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  • DcPS

mehr als 1000 Beiträge seit 19.02.2018

Grüne sind links?

Das hieße, die Grünen würden Maßnahmen befürworten, die die dem Kapitalismus innewohnenden und leider sogar antagonistischen Widersprüche auflösen.
Tun sie daß?
Da Ressourcen begrenzt sind, müte diese geplant werden, besteuert, reduziert. Keine Grundwasserreduktion mehr, keine Land- und Waldvernichtung; geregelte, beschränkte Produktion mit Umwektgefährdung.
Geht im Kapitalismus nicht - ohne Wachstum kein aneigenbarer Mehrwert.
Überproduktion ist unnötig - Anfebit und Nachfrage muß der Markt allein regeln, ohne Werbung oder Untergeschobene Finanzdienstleustungen.
Ist klar, daß damit langfristig wieder Vollgeld entsteht? Ganze Branchen werden überflüssig, das erlaubt es, das frei werdende Personal z.B in sozialen Bereichen einzusetzen. Hurrageschrei ist da nicht zu erwarten.
Nichts läßt sich finden, was die Grüne Führung mit linkem Ideengut gemeinsam hat.
Ein geringes soziales Empfinden ist da, im Systemrahmen.
Der Chefin 25.000 € Weihnachtsgeld, dem Hartzer 600 € im Jahr mehr (10 Tonnen CO2-Steuerausgleich?)? Das ist "Verarschung".
Die Grüne Führung hat mit der Anerkennung der Politikfähigkeit durch die anderen Parteien ihre Unterordnung unter kapitalistische Regeln akzeptiert.
Maßgebend sollte aber das Grundgesetz sein - das erlaubt durchaus einen Systemwechsel, wenn die Rechte der Menschen beachtet werden.
Machen Linke mit ihrem simplen Neid- und Verbotsvorgehen meist nicht, so etwas ist inakzeptabel. Kluge Führer der linken Szene sind mir keine bekannt, Lafontaine hätte damals ohne Schröder etwas bewirken können (sicher in einer Art, die bei mir damals diffuse Ängste bewirkte - wäre er diktaturbereit?). Sein Rücktritt damals war der Startpunkt für den Niedergang der SPD, die Linke wurde verraten und hat es bis auf wenige nicht einmal begriffen.
Die linkstendenziöse grüne Basis hat das Potential, die Gesellschaft zu entwickeln. Leider beschränkt sie sich auf bestimmte Umweltprobleme, anstelle deren Ursache zu analysieren. Da schlägt jemand den Hund mit einer Zeitung, und die Grünen beißen in diese Zeitung - anstelle das Schlagen des "Herrchens" zu bekämpfen - das ist exakt die Situation. Abhilfe: Nicht das Herrchen beißen, sondern verhindern, daß er schlagen kann.
Das zu verstehen, schaffen Linke nicht so recht.

Der Artikel hat also völlig recht: Grün will nichts ändern am System, seine Basis wird "verarscht", zum Stillhalten verdonnert, abgelenkt auf Unwesentliches (50 oder 200€, Gendern oder nicht, 50 oder 30 kmh, Steuer 48 oder 53%...).
Wann wird den noch denkfähigen Köpfen der Linken klar: Das sind keine Themen, über die wir reden müssen, wollen wir Vrränderungen für die Menschen erzielen, unsere Welt lebensfähig erhalten. Biden muß schon als noch weiter links als Trump im Verhältnis zu gegenwärtiger linker Politik eingeordnet werden - alles aber im Systemrahmen. Das ist ein Kardinalfehler.
Die Frau Wagenknecht scheint eine der Wenigen zu sein, die das irgendwie bemerkt hat, ihr Buch kann ich mur leider nicht leisten. Nur die klaren Ideen, was wie in welcher Reihenfolge gemacht werden sollte, um Menschen zu überzeugen, daß Und welche Veränderungen warum notwendig sind. Entscheiden müssen die Menschen zusammen - Demokratie und Humanusmzs ist für mich unantastbar.
Wer sagre doch gleich: "Due Idee wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift"? Sie muß aber durchdacht sein, bis zum Ende. Und das ist das Problem, das nutzen falsche Propheten und Populisten aus.
Fangt bitte mit fragen und denken an, ihr Bunten in den Parteien. Dann kann man euer Programm wählen. Bisher kann ich in keinem eine reale Menschheitsperspektive erkennen.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (15.06.2021 01:10).

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  • Avatar von karlis
    • karlis

    mehr als 1000 Beiträge seit 31.10.2019

    "kann ich mur leider nicht leisten"

    Antwort auf Grüne sind links? von DcPS.

    Feine Satire!

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  • Avatar von Traktorist
    • Traktorist

    mehr als 1000 Beiträge seit 19.11.2006

    Antwort auf Grüne sind links? von DcPS.

    DcPS schrieb am 15.06.2021 01:09:

    Wann wird den noch denkfähigen Köpfen der Linken klar: Das sind keine Themen, über die wir reden müssen, wollen wir Vrränderungen für die Menschen erzielen, unsere Welt lebensfähig erhalten.

    Das ist denen schon klar. Das Problem dabei ist, dass es zuwenige davon gibt, die auch noch in der Lage wären, grundlegende Dinge am herrschenden System zu ändern. Denn den meisten geht es recht gut in unserer Gesellschaft. Und viele sehen zwar einige Probleme, zählen sich persönlich aber zu den Gewinnern und haben wenig Antrieb, das zu ändern.

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  • Avatar von Oliver Schad
    • Oliver Schad

    mehr als 1000 Beiträge seit 12.04.2000

    Antwort auf Grüne sind links? von DcPS.

    Was das Grundgesetz erlaubt oder nicht erlaubt, ist völlig zweitrangig. Ein Staat, der das Ziel hätte sozialistisch zu regieren, würde es tun. Blöderweise wirst du den nicht finden, der das will.

    Der Staat will Kapitalismus, er ist die Ameise, der Kapitalismus die Blattlaus und die Bevölkerung die Pflanze.

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  • Avatar von exkoelner
    • exkoelner

    mehr als 1000 Beiträge seit 28.06.2012

    Antwort auf Re: Grüne sind links? von Oliver Schad.

    Hm ... ist nicht eher der Kapitalismus die Ameise, die die Staats-Blattlaus melkt und damit indirekt die Bevölkerungspflanze?

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  • Avatar von Oliver Schad
    • Oliver Schad

    mehr als 1000 Beiträge seit 12.04.2000

    Antwort auf Re: Grüne sind links? von exkoelner.

    Eindeutig nein. Die einzige Gewalt im Land ist der Staat. Binnen 2 Wochen wären alle Kapitalisten im Gefängnis, lebenslänglich und die Vermögen beschlagnahmt.

    Dass der Staat im Gegenteil die Kapitalisten hofiert, fragt, ob die Steuern nicht zu hoch, Arbeitnehmer nicht zu teuer usw. sind, zeigt doch, dass er Treiber ist. Es braucht gar keine Lobbyisten, damit der Staat den roten Teppich ausrollt.

    Lobbyisten braucht es nur für Partikularinteressen innerhalb der Kapitalisten, um ihren speziellen Standpunkt nach vorne zu bringen - Automobilinteressen z.B. oder Energieinteressen.

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  • Avatar von Splash42
    • Splash42

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.10.2004

    Den Kapitalismus nicht verstanden

    Antwort auf Grüne sind links? von DcPS.

    DcPS schrieb am 15.06.2021 01:09:

    Das hieße, die Grünen würden Maßnahmen befürworten, die die dem Kapitalismus innewohnenden und leider sogar antagonistischen Widersprüche auflösen.
    Tun sie daß?
    Da Ressourcen begrenzt sind, müte diese geplant werden, besteuert, reduziert. Keine Grundwasserreduktion mehr, keine Land- und Waldvernichtung; geregelte, beschränkte Produktion mit Umwektgefährdung.
    Geht im Kapitalismus nicht - ohne Wachstum kein aneigenbarer Mehrwert.
    Überproduktion ist unnötig - Anfebit und Nachfrage muß der Markt allein regeln, ohne

    Wer sagt, dass im Kapitalismus alles wachsen muss oder Überproduktion gut ist? Marx? Das ist linke Propaganda und trifft höchstens auf bestimmte Formen des Kapitalismus zu, die aber eher einen unvollständigen Kapitalismus darstellen.

    Generell ist Kapitalismus nicht mehr und nicht weniger als eine Organisationsform (im deutschen unter Marktwirtschaft bekannt), mit zwei Haupteigenschaften:
    * Es gibt Privatbesitz
    * Es gibt einen Markt und alles hat seinen Preis.

    Dass sich alles in Privatbesitz befindet, bedeutet, dass man für sein Handeln direkt belohnt oder bestraft wird (mehr oder weniger Besitz) und ob man gut handelt, zeigt sich am Markt, denn wer schlecht handelt, verliert. Im Kommunismus ist das individuelle Handeln eher losgelöst von den Konsequenzen, wobei es da auch "Sanktionsmechanismen" gibt, ansonsten würde keiner irgendwas tun.

    Von ewigem Wachstum oder so steht da zumindest nichts, das ist höchstens praktisch und wird vom Menschen gefordert, der vor allem eines will: Mehr. Der Kommunismus würde diesem Verlangen genauso nachkommen, nur nicht so effizient. Ist ja nicht so, dass in der Sowjetunion die Umwelt so einen hohen Stellenwert gehabt hätte. Und auch Überproduktion kann vorkommen, was aber eher ein Zeichen von (teurer) Fehlplanung als von Kapitalismus ist.

    Ein Markt darf nebenbei auch Regeln haben, denn keine Regeln zu haben, hat ebenfalls einen Preis (z.B. der Schläger, den du immer zum Eintreiben deiner Bezahlung mitnehmen müsstest). Wenn du jetzt z.B. sagst "Müsste besteuert werden", ist das ziemlich kapitalistisch, denn du gibst dem ganzen einen Preis und der Kapitalismus reagiert darauf, indem es die "teueren" CO2-Schleudern gegen die günstigeren Alternativen ersetzt.

    Dass dies vorher nicht passiert ist, hat nichts mit dem Kapitalismus zu tun, sondern eher mit dem Fehlen, denn die Politik hat vorher entschieden, den Preis für Umweltverschmutzung nicht zu setzen oder sie hat schlicht nicht verstanden, dass auch Umweltverschmutzung einen Preis hat. Das ist aber eher Politikversagen.

    Unvollständiger Kapitalismus, wo Dinge eben keinen Preis haben und Regeln fehlen, der ist schädlich, da stimme ich zu. Aber richtig angewandt ist das ein super Organisationsprinzip. Wie im Prinzip auch der Kommunismus, nur ist der noch schwieriger umzusetzen.

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