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Antwort auf SPD-Beiträge auf TP und in den Kommentaren geht gewohnterweise die Post ab von Affenschaukel.
Ja natürlich: Immerhin ist TP mittlerweile ein Sammelbecken von asozialen Mischungen.
Leute, die noch nie sozial waren und als ITler immer gut verdienten. Da lässts sichs dann gut über "Freiheit" von allem, v.a. von Steuern und sozialem Netz, schwadronieren - die FDP-Klientel. Da sind sowieso alles Schmarotzer, die nicht >50k brutto verdienen, weil man als ITler selbst als Jahrgangsloser das seit zwei Jahrzehnten, selbst bei miserabler Leistung, bekommt.
Leute, die sozial waren, aber von der SPD durch die H4-Reformen ehrlich enttäuscht wurden. Nachvollziehbarerweise trauen sie ihr nun nicht mehr sofort, wenn diese Korrekturen dieser Reformen wollen.
Fatalerweise flüchten sich, wie sehr schön in den Beiträgen zu lesen, einige von ihnen in den typischen Mechanismus, wenn sich die Lage der Mittelschicht verschlechtert - sie treten auf die noch Schwächeren, nach unten. Also bspw auf Migranten, wie immer nehmen die die Arbeitsplätze weg (oder ohne sie wäre zumindest alles wieder finanziell in Ordnung). Oder Leute, die vermeintlich zu faul zum Arbeiten sind, wenn es eine Grundsicherung oder höheres H4 gibt. Gleiches Schema wie in allen Ländern, bei denen die Mittelschicht eine Gefährdung sieht - bestes Beispiel die "Abgehängten" Weißen in den USA.
Und fatalerweise ist die Reaktion nicht nur asozial, sondern auch für sie selbst kontraproduktiv: Trump war natürlich (wie fast alle autoritären Herrscher, weil diese eine starkes Bürgertum fürchten und deshalb den Sozial- und Rechtsstaat ausdünnen) ein Desaster für den kleinen Mann: die größte Amtshandlung eine Steuerreform, die den Reichen diente.
Genauso die Lösung der Rechten, Autoritären wie bspw AfD in Deutschland: nach unten auf noch Schwächere treten, um die Mittelschicht in Sicherheit zu wiegen. Kein Wort über Umverteilung von oben nach unten per Vermögenssteuer oder Spitzensteuersatz. Nein, das wird von den Politikern dem "armen Mann" als "Raub" propagandiert (von dem der kleine Mann logischerweise gar nicht betroffen wäre - aber zB die Politikerklasse) und Steuern, die zum einen erst ein soziales Netz ermöglichen, zum anderen auch zur Umverteilung nach unten beitragen können, s. Spitzensteuersatz, als "Freiheitseinschränkung".
Der Hass auf den Staat richtet sich dann beim Thema Sozialstaat gegen die gefährdete Mittelschicht selbst - man flüchtet sich aber dann in den fatalen Irrglauben, dass einem Rechtschaffenen nichts passieren könne, auch ohne soziales Netz. Jeder ist sich selbst der nächste, wenns eng wird. Und das heißt: Die Schwachen kämpfen gegeneinander.
Bin gespannt, wann mehr Leute das Spielchen durchschauen und sich anstatt in diese für sie selbst schlechten knee-jerk-Reaktionen für eine soziale Gerechtigkeit einsetzen. Zeit wirds.
Und das bedeutet dann auch, dass man den Einsatz für soziale Gerechtigkeit in Form von Börsenregulationen, Spitzensteuersatz und Vermögenssteuer für Reiche bei einer Partei bei der Wahl im Herbst vielleicht höher gewichten sollte als dass man sich für deren Frauen-/Gender- sonstwas Politik nicht erwärmen kann. Es ist nämlich wenn man sichs recht überlegt ziemlich scheißegal, ob irgendwo Toiletten für dritte Geschlechter gebaut werden, wenn es mehr finanzielle Sicherheit für die Unter- und Mittelschicht gibt.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (13.01.2021 10:35).