dass in Russland mehr anspruchsvollere Kultur Einzug hält und die Russen erkennen, wie viel Schrott in Hollywood produziert wird, der oft, gerade bei Blockbustern, durch Selbstbeweihräucherung auffällt.
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Antwort auf Das ist doch eine gute Chance.... von .
Also momentan müssten historische Filmepen angesagt sein, mit viel nationalem Pathos, noch mehr feindlichen Nemetskiy und einer Wagenladung gesundem volksrussischen Seelenlebens und dessen heroischen Abwehrkampf gegen westliche Dekadenz....
Der Aufstieg des Kiewer Rus wäre eigentlich gut als historischer Hintergrund geeignet, auch und gerade hinsichtlich der Frage, ob es den nun Ukrainer überhaupt gibt und so. Nur den Westen bekommt man da schlecht rein. Aber heute nehmen wir es ja eh nicht mehr so genau, da lässt sich bestimmt was machen... -
Antwort auf Das ist doch eine gute Chance.... von .
Viele wären überrascht, dass etliche der "großen" Hollywood-Regisseure ausgerechnet Sergej Eisenstein als ihr Idol und Vorbild bennen... ;-)
In der Musik haben Tschaikowski, Rimsks-Korsakof, Modest Mussorkski und Sergei Prokofjew (um nur die im Westen bekanntesten zu nennen) stilbildend und ganze Genre bestimmend gewirkt.
Und wer mal Bilder der russischen Realisten gesehen hat, oder auch der hierzulande fast unbekannten russischen Impressionisten, der weiß um die Meisterschaft, die nach wie vor v.a. durch hohes technisches und handwerkliches Geschick geprägt ist. So mancher russischer Ikonenmaler lässt einen Berliner Pinselkleckser ganz schön alt aussehen...
Leider kennt jemand kaum über wenige Beispiele hinaus hierzulande die genuin russische Kultur.
Und wenn wir in den Bereich der "Volkskultur" schauen, so ist dort sehr viel mehr Aktivität und Förderung zu verzeichnen, als wir uns hierzulande budgetmäßig noch erlauben können...
Dass kulturelles Bewusstsein nunmal fast zwangsläufig mit einem Nationalbewusstsein einhergeht, stört dabei natürlich unsere antinational denkende Führung, weshalb Kultur kontrolliert und eingedämmt gehört. Wir sind doch nicht mehr weit entfernt von "entarteter Kunst" und "Bücherverbrennungen".
Wer falsches schreibt wird nicht mehr verlegt und die Verbreitung massiv behindert, wenn nicht gar verboten. Wer falsche Bilder zeigt oder falsches spricht, dem darf keine Bühne geboten werden. Rundfunkverbote für "Feindsender" waren für die meisten bis dato nach 1945 undenkbar... Heimliche Indizierung weit über den Jugendschutz hinaus wird schon länger betrieben... Verlage, Rundfunkanstalten, Galeristen, etc. bestimmen, wer was wann wie und wo hören, sehen, denken darf."Eine Zensur findet nicht statt" - Aber auch nur, weil damit einzig staatliche Zensur gemeint ist. Heute lagert man das fein säuberlich, um sich die Hände in Unschuld zu waschen und die Weste weiß zu halten, in die "Privatwirtschaft" und deren "Hausrecht" aus. Wie praktisch, dass quasi der gesamte Kulturapparat mittlerweile privatisiert und aus der öffentlichen Hand gegeben wurde, nur noch lose durch "Förderung" verbandelt, mit der man aber ein wunderbares Druckmittel zur inhaltlichen Einflußnahme behält.
Da ist ja inzwischen selbst der staatliche Kulturbetrieb freier und v.a. transparenter, als dass, was wir uns hierzulande herangezüchtet haben...Nun mag in Russland ein schwuler Kuss oder gar Darstellung der Kopulation auf der Kinoleinwand - mithin in öffentlicher Vorführung - verboten sein (wie es hierzulande auch bis z.g.T. noch in die 1990er der Fall war), betrifft aber eben nicht die Kopie für den privaten Konsum.
Man muss sich wohl, um die russische Moral auch nur ansatzweise zu verstehen, von unseren eigenen Vorstellungen lösen, und die historische gesellschaftliche Entwicklung mehr in den Fokus nehmen.Es gab und gibt z.B. in Russland schon immer "zwischenmännlichen Sex", nur würde sich keiner der Beteiligten als "schwul" oder "homosexuell" bezeichnen - ein historisch ohnehin eher junger Begriff, mit dem sich die Sexualwissenschaft anfangs auch schwergetan hat und der noch lange nicht die Phänomenologie des entsprechenden menschlichen Verhaltens auch nur annähernd gut beschreibt; vgl. "Urninge" -, sondern würde dies einfach nicht mit einer Bedeutungsschwere belegen, die Sexualität an sich gar nicht hat. Sich über sexuelle Präferenz oder auch nur sexuelles Triebverhalten, zu definieren, käme dort wohl den wenigsten in den Sinn. Ebenso, wie kaum einer der verheirateten Familienvätern an schwulen Cruisingtreffpunkten sich so bezeichnen würde.
Wir machen gerne und oft den Fehler unseren eigenen Standpunkt und unsere eigene Sozialisation in die Betrachtung einzubringen und uns dann auch noch aus selbstherrlich-elitärer Sicht ein Urteil über die Lebensumstände anderer zu erlauben. Dass wir dann auch noch alles daran setzen, unser eigenes Ideal dem Fremden aufzuzwingen, etwas, was einst als "Kulturimperialismus" gerade von linker Seite geächtet war, führt dann dazu, dass sich auch in der anderen Kultur eben dieses "westliche Denken" breitmacht und zu Konflikten führt, welche die Kultur als Ganzes bedrohen.
Gesellschaften entwickeln normalerweise über Jahrhunderte kodifizierte Formen des Zusammenlebens. Was gibt uns das Recht, ausgerechnet unsere eigene, in vielen Punkten fehlerhafte und mit eigenen Problemen behaftete, Sichtweise und unser Ideal anderen Kulturen jetzt und sofort aufzwingen, gar diese überwinden, zu wollen?! Mao lässt grüßen!
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (31.07.2022 16:43).
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Antwort auf Re: Das ist doch eine gute Chance.... von .
Es gab und gibt z.B. in Russland schon immer "zwischenmännlichen Sex", nur würde sich keiner der Beteiligten als "schwul" oder "homosexuell" bezeichnen - ein historisch ohnehin eher junger Begriff, mit dem sich die Sexualwissenschaft anfangs auch schwergetan hat
Hier sollte man nicht vergessen, dass in der SU ab den 30ern Homosexualität als Geisteskrankheit eingestuft wurde.
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Wer mit Filmen
Antwort auf Re: Das ist doch eine gute Chance.... von Morgen komm ich dich holen.
von Tarkowski, Klimow, Kalatosow etc sozialisiert wurde, ist außerstande wahre Freude bei den Blockbustern der Neuzeit zu finden.
Klar, ist ne Minderheit der Kinobesucher, aber keine elitäre.Als ich meinen ersten, einzigen und sehr sicher letzten Bond-Film sah, es war einer mit Craig, hatte ich so gar keinen Zugang. Ich verstand das alles nicht. Woraus resultiert die Spannung, der Spaß, die Unterhaltung, wenn man sehr sicher weiß, wie es ausgehen wird?
Ich habe auch einen Superhelden-Film gesehen. War so ne Abstimmung über Freunden. Da bin ich eh ohne Chancen. Hab vergessen wie er hieß. Der Held hatte ein entstelltes gesucht und trug deshalb eine Maske (wie originell!) Eigentlich das Gleiche. Am Schuss hab es großartig fotografierte Sprengungen und so was. Das war lustig bloß die Zeit davor entschieden zu lang.Vielleicht können die Russen nach kaltem Entzug wieder clean werden. Obwohl ich fürchte, dass es russische Surogate und, wie von Autoren des Artikels beschrieben
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die können auch eigenes
Antwort auf Wer mit Filmen von Mobiler Navigator II.
Handwerklich sind Filme wie Metro oder die Antikiller-Reihe nicht schlechter als das aus dem Westen. Was mir an den Filmen gefällt ist, dass die Helden niemals nur als weise strahlende Ritter, sondern als Menschen mit Fehlern dargestellt werden. Übrigens ein Punkt wo im Westen Marvel signifikant besser als DC ist.
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Sorry
Antwort auf Wer mit Filmen von Mobiler Navigator II.
habe den Beitrag versehentlich abgeschickt, bevor ich ihn editierte. Finde auf den Handy die Option, es nachträglich zu machen, nicht, weshalb er so, wie er da steht, arg verstümmelt ist.
Blöd aber auch.... -
Antwort auf Re: Das ist doch eine gute Chance.... von .
Tja, Rimsky Korsakov und "The Five", die einen russisch-nationalen Kompositionsstil entwickelten. Was aber fehlt, ist der Umstand, dass auch er auf Berlioz, Franz Liszt und auch Wagner zurückgriff. Andersrum wurden Leute wie Ravel , Debussy, Paul Dukas maßgeblich von ihm beeinflusst. Ein ewiges hin und her und das ist auch gut so.
Kulturelles Bewußtsein, dass fast zwangsläufig auf nationalem Bewußtsein fusst? Ich fürchte, da bist du auf dem Holzweg. Zum einen ist das Konzept "Nation", ein (liberal-bürgerliches)Phänomen, welches erst zum Ende des 18. Jhrds auftauchte. In D übrigens hauptsächlich (und im doppelten Sinne) durch Napolen hervorgerufen. Ein Goethe kannte noch kein Nationalbewußtsein. Dass kam dann erst mit den Befreiungskriegen auf und entwickelte sich auch hauptsächlich innerhalb des Bürgertums. Ein Bismarck hielt das übrigens für gefärlichen Unsinn und der erste Kaiser, Wilhelm I, weinte gar am Abend vor der Krönung und jammerte ob dieser leidvollen Entwicklung.....
Ach, und die Nazis haben die Bücher nicht verbrannt, weil sie zuviel des Nationalbewußtseins hatten, auch hier irrst du auf äußert bedenkliche Weise...... -
Antwort auf Wer mit Filmen von Mobiler Navigator II.
Ich versteh Filme nicht, bin der Bildersprache gegenüber blind. Leider. Musik und Literatur, ja, aber Bilder sind mir immer ein Rätsel geblieben. Was die Chancen für eine Renaisance der kulturellen Blüte in RU anbelagt, da bin ich doch eher skeptisch. Dazu braucht es mehr, als einen erschwerten Zugang zu Netflix und Co. Das Bewußtsein der Menschen ist heute kein anderes als gestern. Dafür bräuchte es doch etwas mehr Zeit. Und immer alles auf die verderblichen äußeren Einflüsse aus dem satanischen Westen, allen voran der USA zu schieben, funzt auch nicht. Der Kapitalismus ist für sich, wirkungsmächtig genug, um Bewußtsein zu formen, da braucht es den Westen nicht. Und überhaupt, "der Westen "hat die kulturellen Blüten Russlands mit hervorgebracht, wer was anderes erzählt ist schlicht blind. Alle haben von allen etwas gelernt oder übernommen. Anders geht kulturelle Entwicklung garnicht. Wer sich einigelt, verkümmert. Ohne Input läuft nix....
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Точно)
Antwort auf die können auch eigenes von Chronzeuge.
Das sehe ich genauso 🙂