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  • Leser2015

500 Beiträge seit 19.11.2015

Gab es denn eine unerkärliche Übersterblichkeit im Impfzeitraum?

Verwirrender Artikel, der die zwei zentralen Widersprüche zwischen den (unbelegten) Aussagen des RWI-Teams und der Studie des Telepolis-Autors Prof. Dr. Kuhbandner völlig ausklammert.

Heutiger TP-Artikel: »Thomas Bauer und Katharina Schüller werfen nun Kuhbandner vor, nicht gründlich genug nach alternativen Erklärungen gesucht zu haben. Eine Möglichkeit sei beispielsweise, dass es erst zu einem Anstieg der Infektionen komme, sich darum mehr Menschen impfen lassen und es anschließend zu mehr schweren Covid-Erkrankungen und schließlich auch Todesfällen kommt.« (Prof. Dr. Stephan Schleim)

Unstatistik-Team: »Eine Möglichkeit, solche Nonsens-Korrelationen [gemeint: Scheinkausalitäten] aufzudecken, ist die Kontrolle hinsichtlich weiterer möglicher Erklärfaktoren. Statistiker nennen so etwas die „partielle Korrelation“, also den verbleibenden Anteil des beobachteten Zusammenhangs zweier Variablen, wenn man den jeweiligen Zusammenhang mit einer dritten Variable „herausrechnet“. Bei Zeitreihen kann man beispielsweise einfach den Zusammenhang mit der Zeit selbst, eben dem gemeinsamen Trend, berücksichtigen. Man interessiert sich also dafür, ob Abweichungen vom Trend noch parallel verlaufen oder nicht. Tun sie das, wäre zumindest geklärt, dass nicht einfach ein zeitlicher Effekt vorliegt – etwa im Falle der Corona-Impfungen, weil es in manchen Monaten verstärkt zu Infektionen kommt und zum Schutz vor diesen Infektionen auch mehr geimpft wird. Aber eine solche Kontrolle findet in dieser Analyse nicht statt. Genausowenig wie in der britischen Analyse, die Kuhbandner zum Anlass für seine Berechnungen genommen hat.« (RWI-Team »Unstatistik des Monats«, 31.01.2022)

Kuhbandner-Studie: »Ausschluss möglicher Drittvariablen-Erklärungen: Eine Analyse möglicher Drittvariablen zeigt, dass naheliegende Drittvariablen wie die Anzahl der COVID-Todesfälle oder die Anzahl der SARS-CoV-2-Infektionen den beobachteten Zusammenhang zwischen der Übersterblichkeit und den Impfungen nicht erklären können.« (Prof. Dr. Christof Kuhbandner, 21.01.2022)

Kurzum, zur strittigen Frage nach möglicherweise kausal wirkenden Hintergrundvariablen, die eine im Impfzeitraum beobachtete Übersterblichkeit erklären könnten, steht Aussage gegen Aussage!

Gemäß Kuhbandner wurde der Einfluss denkbarer Drittvariablen berücksichtigt, was das RWI-Team ohne Belege ebenso bestreitet wie selbst den statistisch positiven Zusammenhang zwischen den im Zeitraum untersuchten Größen. Wer hat recht? Gab es im untersuchten Zeitraum eine unerkärliche Übersterblichkeit, die weder auf Atemwegsinfekte noch auf Witterungseinflüsse zurückgeführt werden könnte, wofür man in der Vergangenheit nie Individualdaten benötigte?

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  1. - Leser2015 91 Gab es denn eine unerkärliche Übersterblichkeit im Impfzeitraum?
    1. M.O.I Abt. Wiederbeschaffung   Re: Gab es denn eine unerkärliche Übersterblichkeit im Impfzeitraum?
    2. Pizuz   Re: Gab es denn eine unerkärliche Übersterblichkeit im Impfzeitraum?
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