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mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.2003

Seh keine Mehrheit für den Ablasshandel.

Mehr ist das nicht, was uns als "Klimaschutz" verkauft werden soll. Wir sind ja alle "irgendwie voll schuld" am Klimawandel. Und wir in Deutschland sowieso ganz besonders, auf dass wir mal wieder Vorreiter spielen sollen für ganz großen Unsinn.

Fakt: das Klima ändert sich. Das tut es, seit die Erde ein Klima hat.
Fakt ist auch: wir verbraten knappe Ressourcen ohne Sinn und Verstand.

Und das, was wir aktuell sehen - ob nun von Menschenhand geschaffen oder ein natürlicher Prozess - lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit weder aufhalten noch umkehren. Außer natürlich, man glaubt den Tech-Giganten, die mit einer Art "Terraforming" eine technologische Lösung anstreben und die Sonne etwas verdunkeln wollen oder mit immensem Energieaufwand CO2 aus der Atmosphäre ziehen wollen. Das kann man zwar so machen, aber dann wird's eben kacke.

Sinnvoller erscheint mir, erstmal die Konsumgesellschaft auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen. Aber nicht etwa im Sinne von Sharing-Culture und Dauermietwahnsinn (wer nix hat und mieten muss ist ARM!!!!!!), sondern in Form langlebiger, reparierbarer Produkte. Dann isses eben wieder wie in den 80ern, als der Fernseher auch mal 20 Jahre funktioniert und in der Zeit einmal der Fernsehtechniker ran musste, um einen 74er Baustein zu tauschen. Was seltener kaputt geht, muss halt auch seltener ersetzt werden.

Sinnvoller erscheint mir auch, statt Globalisierung wieder mehr auf die Binnenwirtschaft zu setzen, lange Transportwege zu kürzen und das, was man selber machen kann, auch selber zu machen. Heißt: die Rückkehr der Weber und Schneider ins Land, Schuhe werden wieder hier geschustert, Äpfel stammen aus Deutschland und nicht Neuseeland und exotische Früchte liegen nicht tagtäglich in der Auslage, sondern sind wieder exotische Seltenheiten.
Auch das schont Klima und Umwelt.

Aber am sinnvollsten von all diesen Dingen erscheint mir, einfach als Menschheit zwei, drei Gänge vom Turbo wegzugehen und massiv zu entschleunigen. Weniger konsumieren, weniger verbrauchen, aber auch weniger arbeiten, weniger optimieren, weniger verdichten. Einfach mehr Muse am Tag, mehr Zeit für sich & Familie. Dann kommts weniger auf den schnöden Besitz allein an, sondern darauf, dass die Existenz bequem gesichert ist und man die wesentlichen Dinge des Lebens genießen kann. Es kann nicht alles sein, was man vom Leben zu erwarten hat und man von 16 bis 67 nur den Buckel krümmt und am Ende nicht viel mehr hat als die kümmerliche Grundrente. Ein menschenwürdiges Leben definiert sich nicht darüber, dass man sich für den Arbeitgeber aufreibt, sondern darin, wie frei man seine Zeit einteilen kann und wie man sein Leben verbringt.

In dem Sinne: langsamer & weniger ist am Ende mehr. Wir müssen raus aus dem ewig-sinnlosen Hamsterrad. Dann klappt's erst mit der Umwelt und dann mit dem Klima.

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