Was geht auf TP ab?
TP-Hobby-Kriegsstrategen diskutieren Waffentechnik, Frontverläufe, taktische und strategische Kriegsführung, usw. usw. bzgl. eines Hegemonialkonfliktes um Einfluss- und Machtzonen im eurasischen Bereich, der seit acht Jahren allmählich vom Wirtschaftskrieg zum Schießkrieg wurde und mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine seinen bisherigen Höhepunkt erreicht hat. Diese TP-Hobby-Kriegsstrategen schwingen sich dabei zu Prognosen auf, wie dieser Krieg ausgehen wird.
Es stört sie nicht, unabhängig davon, ob sie dem westlichen (USA, NATO, Deutschland, Frankreich, Großbritannien usw.) oder dem russischen Kriegsnarrativ nahezu kritiklos folgen, dass ihre Informationsbasis wegen der üblichen Vernebelungstaktiken beider Seiten in den offiziellen Verlautbarungen während eines Krieges extrem klein oder überhaupt nicht vorhanden ist.
Sie glauben die Ursachen der Schießkrieg-Zuspitzung im östlichsten Europa ganz sicher einschätzen zu können. Die eine Seite skandiert "Putin-Faschismus", "Freiheit des Westens" und Ukraine als Bollwerk des Westens gegen das russisch Böse, die andere Seite geißelt die USA als imperialen Täter und Russland als eingekreistes Opfer.
Abgesehen von manch falschen Begrifflichkeiten wie z.B. "Putin-Faschismus" (wer den italienischen und deutschen Faschismus studiert hat, weiß wie falsch diese Zuschreibung ist, ohne das autokratisch-oligarchische System Russlands verharmlosen zu wollen) oder "Freiheit des Westens" (wer darin lebt und diese "Freiheit" kritisch hinterfragt, weiß wie schimärenhaft diese zu großen Teilen ist) bieten beide Seiten nur sehr wenig Aufschluss über die tatsächlichen Ursachen und Verlaufsformen des aktuellen Hegemonialkonflikts im eurasischen Raum.
Wie diese Phase des Hegemonialkonflikts ausgeht, wird nämlich nicht durch aktuelle Entwicklungen des Frontverlaufes und aktuell einzelne Kriegsereignisse Anfang Januar 2023 entschieden, sondern durch die nicht seriös einschätzbare Fähigkeit der Protagonisten - Russland, Ukraine, USA/NATO, Deutschland/Frankreich/EU etc. - diesen Hegemonialkonflikt ohne Weltenbrand, also ohne atomare Auseinandersetzung, zu einem für sie akzeptablen Ende zu bringen. Und das ist überhaupt keine Frage der aktuellen "Kriegslage" (die ohnehin nicht seriös eingeschätzt werden kann), sondern der "Ressourcen" beider Seiten, diese Schießkrieg-Zuspitzung lange durchhalten zu können.
Je länger beide Seiten diese Zuspitzung durchhalten, ohne dass die staatlicherseits verfügbare "Staatsbürgermasse" sich gegen diese Zuspitzung wendet, umso länger wird das Morden und Zerstören anhalten. Wie lange das Leid der ukrainischen Bevölkerung und Soldaten, der russischen Soldaten und der von den Gegen-Sanktionen negativ betroffenen russischen und EU-Staatsbürger von diesen ertragen wird, ist trotz massiver Propaganda auf beiden Seiten, exakt eabendies zu ertragen, sehr ungewiss.
Die überlegene Feuerkraft der USA/NATO(EU) ist ebenso unbestritten wie die personelle Überlegenheit Russlands gegenüber der Ukraine. Die Frage ist, wie beides längerfristig eingesetzt werden kann, ohne auf einer oder auf beiden Seiten diese Ressourcen nicht mehr ohne inneren Probleme aufbringen zu können und ob diese Konfrontation nicht doch in einem europäischen oder gar (atomaren?) Weltkrieg endet.
Das Grundproblem ist, dass es diesen Hegemonialkonflikt überhaupt gibt und dass er irgendwie (!) gelöst bzw. zumindest geregelt werden muss.
Momentan ist auf allen Seiten keine Vernunft erkennbar. Am weitesten von dieser Vernunft sind allerdings die TP-Hobby-Kriegsstrategen entfernt.