Während die gemeinsame Basis wissenschaftsfeindlicher Haltungen der Corona-Leugner und der offiziellen Pandemie-Politik bei der Corona-Pandemie sich nur vermittelt zeigt, wird sie beim Klimawandel deutlicher. Wie die Kommentare zu Scheidlers sehr soliden Artikel zum kaum mehr zu vermeidenden Kippen der Biosphäre zeigen, macht man sich mehr über Scheidlers angeblichen „Apokalypsus“ lustig als ernsthaft Sorge um unsere Zukunft. Das scheint fast unzweifelhaft am eng begrenzten Horizont ihrer Wahrnehmung der Biosphäre zu liegen, worin das Bild vom ausgelieferten Menschen dominiert, der zur Selbstbehauptung schon immer gegen die Natur kämpfen musste, auch wenn er sich sein Schnitzel heute an der Fleischtheke einer Discounters besorgt. Dieses Bild trifft sich gut mit den am unbegrenzten Wachstum und damit Gewinnmachen interessierten Kreise der Industriegesellschaften, deren Horizont der Naturwahrnehmung gleichfalls eingeschränkt ist auf maximale Zugänglichkeit ihrer Einzelbestandteile ohne deren Verbrauch es kein Wirtschafts-Wachstums für alle und Gewinne für wenige geben kann.
Beide, die Klimawandel-Leugner und die offizielle Klimaschutzpolitik sind aufgrund ihres historisch durch den Wirtschaftsliberalismus, Darwinismus und Marxismus konditionierten Kampfes gegen die Natur unfähig und auch nicht dazu bereit, den Schutz komplexer Natursysteme als Notwendigkeit anzuerkennen und z.B. die Abholzung des Amazonasregenwaldes durch geeignete internationale Anstrengungen zu unterbinden. Nein, man tut das Gegenteil: Man pocht in Europa bei der Verhandlung der Agrarsubventionen von 2022 bis 2027 auf die hohen Nutztierbestände, um den Verbrauchern weiterhin billigste Fleischprodukte bieten zu können, obwohl ein Großteil des dafür benötigten Tierfutters aus dem Amazonasgebiet kommt. Aber die politische Verachtung jeglicher Rücksichtnahmen auf Natursysteme, auch wenn diese fundamental wichtig wären für die Einbremsung des Klimawandels, ist sogar noch steigerbar: Das geplante Mercorsur-Abkommen sieht nicht etwa Anreize für den Schutz der Regenwälder Südamerikas vor, sondern für deren wirtschaftliche Erschließung, um an wichtige seltene Bodenschätze ranzukommen und Brasilien Fleischlieferungen nach Europa im großen Stil zu ermöglichen. Und wer weiß schon, dass auch einige afrikanische Entwicklungsländer wie Somalia, Senegal und Namibia weiterhin Rindfleisch nach Europa liefern, um Devisen für den Kauf von Industrieprodukten zu erhalten, obwohl die Sahelzone immer größer wird.
Die meisten Kommentatoren zu Scheidlers realistischen Lagebericht in Sachen Klimawandel und Gesellschaft haben von diesen, die Klima- und Biodiversitätskrise verschärfenden, Tatsachen entweder keine Ahnung, oder sie sehen in ihnen nichts anderes als einen Zwang durch die von Kampf und Ausbeutung bestimmten Naturverhältnisse. Jedoch trifft sich dieser Zwang durch die Natur überraschend gut mit dem angeblichen Zwang zum weiteren Wachstum unserer Industriegesellschaften, der es gleichfalls nicht erlaubt die Ökosysteme hierzulande und weltweit zu schützen, weil man dann ja ihre Schätze nicht mehr plündern kann. Die Schlußfolgerung ist, dass die Ideologie der Konditionierung durch Naturzwänge zwar der Ideologie des Wachstums durch menschlichen Erfindergeist widerspricht, jedoch hervorragend in den Kram paßt. Ihre gemeinsame Grundlage ist die Annahme eines Menschenrechtes auf unbeschränkten Naturkonsum, ohne den die Überlegenheit der Industriegesellschaften über den Rest der Welt Geschichte wäre.
Gemeinsamkeit von Klimawandel-Leugner und offizieller Politik
-
Re: Na klar, die ganz große Verschwörung
Antwort auf Gemeinsamkeit von Klimawandel-Leugner und offizieller Politik von EvodurchKoop.
"Klima(wandel)leugner", "Coronaleugner", fehlt noch der böse alte weiße Mann...
Feindbilder und Sündenböcke sind und waren schon immer dazu da, um von der Unfähigkeit, Korruptheit und sonstigen Schweinereien der Obrigkeit abzulenken. Mal waren es Hexen, mal Juden, mal Indianer, mal Kommunsiten,... gähn...
FAKT ist das der sogenannte WERTEWESTESTEN am Ende ist. Moralisch, finanziell und auch auch sonst in jeder Hinsicht. Und deshalb bekommen die "Eliten", also Gestalten wie unsere Kobold-Baerbock, und die Strippenzieher dahinter, Panik.
Wir erleben wieder mal eine Zeitenwende, das ermüdende ist, das wir ganz offensichtlich unfähig sind, aus der Geschichte zu lernen.
-
Antwort auf Gemeinsamkeit von Klimawandel-Leugner und offizieller Politik von EvodurchKoop.
EvodurchKoop schrieb am 14.12.2021 19:06:
macht man sich mehr über Scheidlers angeblichen „Apokalypsus“ lustig als ernsthaft Sorge um unsere Zukunft.
Das ist der einzig sinnvolle Umgang mit Weltuntergangssekten. Bei mir in Berlin stehen diese Leute regelmäßig in den U-Bahnpassagen und bieten Besinnungsschriften wie den "Leuchtturm" oder "Erwache!" an. Das ist völlig ok und ihr gutes Recht und ich begegne diesen Getriebenen mit Höflichkeit und dem gegebenen Respekt.
Aber ernst nehmen kann und will ich sie nicht. So wenig wie diesen alarmistischen Autor.