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  • Goerlitzer

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Findet nicht z. Zt. die "Selbstverteidigung" d. Krim-und Donbass-Bewohner statt?

"Selbstverteidigung" kann man doch nur den ansässigen Menschen betroffener Regionen zugestehen, aber nicht Gebietsfremden als Verteidigern eines Territoriums. Kann das Nagel nicht verstehen?

Auch wenn man die dramatische Eskalation des inner-ukrainischen Konflikts durch Russland eindeutig verurteilt, kann man sich doch nicht vor der Erkenntnis wegducken, dass die russisch-sprachige Bevölkerung der Ukraine nach dem rechten Putsch 2014 einem regelrechten Ethnozid ausgesetzt war und ist. Die ukrainische Nationalidee wurde von radikalen Nationalisten okkupiert. Selbst in Kiew - der Partnerstadt von Nagels Heimatstadt Leipzig - wurden grosse Boulevards nach Faschistenführern wie Schuchewytsch und Bandera benannt. Das von Selenskyj unterschriebene Sprachengesetz soll perspektivisch das Russische aus Schulen und Medien ganz verdrängen. Russisch-sprachige Printmedien dürfen auch in Regionen mit weit überwiegend russisch-sprachiger Bevölkerungsmehrheit nur noch erscheinen, wenn am gleichen Tag eine ukrainisch-sprachige Ausgabe mit gleicher Auflage und gleichem Inhalt erscheint. Kann man sich solche absurde Regelungen für Südtirol, die Schweiz oder Belgien vorstellen?

Die Ukraine, wie sie 1991 in den mehr oder minder willkürlich gezogenen Grenzen der Ukrainischen SSR mit zwei fast gleich grossen Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichem politisch-historischen Verständnis, hätte und hat nur eine Chance als
auf nachhaltige Existenz als strikt föderaler Staat.

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  • Avatar von Pearphidae
    • Pearphidae

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.11.2021

    Re: Findet nicht z. Zt. die "Selbstverteidigung" d. Krim-und Donbass-Bewohner st

    Antwort auf Findet nicht z. Zt. die "Selbstverteidigung" d. Krim-und Donbass-Bewohner statt? von Goerlitzer.

    Gilt der Mord eines Diebes am Eigentümer einer Sache als Selbstverteidigung?

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    • DrM

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    Deutschland marschiert in Italien ein und annektiert den Norden...

    Antwort auf Findet nicht z. Zt. die "Selbstverteidigung" d. Krim-und Donbass-Bewohner statt? von Goerlitzer.

    Goerlitzer schrieb am 09.03.2023 17:33:

    Auch wenn man die dramatische Eskalation des inner-ukrainischen Konflikts durch Russland eindeutig verurteilt, kann man sich doch nicht vor der Erkenntnis wegducken, dass die russisch-sprachige Bevölkerung der Ukraine nach dem rechten Putsch 2014 einem regelrechten Ethnozid ausgesetzt war und ist.

    Erstens war es kein Putsch und zweitens gab es keinen Ethnozid.

    Das von Selenskyj unterschriebene Sprachengesetz soll perspektivisch das Russische aus Schulen und Medien ganz verdrängen.

    Und das hat nach dem russischen Angriff sogar noch weit größeren Rückhalt in der Bevölkerung als vor dem Angriff.

    Russisch-sprachige Printmedien dürfen auch in Regionen mit weit überwiegend russisch-sprachiger Bevölkerungsmehrheit nur noch erscheinen, wenn am gleichen Tag eine ukrainisch-sprachige Ausgabe mit gleicher Auflage und gleichem Inhalt erscheint.

    Das ist aber weit entfernt von Ethnozid, oder?

    Kann man sich solche absurde Regelungen für Südtirol, die Schweiz oder Belgien vorstellen?

    Könnte man sich vorstellen, daß Deutschland eine Invasion Italiens begänne und Südtirol, Venetien, die Lombardei und die Emilia-Romagna mitsamt der Industrie dort annektierte, nur weil Italien eine Faschistin Präsidentin wird und Italienisch als Amtsspache durchsetzte?

    Dabei würden 200.000 bis 300.000 Soldaten sterben und 10.000 Zivilisten und selbst nach einem Jahr würden Raketen- und Drohnenangriffe auf (Heiz-)Kraftwerke in Rom stattfinden...

    Merkst du langsam, wie vollkommen grotesk Russlands "Begründung" für diesen Krieg ist und wie überzogen und barbarisch sein Verhalten?!

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (09.03.2023 19:10).

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  • Avatar von Hagjo1
    • Hagjo1

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.11.2021

    Re: Findet nicht z. Zt. die "Selbstverteidigung" d. Krim-und Donbass-Bewohner st

    Antwort auf Findet nicht z. Zt. die "Selbstverteidigung" d. Krim-und Donbass-Bewohner statt? von Goerlitzer.

    Goerlitzer schrieb am 09.03.2023 17:33:

    "Selbstverteidigung" kann man doch nur den ansässigen Menschen betroffener Regionen zugestehen, aber nicht Gebietsfremden als Verteidigern eines Territoriums. Kann das Nagel nicht verstehen?

    Ich tu mal so, als wenn ich deine Logik unterstütze...
    ...Und dann hast du klar Recht...
    ...bis genau zu dem Punkt, wo ICH keine logische Antwort mehr darauf finde, mit welcher Legitimation dann ausgerechnet "staatsfremde" Truppe den ansässigen Menschen unter die Arme greifen dürften???

    Auch wenn man die dramatische Eskalation des inner-ukrainischen Konflikts durch Russland eindeutig verurteilt, kann man sich doch nicht vor der Erkenntnis wegducken, dass die russisch-sprachige Bevölkerung der Ukraine nach dem rechten Putsch 2014 einem regelrechten Ethnozid ausgesetzt war und ist.


    Bin ich jetzt mal ganz polemisch: Bis zum 24.2.22 lebten diese Ansässigen als Minderheit in einer Demokratie.
    In den letzten 12 Monaten hat vornehmlich genau diese russisch-sprachige Minderheit - wesentlich dank der Artillerie ihrer Befreier- keine Häuser mehr... ...werden als russisches Kanonenfutter verheizt und mit der Kremldoktrin gleichgeschaltet...
    ...aber vielleicht hast du ja Recht und sie freuen sich trotzdem über ihre Befreier, denn garantiert ist ja wohl jeder vergewaltigte, verschleppte, gefolterte, getötete Zivilist in den russisch besetzten Gebieten ein ukrainischer Nazi und kein kremltreuer Russe, der dieses Schicksal -egal, ob Kind, Frau oder Mann- absolut verdient hat, oder?

    ICH wäre ja gerne mal Mäuschen zu erfahren, was sich die russische Minderheit der ukrainischen Bevölkerung gerade wirklich erhofft... ...aber das werden wir beide nie erfahren...
    ...dass können wir nur -mit mehr oder weniger Empathievermögen- unterschiedlich vermuten.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (09.03.2023 20:18).

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  • Avatar von PippiLangstrumpf
    • PippiLangstrumpf

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    Re: Findet nicht z. Zt. die "Selbstverteidigung" d. Krim-und Donbass-Bewohner st

    Antwort auf Findet nicht z. Zt. die "Selbstverteidigung" d. Krim-und Donbass-Bewohner statt? von Goerlitzer.

    Goerlitzer schrieb am 09.03.2023 17:33:

    Auch wenn man die dramatische Eskalation des inner-ukrainischen Konflikts durch Russland eindeutig verurteilt, kann man sich doch nicht vor der Erkenntnis wegducken, dass die russisch-sprachige Bevölkerung der Ukraine nach dem rechten Putsch 2014 einem regelrechten Ethnozid ausgesetzt war und ist.

    Davon ist auf der ukrainisch gehaltenen Seite der Kontaktlinie nach Minsk 2 aber nichts passiert. Da und auch woanders lebten doch auch russischsprachige Ukrainer.

    Der Unterschied ist, dass es in diesen Gebieten keine russischen Soldaten und Söldner gab.

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  • Avatar von Goerlitzer
    • Goerlitzer

    mehr als 1000 Beiträge seit 30.11.2007

    Warum nicht den Ethnozid i. d. Ukraine kritisieren wie die russ. Invasion ?

    Antwort auf Deutschland marschiert in Italien ein und annektiert den Norden... von DrM.

    Das von unseren Medien entworfene Bild von der weltoffenen und demokratischen Ukraine ist doch genauso ein Zerrbild wie der "militärische Sondereinsatz", als den russische Medien der Bevölkerung den Krieg verkaufen.

    Wer weiss z. B. dass in Kiew die Ehrung Schuchewytschs und Banderas durch Strassenwidmungen im Stadtparlament ohne Gegenstimme erfolgte, obwohl sie in der Bevölkerung höchst umstritten war. Die Nationalisten hatten selbst in Kiew eine Athmosphäre der Angst geschaffen, so dass die Gegner der Faschisten-Ehrung unter den Stadtparlamentariern sich der Stimme enthielten oder gleich zu Hause blieben.

    Radikale Nationalisten, die inzwichen in mehreren Parteien, nicht zuletzt Poroschenkos "Europäische Solidarität", und anderen Organisationen Unterschlupf fanden, haben das Land und offensichtlich auch den Präsidenten im Griff. Die USA nutzen diese Konstellation, denn die radikalen Nationalisen bürgten dafür, dass es mit den Donbass-Bewohnern vor dem 24.2.22 keinen Verständigungsfrieden gab und mit Russland heute nicht gibt.

    Das Streben der ukrainischen Nationalisten nach einem "ethnisch reinen" Nationalstaat, wie es am drastischsten in den Wolyn-Massakern zum Ausdruck kam, ist dem historischen Trauma der gescheiterten Staatsgründung nach dem 1. Wk geschuldet. Polen und die Sowjetunion konnten sich das als Ukraine bezeichnete Gebiet im Friedensvertrag von Riga 1921 mit Billigung der Alliierten und 1923 sogar des Völkerbundes teilen, weil es kein grösseres geschlossenes ukrainisches Siedlungsgebiet gab. Im Westen waren die Städte mehrheitlich polnisch und jüdisch, im Osten war die Bevölkerung russisch bzw. russifiziert.

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  • Avatar von korke
    • korke

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    Antwort auf Re: Findet nicht z. Zt. die "Selbstverteidigung" d. Krim-und Donbass-Bewohner st von Pearphidae.

    Pearphidae schrieb am 09.03.2023 17:43:

    Gilt der Mord eines Diebes am Eigentümer einer Sache als Selbstverteidigung?

    Wer ist denn der Eigentümer?

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  • Avatar von mouse-net
    • mouse-net

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.04.2004

    Re: Weil es keinen "Ethnozid" in der Ukraine gibt, aber die russische Invasion

    Antwort auf Warum nicht den Ethnozid i. d. Ukraine kritisieren wie die russ. Invasion ? von Goerlitzer.

    gibt es - mit der Absicht die ukrainische Nation auszulöschen.

    https://geschichtedergegenwart.ch/unheilvolle-parallelen-ideologisch-nationalistische-rhetorik-in-russland-und-serbien

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  • Avatar von DrM
    • DrM

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.01.2000

    Antwort auf Warum nicht den Ethnozid i. d. Ukraine kritisieren wie die russ. Invasion ? von Goerlitzer.

    Goerlitzer schrieb am 09.03.2023 20:20:

    Das von unseren Medien entworfene Bild von der weltoffenen und demokratischen Ukraine ist doch genauso ein Zerrbild wie der "militärische Sondereinsatz", als den russische Medien der Bevölkerung den Krieg verkaufen.

    Ja, hatte ich bereits bestätigt. Das von dir entworfene Bild des dritten Reiches in der Ukraine ist aber auch ein Zerrbild.

    Die USA nutzen diese Konstellation, denn die radikalen Nationalisen bürgten dafür, dass es mit den Donbass-Bewohnern vor dem 24.2.22 keinen Verständigungsfrieden gab und mit Russland heute nicht gibt.

    Russland hat die Separatisten seit 2014 mit Personal und Waffen unterstützt. Russland wollte dort keinen Frieden, weil ihnen dann die Ausrede für ihre offensichtlich wirtschaftlich/imperialistische Invasion gefehlt hätte.

    Das Streben der ukrainischen Nationalisten nach einem "ethnisch reinen" Nationalstaat, wie es am drastischsten in den Wolyn-Massakern zum Ausdruck kam,

    Holodomor vergessen oder das aktuelle Massaker, das die Russen veranstalten mit ~200.000-300.000 Toten?

    Du siehst also wirklich nicht, daß Russland aktuell ganz gewaltig was falsch macht?

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  • Avatar von Hagjo1
    • Hagjo1

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.11.2021

    Antwort auf Re: Findet nicht z. Zt. die "Selbstverteidigung" d. Krim-und Donbass-Bewohner st von Pearphidae.

    Pearphidae schrieb am 09.03.2023 17:43:

    Gilt der Mord eines Diebes am Eigentümer einer Sache als Selbstverteidigung?

    ...und das erst Recht dann, wenn der Dieb die Sache nur gestohlen hat, um sie anschließend mit eigenen und nicht mit fremden Füßen zertrampeln zu können?

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