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  • Martin Peters (1)

69 Beiträge seit 15.12.2022

"Deutschland zuerst. Indien zuerst. Die USA zuerst."

Daß für deutsche (indische, US-) Politiker die Interessen ihres eigenen Landes am wichtigsten sind, ist kein Fehler, sondern gehört zu dem uralten, klassischen Familien-Denken. Die eigene Nation, das ist die erweiterte Familie, der erweiterte Clan.

Nicht umsonst stehen auch im Grundgesetz die Eidformeln der Minister und Beamten, in denen der Vorrang für die eigene Nation zu versprechen ist, in Form von "Schaden wenden, Nutzen mehren". Daß eine schnellere Abkehr von fossilen Energieträgern die eigenen Kosten steigen lässt und Industrien abwandern, ist evident; daher entscheiden die Politiker anderer Länder prioritär für IHR Land. Unsere Regierung sieht das anders.

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Freie Marktwirtschaft geht auch mit strengen ordnungsrechtlichen Vorgaben des Staates, siehe Ludwig Erhard. Und auch frühere US-Regierungen hätten Riesen-Machtkonglomerate wie BlackRock schon frühzeitig verhindert und entflechten müssen, ebenso wie die marktdominierenden Firmen wie Microsoft, Amazon, Google etc. Aber wir sind nicht mehr in einer freien Marktwirtschaft, sondern in einer besonderen Art von StaMoKap. Wenn, wie in Deutschland, die Staatsquote über 50 Prozent liegt, kann man von freiem Markt und ursprünglichem Kapitalismus nicht mehr sprechen.

Es ist ein abartiger Kapitalismus, der neben der Regierungsnähe in den westlichen Staaten ua dadurch gekennzeichnet ist, daß die Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft entkoppelt ist. Dies wiederum entstand daraus, daß Geld zu reichlich und zu billig in die Finanzwirtschaft geflossen ist, die dadurch die Realwirtschaft vergiftet hat: Aktien und Immobilien sind weit überbewertet, weitgehend unabhängig von den erreichbaren Erträgen.

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    • Morgen komm ich dich holen

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.07.2022

    Antwort auf "Deutschland zuerst. Indien zuerst. Die USA zuerst." von Martin Peters (1).

    Venezuela hat eine Staatsquote von 10%, China 33%, nur mal so. Wenn man deiner These folgt, bedeutet die Streichung des Sozialstaates und das Unterlassen von steuerfinanzierter Bildung, dem Unterhalt von Infrastruktur etc, also ein mehr an Marktwirtschaft, bzw, stellt diese erst "wieder" her. Das ist das neoliberale Credo des Nachtwächterstaatsmodell, welches gerne propagiert wird...bis die Banken crashen oder Industrien straucheln, dann will man nix mehr von Staatsquoten wissen und fordert "Rettungsschirme" teils in Billionenhöhe ....

    P.S. dein "uraltes Familiendenken" ist eher ein neuzeitliches Phänomen des aufkommenden Bürgertums, und auch dort mehr Gesellschaftsideologie, als gelebte Praxis.....

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (06.01.2023 15:26).

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    • kmu

    21 Beiträge seit 18.12.2022

    Antwort auf "Deutschland zuerst. Indien zuerst. Die USA zuerst." von Martin Peters (1).

    Martin Peters (1) schrieb am 06.01.2023 14:23:

    Daß für deutsche (indische, US-) Politiker die Interessen ihres eigenen Landes am wichtigsten sind, ist kein Fehler, sondern gehört zu dem uralten, klassischen Familien-Denken. Die eigene Nation, das ist die erweiterte Familie, der erweiterte Clan.

    Ehrlich gesagt habe ich bei vielen deutschen Politikern aber den Eindruck, dass dort das Motto "Die USA zuerst" vorherrscht.

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    • Martin Peters (1)

    69 Beiträge seit 15.12.2022

    Antwort auf Re: "Deutschland zuerst. Indien zuerst. Die USA zuerst." von Morgen komm ich dich holen.

    Ich habe nicht für die Abschaffung der Bildung und nicht gegen den Unterhalt der Infrastrukturen geschrieben.

    Ich meine, daß bei einer Staatsquote von über 50 Prozent nicht mehr von einer kapitalistischen Gesellschaft und - angesichts der vielen Eingriffe in den Markt - nicht von einer freien Marktwirtschaft die Rede sein kann. Das Min. für Arbeit und Soziales hat mit über 160 Mrd. die grössten Ausgaben, mehr als das Achtfache von Bildung und Forschung. (Ok, die Länder geben dazu noch für Schulen aus.)

    Den Umfang der Sozialausgaben halte ich für diskussionswürdig.

    Ausserdem ist festzustellen, daß die Bundesverwaltung unter jeden neuen Regierung weiter aufgebläht wird. Eine schlankere Verwaltung ist nicht unbedingt eine schlechtere. Meine Erfahrung ist, daß bei immer mehr Beamten und Angestellten sich diese gegenseitig beschäftigen.

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