Zitate aus dem Artikel in doppelten quote-tags:
Hätte man mit am Flughafen installierten Hirnscannern die Pläne der Flugzeugentführer erkennen können?
Die Vorstellung ist schon lächerlich. Wenn das wirklich im Buch vorkommt, dann haben die Autoren sich damit einen Schnitzer geleistet.
Daraus strickten andere(!) Philosophen und Forscher das Märchen, unser Wille könne nicht frei sein, denn die Entscheidung stehe bereits fest, bevor sie überhaupt ins Bewusstsein komme.
Es handelt sich in erster Linie um eine Interpretation, nicht so sehr um ein Märchen.
Es ist nicht pauschal illegitim das Experiment so zu interpretieren.
Nun müsse das Strafrecht grundlegend revidiert werden.
Wir haben schon eines der mildesten Strafrechte der Welt. Abgesehen gegen Steuerhinterzieher, versteht sich.
Was will man da noch lockern?
[...]sei der Bericht der Versuchspersonen nicht 100 Prozent zuverlässig[...]
Der Einwand ist aber doch zulässig, das muss jeder Leser einräumen, mag der Rest auch falsch sein.
Zwei Optionen gab es aber auch schon in den 1980ern: 1982, weil die Versuchspersonen manchmal dem Drang nicht nachgaben, ergo die Hand nicht bewegten; 1983 die M- und M-Veto-Bedingungen, wobei diese aber aufgrund des Versuchsaufbaus von außen vorgegeben werden mussten.
Das impliziert, dass ausführen vs. nicht-ausführen das selbe sind wie A ausführen oder B ausführen.
Das ist es aber durchaus nicht unbedingt. Es ist von vornherein nicht 100% klar, ob die Prozesse im Gehirn in beiden Fällen anders sind. Grade hinsichtlich des Vetos ist das doch interessant.
Wenn sich das Potenzial zu Handlung B aufbaut, kann der bewusste Wille sich noch für A entscheiden?
Folgt darauf automatisch der Aufbau eines BP für Handlung A oder muss das Gehirn der bewusste Wille warten, bis die "Blackbox Gehirn" (endlich konnte ich das mal unterbringen) wieder ein BP auswirft?
Zudem es ganz interessante Experimente in die andere Richtung gab:
Man sendete der Versuchsperson den Impuls, seine Hand zu heben, und fragte nachher, warum die Hand gehoben wurde. Fast immer konnten die VP irgendwelche scheinrationalen Argumente liefern.
Meines Wissens gibt es das selbe Phänomen auch bei Personen, bei denen die Verbindung zwischen rechter und linker Gehirnhälfte unterbrochen wurde. Aktiviert dort die "stumme" Gehirnhälfte eine Bewegung, glaubt die Hälfte mit dem Sprachzentrum (üblicherweise links) die Gründe zu kennen.
In aller Kürze sei hier gesagt, dass die Hirnforscher gar nicht wissen, ob ihre Signale wirklich mit unbewussten Prozessen zusammenhängen.
Das mit dem Unbewusstsein ist in der Tat ein zum Teil unklares Konzept.
Es ist schon etwas unfair, die Versuchsperson dazu zu zwingen, den Moment der bewussten Entscheidung auf einen festen Zeitpunkt zu fixieren - und alles davor schlichtweg als "unbewusst" zu definieren.
Vielleicht ist "Bewusstsein" ja nicht viel mehr als der Teil unseres Erlebens, den wir verbalisieren und in der Folge vor anderen Rechtfertigen können?
Diese lässt sich wieder mit angeblichen Folgen für unsere Rechtsordnung verknüpfen, wofür die Nature-Redaktion begleitend zur Studie sorgte.
Ich wage kaum, auf den Link zu klicken...
Die eine reagierte dann doch nicht zufällig und die andere nicht spontan genug.
?
Menschen können ganz, ganz schlecht so tun als wären sie Zufallsautomaten. Immer schleichen sich irgendwelche Muster ein oder der Mensch versucht, Wiederholungen zu vermeiden, was der echte Zufall aber nicht tut.
Und auch für die Variante, in der es um einen von außen vorgegebenen Zeitpunkt ging (das M-Veto von oben), kam er auf dieselbe Zeitspanne (S. 139).
Dann wurden die Ergebnisse von Libet nur reproduziert. Auch das ist interessant, zudem die Kernspin-Methode noch neu ist.
P.S.: Ja, mir fallen keine lustigen Überschriften mehr ein.