... noch wählbare Politikerin in diesem Land. Ihr Fehler war, keine separate Partei initiiert zu haben. Ob die Korrektur mit einer sicher erfolgenden Parteigründung im Winter gelingen wird, ist zu bezweifeln.
In der Linken gibt es sonst nichts inhaltliches und personelles, dass irgendwie annehmen lassen könnte, hier wäre Potenzial vorhanden etwas anderes zu wagen. Die beiden Vorsitzenden haben die niedrigen Erwartungen noch einmal kräftig unterboten. Das Spitzenkandidatenduo ist eine Zumutung. Ramelow macht den linken Kretschmann und das wenige brauchbare Personal verlässt das sinkende Schiff - de Masi zum Beispiel. Das Wahlprogramm ist in der Regierung nicht umsetzbar und behandelt die Oppositionsrolle überhaupt erst gar nicht. Ähnlich wie in den Ländern ist nicht zu befürchten, dass Punkte mit grundsätzlicher Bedeutung aus dem Wahlprogramm umgesetzt werden.
Insgesamt gilt, die Linkspartei ist unwählbar. Schon allein, weil immer noch ein Restrisiko für eine grüne Kanzlerschaft mit Grün-Rot-rot besteht. Die wichtigste Aufgabe für alle, die noch ein minimales Restvertrauen in das Konzept parlamentarische Parteiendemokratie haben und deren Erhalt wünschen, ist, eine grüne Kanzlerschaft zu verhindern. Das wird auch dank der extrem überbewerteten Kandidatin der Grünen hoffentlich gelingen. Es erfordert möglicherweise aber strategisches Wählen.
In Abwandlung eines bekannten Zitates kann man Baerbock beschreiben mit:
"Sie ist noch nicht einmal Juristin und auch sonst von mäßigem Verstand." Das ist Chance und Risiko gleichermaßen.