ist ein Buch von Walter Bungard (Hrsg.) Professoren der Sozialpsychologie werden mich für die beiden folgenden Aussagen tadeln. Das Buch ist das beste Buch über die Schwächen der aktuellen Sozialpsychologie, weil es beschreibt, wie der Verstand der internen Validität geopfert wird. Zusammen mit dem kleinen Bändchen von Leon Mann war das alles, was einem Studenten der Psychologie sinnvoll beigebracht werden konnte. Methodiker lasse ich mal außen vor.
Die physiologische Psychologie hatte auch damals schon so einen Drang immer ausgefeilter in eine Theorie zu verfallen und Alternativen als Sensation oder unseriös zu betrachten.
Hinzu kommen Aspekte des Forschungsbetriebs. Manche hochangesehenen Professoren lassen wahrscheinlich schreiben, statt selbst intensiv daran zu arbeiten. Bsp.; Levels of Processing. Craik und Lockhard schrieben 1972 gegenteilig über die Festlegung der Stufen als Craik und Tulving 1975*, ohne weiter darauf einzugehen. Das passiert, wenn man die eigenen Publikationen nicht kennt. Wie soll man dann die Quellen kennen? Welche Arbeit zu Schach und Gedächtnis zitiert nicht De Groot oder Simon und Chase? Ich wette, die weit überwiegende Mehrheit hat allenfalls Sekundär- eher Teriärliteratur dazu gelesen.
Wer hält in einer Wette darauf, dass der von Stefan Schleim beschriebene schlampige Umgang mit den Experimenten von Libet nach Aufdeckung langsam verschwindet? Der wettet in Wahrheit darauf, dass Libet vergessen wird. Solche Phänomene zu beschreiben können sich nur Festangestellte leisten. Die entsprechenden Arbeiten bleiben meist unbeachtet.
*oder waren es Tulving und Lockhard? Das Papier ist schon lange recycelt und Zugang zu einer wissenschaftlichen Suchmaschine habe ich nicht mehr.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (08.08.2021 13:38).