foobar schrieb am 01.08.2024 11:16:
Bei Abschreckung geht es darum, daß der Gegner keinen Vorteil aus einem Angriff mit Atomwaffen ziehen kann und deshalb auf den Einsatz von Atomwaffen verzichtet. Dazu muß man zu einem wirksamen Gegenschlag in der Lage sein, selbst wenn man bereits von Atomwaffen getroffen wurde.
Zu Ende gedacht, geht das für jede Atommacht ziemlich leicht.
Das Teller-Ulam-Design für Wasserstoffbomben skaliert quasi beliebig hoch. Die bekannte Tsar Bomba war 27 Tonnen schwer und hat 50 Mt TNT-Äquivalent Sprengkraft entwickelt.
Und es wird vermutet, dass eine einzige Bombe mit etlichen Gt TNT-Äquivalent die Erde in einen nuklearen Winter stürzen kann, gerade wenn man sie unterirdisch zündet und sie kubikkilometerweise Staub in die Atmosphäre wirft.
Der Rest ergibt sich fast von selbst. Genau wie der Antwort auf die Frage, ob man wohl irgendwo unterirdisch z.B. eine gigantische 10 Gt Bombe bauen könnte, wenn man schon in den 1960ern besagte 50 Mt Bombe aus einem Flugzeug abgeworfen hat.
Das wäre ein Doomsday Device - Weltuntergang auf Knopfdruck. Also die ultimative Abschreckung: Wenn jemand mich angreift, zerstöre ich die ganze Welt. Sicherer wird sich trotzdem kaum jemand fühlen, wenn jederzeit jemand auf Knopfdruck die Welt in den nuklearen Winter schicken kann.
Und da kann ich eigntlich nur noch Friedrich Schiller aus dem Lied von der Glocke zitieren, mit dem Seitenhieb auf Kernfusion, der Energiequelle der Sterne und von Wasserstoffbomben:
Weh denen, die dem Ewigblinden,
Des Lichtes Himmelsfackel leihn,
Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden,
Und äschert Städt' und Länder ein!
Passt einfach zu gut...