Pressefreiheit heißt nicht, dass jeder in jedem Pressemedium jegliche Ansicht verbreiten können darf. Wenn aber der Staat eine Äußerung verbietet, sollten die anderen Medien diese dokumentieren, weil die Meinungsfreiheit unveräußerlich sein sollte. Aber natürlich kann in jeder Organisation die Organisation bestimmen, was sie verbreitet und fördert. Ein Hundezüchterverein wird sich sicher von jedem trennen, der seine Ansichten über die Hundezucht - die ich für unsinnig halte und daher in keinem solchen Verein bin - nicht teilt. Wenn also ein Presse- oder Medienorgan der Ansicht ist, dass wir in eine Coronadiktatur geraten, ist dass legitim und kann es getrost anderen Medienorganen überlassen, andere Ansichten zu veröffentlichen.
Wenn man Gründe dafür hat, dass wir in einer Diktatur leben, weil etliche Grundrechte verletzt sind, muss man nicht im Krieg sich befinden, weil ja auch durchaus fraglich ist, ob man Diktaturen effektiv durch Krieg bekämpft. Selbst in der Nazidiktatur konnten zivile Proteste, wenn sie denn stattgefunden haben, erfolgreich sein. Immerhin wurde die sogenannte Euthanasie zumindest offiziell beendet, nachdem in einigen Kirchen dagegen gepredigt worden war.
Und ob Rubikon im Modus des Kriegsjournalismus sich befindet, ist eine steile These, wenn man sie nur darauf stützt, dass der Herausgeber seine Linie durchsetzt. Es stellt sich mir sogar die Frage, ob Telepolis sich mit einem solchen Artikel nicht im Kriegsmodus gegen Rubikon befindet....
Im Kriegsjournalismus
-
Antwort auf Im Kriegsjournalismus von Gottfried Scherer.
Gottfried Scherer schrieb am 08.06.2021 08:01:
Pressefreiheit heißt nicht, dass jeder in jedem Pressemedium jegliche Ansicht verbreiten können darf. Wenn aber der Staat eine Äußerung verbietet, sollten die anderen Medien diese dokumentieren, weil die Meinungsfreiheit unveräußerlich sein sollte. Aber natürlich kann in jeder Organisation die Organisation bestimmen, was sie verbreitet und fördert. Ein Hundezüchterverein wird sich sicher von jedem trennen, der seine Ansichten über die Hundezucht - die ich für unsinnig halte und daher in keinem solchen Verein bin - nicht teilt. Wenn also ein Presse- oder Medienorgan der Ansicht ist, dass wir in eine Coronadiktatur geraten, ist dass legitim und kann es getrost anderen Medienorganen überlassen, andere Ansichten zu veröffentlichen.
Wenn man Gründe dafür hat, dass wir in einer Diktatur leben, weil etliche Grundrechte verletzt sind, muss man nicht im Krieg sich befinden, weil ja auch durchaus fraglich ist, ob man Diktaturen effektiv durch Krieg bekämpft. Selbst in der Nazidiktatur konnten zivile Proteste, wenn sie denn stattgefunden haben, erfolgreich sein. Immerhin wurde die sogenannte Euthanasie zumindest offiziell beendet, nachdem in einigen Kirchen dagegen gepredigt worden war.
Und ob Rubikon im Modus des Kriegsjournalismus sich befindet, ist eine steile These, wenn man sie nur darauf stützt, dass der Herausgeber seine Linie durchsetzt. Es stellt sich mir sogar die Frage, ob Telepolis sich mit einem solchen Artikel nicht im Kriegsmodus gegen Rubikon befindet....Rubikon hat ab einen gewissen Punkt soviele, inhaltlich falsche Wahnthesen aufgestellt, verbreitet und zum Exzess getrieben, dass man sich nur mit Abscheu von diesem Produkt abwenden muss.
Ein einfaches Beispiel: wenn du Nachfahre von Überlebenden deutschen Faschismus selbst bist, und Mitglieder deiner Familie im deutschen Faschismus umgebracht worden sind, und dann stellt sich jemand hin, und nutzt diesen Begriff für eine politische Zustandsbeschreibung, die in allem restlos falsch ist, dann begreifst du, dass dieser Charakter keine persönlichen Berührungspunkte mit dem historischen Faschismus hat, keinen Funken historische Bildung über diese Epoche sein eigenen darf und sich Begrifflichkeiten aneignet, die ihm nicht zustehen.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (08.06.2021 08:23).
-
Antwort auf Re: Im Kriegsjournalismus von Gast (12115).
Bin ein Nachfahre einer im Faschismus durch faschistische Maßnahmen geschädigten Familie - halte das aber für überhaupt kein Argument. Meine Vorfahren haben das auch nicht wie eine Monstranz vor sich hergetragen! Wenn Sie einen ironischen Schlenker erlauben: das Erbrecht ist genauso unsinnig wie die in diesem Kontext bedauerlicherweise nicht eingebildete Erbsünde...
-
Antwort auf Re: Im Kriegsjournalismus von Gottfried Scherer.
Gottfried Scherer schrieb am 08.06.21 08:30:
Bin ein Nachfahre einer im Faschismus durch faschistische Maßnahmen geschädigten Familie - halte das aber für überhaupt kein Argument. Meine Vorfahren haben das auch nicht wie eine Monstranz vor sich hergetragen! Wenn Sie einen ironischen Schlenker erlauben: das Erbrecht ist genauso unsinnig wie die in diesem Kontext bedauerlicherweise nicht eingebildete Erbsünde...
Diese Qualifizierung lasse ich in ihrer inhaltlichen Monströstät einfach mal so stehen und mir ist all den Jahrzehnten unter Opferfamilien niemand begegnet, der auch nur annähernd gleiches geäußert hätte.
Schon auf die Idee zukommen, einen "ironische Schlenker" einbauen zu müssen, disqualifiziert all die von Ihnen behaupteten Umstände, die ich für schlichtweg erlogen und ekelhaft halte.
Niemand unter den Opferfamillien würde auf die Idee kommen, die Maßnahmen in der Pandemie in Deutschland und auch weltweit unter "Faschismus" zu subsumieren. Niemand würde das tun, weil schlichtweg etwas verglichen werden soll, was in keinem Vergleich in Form und Inhalt auch nur in Ansätzen in Übereinstimmung zu bringen ist. Diejenigen, die den deutschen Faschismus überlebt haben und ihre Angehörigen in Massengräbern das erinnernde Ehrgefühl erweisen müssen, die dem Erkennen, was sich entwickeln könnte, welches sie aus schlichtem Überlebensdrang in den Familien weitergeben haben, erfüllt es mit Abscheu, wenn sich so ein Otto hinstellt, und von "Corona-Faschismus" schwadroniert.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (08.06.2021 08:59).
-
Antwort auf Re: Im Kriegsjournalismus von Gast (12115).
Ich stelle nur fest, dass Sie doch wohl etwas zu unsachlich geworden sind. Da ich nicht schätze, wenn Kommentare geblockt werden, möchte ich das in Ihrem Fall auch nicht fordern, fände es aber generell sinnvoll, wenn Kommentare nur unter einem richtigen Namen veröffentlicht werden könnten, damit man sich mit solchen völlig unbegründeten Injurien nicht wehren müsste...
-
Antwort auf Re: Im Kriegsjournalismus von Gottfried Scherer.
Gottfried Scherer schrieb am 08.06.21 10:53:
Ich stelle nur fest, dass Sie doch wohl etwas zu unsachlich geworden sind. Da ich nicht schätze, wenn Kommentare geblockt werden, möchte ich das in Ihrem Fall auch nicht fordern, fände es aber generell sinnvoll, wenn Kommentare nur unter einem richtigen Namen veröffentlicht werden könnten, damit man sich mit solchen völlig unbegründeten Injurien nicht wehren müsste...
Keine einzige Vereinigung von Opfern des Faschismus weltweit vertritt die hier von Ihnen mit "Erbsünde" und "ironischen Schlenkern" versehenen Behauptungen: keine Einzige und auch niemand von den dort organisierten Menschen.
Im Gegenteil, jene, die irgendwas von "Corona-Faschismus" vorgeben zu behaupten, werden auf Schärfste für ihre unsäglichen Relativierungen und die Verächtlichmachung der Opfer kritisiert.
Sie sind der Erste, der hier vorgibt, gegenteiliges behaupten zu müssen und haben sich hier entsprechend dargestellt, und diese Darstellung spricht für sich selbst.
Es ist im übrigen historisch falsch zu behaupten und eine schlichte Lüge, dass die T-4 Aktionen wären durch den Protest der Kirchen beendet worden:
das Personal der T-4 Aktionen wurde im Rahmen der beginnenden kriegsbedingten und industriellen Massenvernichtung der Juden, Sklaven und Sinti und Roma abgezogen und dafür eingesetzt. Die T-4 Aktionen an Kindern wurde weiterhin fortgesetzt, ebenso die Vernichtung der Erwachsenen (Aktion 14f13) von 1941 bis 1944.
Nach dem SS-Einheitsaktenplan stand 14f13 für die Vernichtung durch Gas; 14f1 Tod durch Unfall oder Suizid; 14f2 die Vernichtung durch Erschießung; 14f3: Erschießung auf der Flucht; 14f14 die Erschießung sowjetischer Kriegsgefangener; 14h7 die Unfruchtbarmachung der Opfer.
Und Sie wollen ein Nachfahre einer Familie sein, die Opfer des Faschismus geworden ist?
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (08.06.2021 11:43).
-
Antwort auf Re: Im Kriegsjournalismus von Gast (12115).
Sie übergehen Ihre persönlichen Injurien. Damit es auch für Sie
verstehbar wird: Ich weise diese entschieden zurück - und erlaube mir
eine weitere ironische Bemerkung: Ich bedauere, dass es aus der Mode
gekommen ist, sich zu duellieren - das einzige stichhaltige Argument
für ein solches Verbot ist, das Sie auch dann Unrecht hätten, wenn ich
in einem Duell mit Ihnen von Ihnen erschossen werden würde. Aber ganz
ernsthaft:Ich finde es ehrenrührig, dass Sie mir unterstellen, gelogen
zu haben und dass ich die BRD trotz der antigrundrechtlichen
Coronapolitik als faschistisch bezeichnet hätte. Ich finde allerdings,
dass die Corona-Maßnahmen in der BRD ein undemokratisches Ermächtigungsgesetz
hervorgebracht haben, das Gesunde vor Erkrankungen schützen zu wollen
vorgibt, statt sich darauf zu konzentrieren, Erkrankte besser zu
behandeln. -
Antwort auf Re: Im Kriegsjournalismus von Gottfried Scherer.
Gottfried Scherer schrieb am 08.06.21 11:42:
Sie übergehen Ihre persönlichen Injurien. Damit es auch für Sie
verstehbar wird: Ich weise diese entschieden zurück - und erlaube mir
eine weitere ironische Bemerkung: Ich bedauere, dass es aus der Mode
gekommen ist, sich zu duellieren - das einzige stichhaltige Argument
für ein solches Verbot ist, das Sie auch dann Unrecht hätten, wenn ich
in einem Duell mit Ihnen von Ihnen erschossen werden würde. Aber ganz
ernsthaft:Ich finde es ehrenrührig, dass Sie mir unterstellen, gelogen
zu haben und dass ich die BRD trotz der antigrundrechtlichen
Coronapolitik als faschistisch bezeichnet hätte. Ich finde allerdings,
dass die Corona-Maßnahmen in der BRD ein undemokratisches Ermächtigungsgesetz
hervorgebracht haben, das Gesunde vor Erkrankungen schützen zu wollen
vorgibt, statt sich darauf zu konzentrieren, Erkrankte besser zu
behandeln.Ich halte Sie im besten Fall für hochgradig ungebildet und im schlechtesten Fall für einen dreckigen Lügner.
Und ja, auch wenn der Umstand in ihrem kleinen Schädel keinen Platz findet: soziale Gemeinschaften von Menschen - gleich welcher Ausgestaltung - stellen besondere Regeln auf, wenn diese durch Krankheiten bedroht werden. Das war historisch schon immer so und ist in der Gegenwart in allen Gesellschaften auf der ganzen Welt üblich und wird auch in der Zukunft so sein.
Und nein, es gab und gibt es kein "Ermächtigungsgesetz" - wie es auch keinen "Lockdown" gab (2/3 der arbeitstätigen Bevölkerung in Deutschland hat durchweg gearbeitet), der diesen Namen in Form und Inhalt tatsächlich verdient hätte, in der BRD, ein Terminus, der für eine bestimmte Epoche und die Zerschlagung und Zentralisation aller bürgerlicher Staatsgewalten in Deutschland und ihre Reduktion auf den alleinigen Führerbefehl steht.
Selbst Sie konnten ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit im Rahmen der Pandemiemaßnahmen wahrnehmen, wofür Sie im historisch deutschen Faschismus schlichtweg im nächsten KZ gelandet wären.
Existieren die Gerichte der ordentlichen, verwaltungsgerichten und verfassungsgerichtlichen Gerichtsbarkeit nicht mehr?
Existieren die bürgerlichen Parlamente nicht mehr?
Schlichtes "nein": die bürgerliche Gewaltenteilung hat zu jedem Zeitpunkt in der Pandemie immer existiert.
Um es auf den Punkt zu bringen:
Ihr historisches Basiswissen und ihre Fähigkeit des Vergleiches und der politischen und juristischen Einordnung ist sowohl bei der Qualifizierung der T-4 Maßnahmen (Inhalt, Dauer, Umfang) wie auch der Maßnahmen in der Pandemie als "Ermächtigungsgesetz" nicht vorhanden.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (08.06.2021 12:44).
-
Auch wenn ich diese Auffassung nicht teile, ist sie durchaus legitim .........
Antwort auf Re: Im Kriegsjournalismus von Gottfried Scherer.
Ich finde allerdings,
dass die Corona-Maßnahmen in der BRD ein undemokratisches Ermächtigungsgesetz
hervorgebracht haben, das Gesunde vor Erkrankungen schützen zu wollen
vorgibt, statt sich darauf zu konzentrieren, Erkrankte besser zu
behandeln.Das ist, auch wenn ich sie nicht teile, eine durchaus legitime These in einer verdammt schwierigen moralisch-politischen Dilemma - Situation zwischen dem Recht auf (Bewegungs-usw- ) Freiheit und dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit-
Alles natürlich unter der Voraussetzung, dass diese Gefährlichkeit von "Corona" wirklich bzw. faktisch so gegeben ist und diese auch (wissenschaftlich) korrekt dargestellt wird. -
Niemand hat ein (moralisch.) Monopol auf Faschismusvergleiche. Auch Opfer nicht
Antwort auf Re: Im Kriegsjournalismus von Gast (12115).
Ich verstehe die Bedenken ja - aber auch Opfer (des Faschismus) haben kein moralischis oder juristisches " Monopol" auf Faschismusvergleiche.