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  • abab

742 Beiträge seit 15.07.2016

An den Autor

Lesen Sie doch mal die mehr oder weniger bekannten Russen – vor allem Dostojewski, aber auch Berdjajew. (Bewegung des
„neuen religiösen Bewusstseins“ oder „Neuchristentum“ in Russland) Z. B. hier "Das Ich und die Welt der Objekte" von Berdjajew oder die Brüder Karamasow – hier insbesondere die Legende vom Großinquisitor (Iwan Karamasow) oder dazu "Die Weltanschauung Dostojewskijs" von Berdjajew (im Web jetzt veröffentlicht).

Der Kern dessen: Die sogenannte Entfremdung ist das Ergebnis der Geworfenheit des Menschen an die entwurzelte Oberfläche seines Dasein (so auch das Man bei Heidegger, das Es bei Martin Buber), die damit einhergehende Geistlosigkeit seiner Existenz, der illusorischen Sucht nach Erlösung in einer Welt der Dinge, der Objekte.

Der Kapitalismus ist primär und genuin materialistisch ausgerichtet und somit das Grundübel der verbürgerlichten, dekadenten Zivilisation, deren Haltlosigkeit und Verkommenheit und Destruktivität. Auch der "real existierende Sozialismus" konnte sich nicht wirklich von dieser Verbürgerlichung und Destruktion befreien, auch wenn der Sozialismus an sich, wie von Berdjajew philosophisch neu gedacht, erkämpft und wiedergewonnen werden muss – das ist ein ethischer Imperativ unserer Gesellschaftsverfassung.

Es geht also darum, das ist auch meine vollste Überzeugung, dass nur ein wiedererwachender und sich erneuerter, christlich orientierter Geist (integraler Humanismus, neues "Menschenbild") diese vom Kapitalismus vor sich her getriebene Welt aus dem Sumpf unserer geistlosen Haltlosigkeit befreien kann. Wenn dies nicht primär geleistet wird, ist alles andere vollkommen umsonst – sinnloses Herumdoktern an Symptomen.

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    Antwort auf An den Autor von abab.

    abab schrieb am 04.02.2023 17:56:

    Lesen Sie doch mal die mehr oder weniger bekannten Russen – vor allem Dostojewski, aber auch Berdjajew. (Bewegung des
    „neuen religiösen Bewusstseins“ oder „Neuchristentum“ in Russland) Z. B. hier "Das Ich und die Welt der Objekte" von Berdjajew oder die Brüder Karamasow – hier insbesondere die Legende vom Großinquisitor (Iwan Karamasow) oder dazu "Die Weltanschauung Dostojewskijs" von Berdjajew (im Web jetzt veröffentlicht).

    Der Kern dessen: Die sogenannte Entfremdung ist das Ergebnis der Geworfenheit des Menschen an die entwurzelte Oberfläche seines Dasein (so auch das Man bei Heidegger, das Es bei Martin Buber), die damit einhergehende Geistlosigkeit seiner Existenz, der illusorischen Sucht nach Erlösung in einer Welt der Dinge, der Objekte.

    Der Kapitalismus ist primär und genuin materialistisch ausgerichtet und somit das Grundübel der verbürgerlichten, dekadenten Zivilisation, deren Haltlosigkeit und Verkommenheit und Destruktivität. Auch der "real existierende Sozialismus" konnte sich nicht wirklich von dieser Verbürgerlichung und Destruktion befreien, auch wenn der Sozialismus an sich, wie von Berdjajew philosophisch neu gedacht, erkämpft und wiedergewonnen werden muss – das ist ein ethischer Imperativ unserer Gesellschaftsverfassung.

    Es geht also darum, das ist auch meine vollste Überzeugung, dass nur ein wiedererwachender und sich erneuerter, christlich orientierter Geist (integraler Humanismus, neues "Menschenbild") diese vom Kapitalismus vor sich her getriebene Welt aus dem Sumpf unserer geistlosen Haltlosigkeit befreien kann. Wenn dies nicht primär geleistet wird, ist alles andere vollkommen umsonst – sinnloses Herumdoktern an Symptomen.

    russland ist fake⅖

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    mehr als 1000 Beiträge seit 26.04.2007

    Antwort auf An den Autor von abab.

    abab schrieb am 04.02.2023 17:56:

    Lesen Sie doch mal die mehr oder weniger bekannten Russen – vor allem Dostojewski, aber auch Berdjajew. (Bewegung des
    „neuen religiösen Bewusstseins“ oder „Neuchristentum“ in Russland) Z. B. hier "Das Ich und die Welt der Objekte" von Berdjajew oder die Brüder Karamasow – hier insbesondere die Legende vom Großinquisitor (Iwan Karamasow) oder dazu "Die Weltanschauung Dostojewskijs" von Berdjajew (im Web jetzt veröffentlicht).

    Der Kern dessen: Die sogenannte Entfremdung ist das Ergebnis der Geworfenheit des Menschen an die entwurzelte Oberfläche seines Dasein (so auch das Man bei Heidegger, das Es bei Martin Buber), die damit einhergehende Geistlosigkeit seiner Existenz, der illusorischen Sucht nach Erlösung in einer Welt der Dinge, der Objekte.

    Der Kapitalismus ist primär und genuin materialistisch ausgerichtet und somit das Grundübel der verbürgerlichten, dekadenten Zivilisation, deren Haltlosigkeit und Verkommenheit und Destruktivität. Auch der "real existierende Sozialismus" konnte sich nicht wirklich von dieser Verbürgerlichung und Destruktion befreien, auch wenn der Sozialismus an sich, wie von Berdjajew philosophisch neu gedacht, erkämpft und wiedergewonnen werden muss – das ist ein ethischer Imperativ unserer Gesellschaftsverfassung.

    Es geht also darum, das ist auch meine vollste Überzeugung, dass nur ein wiedererwachender und sich erneuerter, christlich orientierter Geist (integraler Humanismus, neues "Menschenbild") diese vom Kapitalismus vor sich her getriebene Welt aus dem Sumpf unserer geistlosen Haltlosigkeit befreien kann. Wenn dies nicht primär geleistet wird, ist alles andere vollkommen umsonst – sinnloses Herumdoktern an Symptomen.

    bevor ich deinen beitrag komme tieren kann, du siehst die problemTai

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  • Avatar von SecondtoNone
    • SecondtoNone

    43 Beiträge seit 12.01.2023

    Antwort auf An den Autor von abab.

    abab schrieb am 04.02.2023 17:56:

    Der Kern dessen: Die sogenannte Entfremdung ist das Ergebnis der Geworfenheit des Menschen an die entwurzelte Oberfläche seines Dasein (so auch das Man bei Heidegger, das Es bei Martin Buber), die damit einhergehende Geistlosigkeit seiner Existenz, der illusorischen Sucht nach Erlösung in einer Welt der Dinge, der Objekte.

    Sehr schön, so ähnlich auch bei anderen zu lesen.
    Nur Dasein und Existenz werden hier zusammengeworfen.

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  • Avatar von Arutha
    • Arutha

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.04.2015

    Antwort auf An den Autor von abab.

    Es geht also darum, das ist auch meine vollste Überzeugung, dass nur ein wiedererwachender und sich erneuerter, christlich orientierter Geist (integraler Humanismus, neues "Menschenbild") diese vom Kapitalismus vor sich her getriebene Welt aus dem Sumpf unserer geistlosen Haltlosigkeit befreien kann. Wenn dies nicht primär geleistet wird, ist alles andere vollkommen umsonst – sinnloses Herumdoktern an Symptomen.

    wow, danke dafür.
    Ich habe schön länger den Verdacht, das die Probleme unseres Systems im mangelnden Glauben liegen.
    Die Probleme des Systems sind so vielfältig, das die Ursachen nur außerhalb des (politischen) Systems zu suchen sind.

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  • Avatar von Borsty (1)
    • Borsty (1)

    82 Beiträge seit 07.08.2019

    Antwort auf Re: An den Autor von Arutha.

    Arutha schrieb am 04.02.2023 20:17:

    Es geht also darum, das ist auch meine vollste Überzeugung, dass nur ein wiedererwachender und sich erneuerter, christlich orientierter Geist (integraler Humanismus, neues "Menschenbild") diese vom Kapitalismus vor sich her getriebene Welt aus dem Sumpf unserer geistlosen Haltlosigkeit befreien kann. Wenn dies nicht primär geleistet wird, ist alles andere vollkommen umsonst – sinnloses Herumdoktern an Symptomen.

    wow, danke dafür.
    Ich habe schön länger den Verdacht, das die Probleme unseres Systems im mangelnden Glauben liegen.
    Die Probleme des Systems sind so vielfältig, das die Ursachen nur außerhalb des (politischen) Systems zu suchen sind.

    Die Probleme sind in uns zu finden, wir tragen sie nur nach außen. In der Medzin wird z.B. die Depressionen mit ihren verschiedenen Stufen beschrieben, das daraus resultierende Verhalten beschreibt unsere Gesellschaft sehr gut. Aber auch ältere Heilpraktiken bestehen in ihrer Kernaussage aus dem Wandel von Gut in Böse. Auch im Christentum geht es darum, wobei diese die Heilung in einem übernatürlichen Gott sehen und eigentlich die Gründerväter des Austausches Geld gegen Schuldgefühle sind.

    Wir brauchen keine weiteren Jahrhunderte Indoktrination des „Christentums“ oder anderer Glaubensgemeinschaften, das wäre ein Rückschritt. Klar muss es Werte und Regeln in einer Gesellschaft geben, aber bitte nicht noch einmal durch Unterdrückung und gesellschaftliche Zwänge.

    Wir sollten mit dem Wissen von heute mal etwas Neues wagen. Warum immer der Gedanke dass früher alles besser war, Nein war es nicht zumindest nicht für alle, sonst hätte das System noch Bestand. Aus Fehlern der Vergangenheit lernen und in die Zukunft blicken.

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  • Avatar von Flake

    mehr als 1000 Beiträge seit 05.06.2007

    Antwort auf Re: An den Autor von Arutha.

    Arutha schrieb am 05.02.23 06:25:

    Es geht also darum, das ist auch meine vollste Überzeugung, dass nur ein wiedererwachender und sich erneuerter, christlich orientierter Geist (integraler Humanismus, neues "Menschenbild") diese vom Kapitalismus vor sich her getriebene Welt aus dem Sumpf unserer geistlosen Haltlosigkeit befreien kann. Wenn dies nicht primär geleistet wird, ist alles andere vollkommen umsonst – sinnloses Herumdoktern an Symptomen.

    wow, danke dafür.
    Ich habe schön länger den Verdacht, das die Probleme unseres Systems im mangelnden Glauben liegen.
    Die Probleme des Systems sind so vielfältig, das die Ursachen nur außerhalb des (politischen) Systems zu suchen sind.

    Das scheint auch eine Frage des Verständnisses zu sein, was man konkret mit Glaube meint. Wir glauben zur Zeit noch mehrheitlich an die Macht des Geldes und des technischen Fortschrittes. Um von diesem Irrglauben abzukommen, brauchen wir alternative Glaubenssysteme. Das können Religionen sein, aber auch andere Werte, an die wir unerschütterlich glauben.

    Für mich persönlich ist das der Glaube an die menschliche Kreativität. Basierend auf den Prinzipien der Evolution, nur nicht zufällig, sondern bewusste Förderung von Ideenreichtum, Experimentierfreude und vieles mehr in diese Richtung. Vor allem gesellschaftliche Experimente sind vonnöten, unter "Gesellschaftslaborbedingungen" durchgeführt, wissenschaftlich begleitet und vor allem transparent kommuniziert und für alle erlebbar und begreifbar zu machen.

    Schluss mit dem Hickhack "da macht doch keiner/alle mit", "der Mensch ist eben von Grund auf gut/schlecht", "das schon/noch immer/nie funktioniert" usw.

    Das gilt natürlich auch für eher traditionelle Religionen mit einem Gottes- oder Erlöserglaubens, alles muss angedacht werden dürfen. Versuch macht kluch!

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    • abab

    742 Beiträge seit 15.07.2016

    Antwort auf Re: An den Autor von Borsty (1).

    Borsty (1) schrieb am 05.02.2023 09:50:

    Arutha schrieb am 04.02.2023 20:17:

    Es geht also darum, das ist auch meine vollste Überzeugung, dass nur ein wiedererwachender und sich erneuerter, christlich orientierter Geist (integraler Humanismus, neues "Menschenbild") diese vom Kapitalismus vor sich her getriebene Welt aus dem Sumpf unserer geistlosen Haltlosigkeit befreien kann. Wenn dies nicht primär geleistet wird, ist alles andere vollkommen umsonst – sinnloses Herumdoktern an Symptomen.

    wow, danke dafür.
    Ich habe schön länger den Verdacht, das die Probleme unseres Systems im mangelnden Glauben liegen.
    Die Probleme des Systems sind so vielfältig, das die Ursachen nur außerhalb des (politischen) Systems zu suchen sind.

    Die Probleme sind in uns zu finden, wir tragen sie nur nach außen. In der Medzin wird z.B. die Depressionen mit ihren verschiedenen Stufen beschrieben, das daraus resultierende Verhalten beschreibt unsere Gesellschaft sehr gut. Aber auch ältere Heilpraktiken bestehen in ihrer Kernaussage aus dem Wandel von Gut in Böse. Auch im Christentum geht es darum, wobei diese die Heilung in einem übernatürlichen Gott sehen und eigentlich die Gründerväter des Austausches Geld gegen Schuldgefühle sind.

    Wir brauchen keine weiteren Jahrhunderte Indoktrination des „Christentums“ oder anderer Glaubensgemeinschaften, das wäre ein Rückschritt. Klar muss es Werte und Regeln in einer Gesellschaft geben, aber bitte nicht noch einmal durch Unterdrückung und gesellschaftliche Zwänge.

    Wir sollten mit dem Wissen von heute mal etwas Neues wagen. Warum immer der Gedanke dass früher alles besser war, Nein war es nicht zumindest nicht für alle, sonst hätte das System noch Bestand. Aus Fehlern der Vergangenheit lernen und in die Zukunft blicken.

    In gewisser Weise kann ich Ihnen durchaus zustimmen. Dennoch, Berdjajew z.B. hat vom Versagen des, vom Verrat am Christentums gesprochen und entsprechend seiner Terminologie von der Objektivierung des Christentums, dessen Anpassung an das Reich des Cäsars usw.

    Die russische Idee vom Gottmenschentum (philosophischer Ausgangspunkt zuvorderst Wladimir Solowjew, 1853 - 1900) ist eben gerade nicht Indoktrination, Unterdrückung und gesellschaftliche Zwänge. Das Hauptaugenmerk bei Berdjajew z.B. liegt in der Freiheit hin zur dialektischen Vereinigung mit der, hin zu einer dynamischen Wahrheit als eine primär geistig und schöpferisch zu erringenden Bestimmung des Menschen, zu der wir aus unserer wesentlich immanent wirkenden transzendenten Stimme heraus gerufen werden hin zur höchsten Menschlichkeit als die unmittelbarste Stimme Gottes in uns als grundsätzlich subjektive-göttliche Wesen. Der Mensch ist nicht von vornherein gut. In dieser Welt, in diesem Leben werden wir Menschen um unsere innere, dynamische Bildgestalt Gottes und in Verbindung mit unserer entsprechenden Intuition echter, wahrer Menschlichkeit frei und nicht diktatorisch kämpfen müssen. Das ist kein Selbstläufer, sondern echte und höchste Verantwortung für eine zu sich selbst kommende Freiheit, die potenziell jeder Mensch in sich trägt. In dieser Hinsicht sind wir, ein jeder von uns, aufgerufen, in uns jeweils originelle, unverwechselbare Persönlichkeit zu werden, diese zu entfalten, und zugleich in einer geistigen Gemeinschaft und in Verbindung damit sekundär in der sozialen Gesellschaft und in der Welt überhaupt Wahrheit zu schaffen. Das ist ein dynamischer, offener Prozess, solange es diese Welt geben wird und wir darin tätig sind. Wahrheit wird niemals in gebrauchsfertiger Form vom Himmel fallen, sondern sie erfordert einen großen und vor allem geistigen Kampf.

    Nur das wahrhaftige Wiedererwachen unserer inneren Stimme kann uns den Halt geben, den diese Welt bitter nötig hat.

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