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  • knarr

mehr als 1000 Beiträge seit 14.05.2007

Was ist zur Vorbereitung zur Ausführung einer motorischen Handlung involviert?

Klingt für mich als Laien, als hätten die Autoren besagten Buches den Libet für ihre Geschichte ausgeschlachtet und Herr Schleim der einzige(?), der das redlich gegen den Strich bürstet - oder wo blieb die Empörung ob dieser Verdrehung (oder ist die so subtil aber so gut erzählt, dass das ins Auge sticht)...?

Ein Kommentar zu der wohl richtigen Feststellung von Herrn Schleim:

Es sei noch einmal daran erinnert, dass wir froh sein können, unsere unbewussten Dränge und Wünsche nicht auch noch selbst steuern zu müssen. Andernfalls wären wir permanent damit beschäftigt!

Das ist ja wohl richtig, allerdings beschäftigen sich Menschen im Wachzustand wohl permanent mit zig "epistemischen Dingen" - mehr oder weniger bewusst. Es sei dann auch daran erinnert, dass wir froh sein können, unsere unbewusste Körperhaltung und vegetative Funktionen nicht auch noch selbst steuern zu müssen - vorausgesetzt dieses Verhältnis "klingt" stimmig und dadurch keiner besonderen Aufmerksamkeit wert, also das ist man sich mutmaßlich gar nicht bewusst, welchen Aufwand der Mensch treibt, alleine sich aufrecht auf zwei Beinen zu bewegen...

Vor dem Hintergrund war und bin ich nicht einverstanden mit dem (einmal auf Telepolis erschienenen) Auszug von einem Bild des Menschen, das Herr Schleim in seinem Buch vermittelt:

Wir Menschen müssen aber erst einmal: nichts. Unsere Körper leben von ganz alleine, die Zellen teilen sich, die Knochen und Gewebe halten das alles zusammen und mit etwas Nahrung geht das erst einmal so weiter. Der ganze Rest im Menschenleben sind Dinge, die uns durch Gesellschaft und Kultur prägen. Und so muss auch niemand die Frage nach der Identität in der radikalen Weise beantworten, wie es die Gedanken aus der indischen Philosophie nahelegen.

Im Kontext argumentiert Herr Schleim gegen die vom Buch "Café am Rande der Welt" wohl vermittelte Du-kannst-alles-erreichen-wenn-du-nur-willst-Ideologie (sic) aber entbindet die Identität vom menschlichen Körper (wenn der ganze Rest im Menschenleben nur durch Gesellschaft und Kultur geprägte Dinge sind), so kommt man mit Verweis auf "Gedanken aus der indischen Philosophie darauf", dass niemand die Frage nach der Identität in der radikalen Weise beantworten muss - genau so wenig zur Geltung gebracht wird, dass Menschen mitnichten nichts müssten und unsere Körper mit Sicherheit nicht von ganz alleine leben; Menschen müssen ihr Leben nämlich führen.

Verspätete Buchkritik. Wünsche allen einen wohligen Sonntag.

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