Am Mittwochabend hatten mehrere Mitglieder der Linkspartei bei der NRW-Landesschiedskommission ein Parteiausschlussverfahren gegen Wagenknecht beantragt. Die Antragsteller begründeten nach einem Spiegel-Bericht ihren Schritt damit, dass Wagenknecht der Partei einen „schweren Schaden“ zugefügt habe, und führten als Hauptbeweis Wagenknechts neues Buch „Die Selbstgerechten“ an.
Weiter argumentierten die Parteigenossen den Ausschluss Wagenknechts damit, dass die nordrhein-westfälische Linke seit ihrer Nominierung als Spitzenkandidatin in den Umfragen 30 Prozent der Stimmen eingebüßt habe. Aus dem Landesverband seien mehr als hundert Genossen ausgetreten. Die Spitze der Linkspartei und die Fraktionsspitze kritisierten den Antrag.
https://linkezeitung.de/2021/06/14/sahra-wagenknecht-wirft-der-linken-fehler-vor-diskussionen-um-lebensstilfragen-stossen-waehler-ab/
»Oskar Lafontaine und Astrid Schramm sind die treibenden Kräfte in der seit Jahren praktizierten innerparteilichen Schlammschlacht zulasten der Partei«, heißt es in der Pressemitteilung des Vorstandes. Es sei eine Frage des Anstandes, dass sie ihre Parteimitgliedschaft aufgeben sowie ihre Landtagsmandate zurückgeben.
Das Lager um Lafontaine wirft Lutze vor, sich mit unlauteren Mitteln die Machtposition in der Partei sichern zu wollen. Der Vorwurf: Lutze soll bei der Listenaufstellung zur Bundestagswahl 2017 Personen bezahlt haben, um ihn zu wählen. Die Rede ist von braunen Umschlägen, 50-Euro-Scheinen und voll besetzten Bussen mit unbekannten Personen.
Auf Anfrage des SPIEGEL bestreitet Lutze alle Vorwürfe. Die Landesliste von 2017 wurde letztlich juristisch akzeptiert. Allerdings wird selbst im Lutze-Lager darauf verwiesen, man habe damals eine Wahlwiederholung angeboten, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/saarland-oskar-lafontaine-steht-vor-machtkampf-bei-den-linken-a-1ddd9134-6aaf-48bf-bfc2-d25464c1864f