Das entsprechende Modell zu Haynes' und Eckoldts Beschreibung wäre, dass wir immer bewusst entscheiden müssten, was unser nächster spontaner(!) Drang wird. Dann wäre er aber gar nicht mehr ungeplant und spontan. Und es wäre eine völlige Überforderung unseres Bewusstseins. Die Autoren verwickeln sich hier in Widersprüche.
In Wirklichkeit spüren wir mal einen Drang, auf Toilette zu gehen, etwas zu trinken, einen Spaziergang zu machen, die Nachrichten oder Social Media zu checken, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wenn dem nichts entgegensteht, machen wir es meistens. Manchmal überwältigt uns ein Drang, wird er übermächtig und verlieren wir die Kontrolle. Das ist zum Glück - außer bei schweren psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen - aber die seltene Ausnahme.
Der Drang ist erstmal biologisch. https://de.wikipedia.org/wiki/Giulia_Enders hat das auf die Frage "Wie geht eigentlich Scheißen" beschrieben.
Der Mangel an der Stelle ist die Verwendung des Worts "Drang" in völlig unpassendem Kontext, Günter Anders hat drüber bemerkt "Der 'freie Wille' auf der Ebene der Verdauung"
Solche Verwechslungen scheinen pjilosophischen Laien öfter zu kommen.
Es mangelt am Begriff.
Lustig wirds, wenn Originalwerke nur in Übersetzung rezipiert werden.
https://literaturkritik.de/id/16239
Da haben sich welche im Wald der Worte verlaufen.
Insofern ist der ganze Essay gegenstandslos.
Buchwerbung in Eigeninteresse.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (08.08.2021 18:01).