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  • Goerlitzer

mehr als 1000 Beiträge seit 30.11.2007

Spekulanten bedanken sich bei Politik: Preise an Strombörse explodieren

Letzte Woche kam es zu einer regelrechten Explosion der Strompreise an den sog. Strombörsen. Am Freitag, 26.8., wurde 1000 MWh für rund 640 Euro gehandelt. Vor einem Jahr waren es noch rund 80 Euro.

Die Versorger können zu grossen Teilen auf der Basis von Alt-Verträgen zwar immer noch Strom zu niedrigeren Kosten als den Börsenpreisen einkaufen. Aber diese Verträge laufen aus bzw. werden vorzeitig gekündigt oder "angepasst", so dass der Bedarf immer mehr durch Zukauf über die Börse gedeckt werden muss.

Aufgrund der ausgeprägten Cooperate-Media-Struktur in Deutschland ist die Strompreis-Explosion hierzulande eher ein Randthema, die Versorger sind offenbar gehalten, nicht durch Husarenmeldungen über drohende Zahlungsunfähigkeit ihre Kundschaft und die Öffentlichkeit zu erschrecken. Anders in Österreich: Hier musste gestern allein der Versorger der Stadt Wien, Wien-Energie, bekennen, dass man einen dringenden Liquitätsbedarf von bescheidenen 6 Mrd. Euro hat, den bitte schön der österreichische Steuerzahler doch decken möchte.

Dass die Spekulation via Strompreise in diesem Ausmass zuschlagen kann, ist vor allem der neoliberalen Agenda der EU zu verdanken. Trotz natürlicher Monopole im Leitungsbereich und trotz oligopolitisticher Strukturen bei den Stromerzeugern, hat die EU via Richtlinien in den Mitgliedsländern weitgehend einen imaginierten Strom-"Markt" durchgesetzt. Dabei symbolisiert allein der Begriff "Strom-Börse" den ganzen neoliberalen Irrsinn.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (30.08.2022 08:27).

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  • Avatar von Namittach
    • Namittach

    585 Beiträge seit 17.03.2022

    Antwort auf Spekulanten bedanken sich bei Politik: Preise an Strombörse explodieren von Goerlitzer.

    Man fragt sich bloß, wie andere Länder das wohl machen? Die scheinen bessere Ideen zu haben, um ihre Bevölkerung zu schützen anstatt diese weiter zu belasten …

    Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien, Estland, Griechenland, Ungarn, Kroatien und Rumänien haben einen Preisdeckel eingeführt. In Frankreich, wo auf dem Gasmarkt kaum Wettbewerb herrscht, waren die Gaspreise im vergangenen Herbst so stark angestiegen, dass Premierminister Jean Castex eine Preisbremse verordnet hat. Der Staat übernimmt dort die Differenz zum tatsächlichen Marktpreis – ein Vorgehen, das auch in den anderen Ländern mit Preisdeckel üblich ist. (…) In Spanien und Portugal ist die Stromrechnung vieler Haushalte im Juni um bis zu 47 Prozent gesunken, nachdem die Regierungen eine Preisobergrenze für Gas zur Stromerzeugung beschlossen haben. Der Gaspreis wurde dadurch nahezu halbiert und liegt nun bei höchstens 40 Euro pro Megawattstunde.

    (Quelle: https://www.rnd.de/politik/gas-und-strom-in-diesen-eu-laendern-gibt-es-schon-einen-preisdeckel-SIGFVSGCL5FI7CIDBVH24GMUWM.html)

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  • Avatar von Tarantoga
    • Tarantoga

    mehr als 1000 Beiträge seit 05.07.2000

    Ja, das Thema wird in den Medien massiv klein gehalten,

    Antwort auf Spekulanten bedanken sich bei Politik: Preise an Strombörse explodieren von Goerlitzer.

    statt dessen wird das Randthema Gasumlage hoch und runter diskutiert.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (30.08.2022 09:09).

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  • Avatar von Ammerländer
    • Ammerländer

    mehr als 1000 Beiträge seit 24.01.2021

    Antwort auf Spekulanten bedanken sich bei Politik: Preise an Strombörse explodieren von Goerlitzer.

    Goerlitzer schrieb am 30.08.2022 08:26:

    Letzte Woche kam es zu einer regelrechten Explosion der Strompreise an den sog. Strombörsen. Am Freitag, 26.8., wurde 1000 MWh für rund 640 Euro gehandelt. Vor einem Jahr waren es noch rund 80 Euro.
    ...

    Nicht 1000 MWh für 640 Euro, sondern 1000 kWh( = 1 MWh).

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  • Avatar von Demokratix
    • Demokratix

    mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.2007

    merit order

    Antwort auf Spekulanten bedanken sich bei Politik: Preise an Strombörse explodieren von Goerlitzer.

    ist hier das Problem. Die Gaskraftwerke können nicht günstiger und der Rest verdient sich dumm und dämlich. Bleibt nur dafür zu sorgen, das eben kein Gaskraftwerk einspringen muss. Oder das System zu ändern.

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