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  • Obergefreiter Dorfl

mehr als 1000 Beiträge seit 13.09.2007

Zu viele Kinofilme gesehen?

Hacken hat nichts damit zu tun, dass zwei Personen wie wild unter Auslassung der Leertaste auf dem Keyboard herumtrommeln, während irgendwelche Listings über den Bildschirm scrollen und unter Gepiepse ein Fortschrittsbalken bei den Bösen bzw. bei den Guten ein Countdown läuft.

Hacken ist ein innovativer Wirtschaftszweig, wo eine Vielzahl von Akteuren auf breiter Front alle möglichen Schwachstellen abklopft um eine Möglichkeit zu finden, schnell an Geld zu kommen. Dabei ist es egal, wer zahlt. Irgendein Depp klickt auf den Link, egal ob in der Verwaltung eines Krankenhauses oder in einer Rechtsanwaltskanzlei. Ein militärischer Angriff muss dagegen gezielt sein, wenn er ein bestimmtes Ziel erreichen will und nebenher noch gesetzlich und moralisch vertretbar sein soll. Also Rüstungsunternehmen ja, Insulinfabrik nein. Zivile Hacker werden derartige Unterscheidungen nicht machen.

Umgekehrt bedeutet das, dass man sich als potentielles Opfer permanent einer Vielzahl von unbekannte Angreifern gegenüber sieht. Bei einem militärischen Angriff kommen dann eben nur ein paar bekannte Angreifer hinzu.

Was Bezahlung und Arbeitsumfeld angeht, ist die Bundeswehr für qualifizierte Programmierer genau so attraktiv, wie die Kasernenkantine für einen Sternekoch. Um an qualifiziertes Personal zu kommen, müsste man schon eine Stellenanzeigen in den Gefängnissen dieser Welt aushängen. Doch auch damit bekäme man nur die zweite Garnitur, die sich erwischen lassen hat.

Eine Hackabteilung des Staates wird nur eine zusätzliche Geldverbrennungsmaschine, die irgendwann für ein paar krasse Skandale sorgen wird, wenn herauskommt, was die in ihrer Langeweile wirklich so gehackt haben.

Ich empfehle diesen Vortrag von Fefe:
https://ptrace.fefe.de/Hackback/#0

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  • Avatar von JohnGeorge24
    • JohnGeorge24

    mehr als 1000 Beiträge seit 30.06.2015

    Antwort auf Zu viele Kinofilme gesehen? von Obergefreiter Dorfl.

    weiß nicht, vielleicht ...

    Ist doch so, denke ich, die meisten Laien, auch die Politiker, informieren sich und können auf der Ebene des aufgeklärten Dilettanten mitreden, zB hier im Forum. Die meisten echten Entscheider werden auf dem Level sein, dass dem entspricht, was Gen Domröse über sich selbst in Bezug auf den Leopard 1 sagte. "Ich konnte ihn bedienen, beherrschte ihn aber nicht".

    Gefühlsmäßig geurteilt bewegt sich der Artikel auf dem Niveau von Dilettanten und ist nur dazu gedacht, die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

    Der von Ihnen verlinkte Text war lustig zu lesen, aber interessant ist doch, dass mit die wichtigsten Leute, die in die Auseinandersetzung mit und um die Ukraine geschickt werden, die der großen Tech Giganten sind. Es scheint mir wieder zuzutreffen: wer etwas weiß, sagt nichts, wer etwas sagt, weiß nichts.

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