Lesen Sie doch mal die mehr oder weniger bekannten Russen – vor allem Dostojewski, aber auch Berdjajew. (Bewegung des
„neuen religiösen Bewusstseins“ oder „Neuchristentum“ in Russland) Z. B. hier "Das Ich und die Welt der Objekte" von Berdjajew oder die Brüder Karamasow – hier insbesondere die Legende vom Großinquisitor (Iwan Karamasow) oder dazu "Die Weltanschauung Dostojewskijs" von Berdjajew (im Web jetzt veröffentlicht).
Der Kern dessen: Die sogenannte Entfremdung ist das Ergebnis der Geworfenheit des Menschen an die entwurzelte Oberfläche seines Dasein (so auch das Man bei Heidegger, das Es bei Martin Buber), die damit einhergehende Geistlosigkeit seiner Existenz, der illusorischen Sucht nach Erlösung in einer Welt der Dinge, der Objekte.
Der Kapitalismus ist primär und genuin materialistisch ausgerichtet und somit das Grundübel der verbürgerlichten, dekadenten Zivilisation, deren Haltlosigkeit und Verkommenheit und Destruktivität. Auch der "real existierende Sozialismus" konnte sich nicht wirklich von dieser Verbürgerlichung und Destruktion befreien, auch wenn der Sozialismus an sich, wie von Berdjajew philosophisch neu gedacht, erkämpft und wiedergewonnen werden muss – das ist ein ethischer Imperativ unserer Gesellschaftsverfassung.
Es geht also darum, das ist auch meine vollste Überzeugung, dass nur ein wiedererwachender und sich erneuerter, christlich orientierter Geist (integraler Humanismus, neues "Menschenbild") diese vom Kapitalismus vor sich her getriebene Welt aus dem Sumpf unserer geistlosen Haltlosigkeit befreien kann. Wenn dies nicht primär geleistet wird, ist alles andere vollkommen umsonst – sinnloses Herumdoktern an Symptomen.