genutzt, denke ich.
Mein Schwiegervater war damals Mitte 40, war Meister im Anlagen- und Werkzeugbau, also Spezialist bester Güte, gerade weil die Mangelwirtschaft den Erfindergeist extrem förderte, aber hat nach der Wende kaum noch einen Fuß in die Tür gekriegt, arbeitsmäßig. Sei es drum, er hat die Zeit auch gut über die Runden bekommen und ist seit etlichen Jahren glücklicher Rentner, aber das ging Anderen auch ganz anders.