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  • K3

mehr als 1000 Beiträge seit 05.04.2001

Wenn das Gesundheitssystem die nötigen Kapazitäten hätte..

Offiziell rechtfertigt man die Corona-Politik aber auch nicht mit Todeszahlen: Es geht "nur" darum, die zeitweilige Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Eine Überlastung des Gesundheitssystems würde jeden Patienten
betreffen, der irgendeine medizinische Leistung benötigt.
Das gilt es zu verhindern, und zwar nicht nur zu Gunsten der
Corona-Patienten.

Im Umkehrschluss heißt das: Wenn das Gesundheitssystem die nötigen Kapazitäten hätte, könnte man die Pandemie einfach laufen lassen – so wie man es bei anderen Krankheiten hält.

Das ist sehr falsch. Auch bei anderen Krankheiten greift der Staat ein.
Nicht umsonst gibt es Gesundheitsämter, ein RKI, und eine Meldepflicht.

Und auch bei nichtansteckenden Krankheiten greift der Staat ein.
Er betreibt Forschung und macht Gesetze, um krebserregende Stoffe
aus der Umwelt zu bekommen, um das Trinkwasser und die Lebensmittel
sauber zu halten, um gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen
abzustellen, usw.

Ja: Nicht immer zu 100% konsequent, denn es gibt auch andere
Aspekte zu berücksichtigen, und an manchen Stellen sicher auch
verbesserungsfähig. Aber man lässt es nicht einfach "laufen"
und überlässt die Gesundheit einfach jedermanns Eigenverantwortung,
wie es der Autor an anderer Stelle formuliert.
Das funktioniert nunmal nicht.

Und das Gesundheitssystem hat einfach nicht diese nötigen Kapazitäten.
Das hat nichts mit Sparmaßnahmen oder Privatisierung zu tun.

Kein Gesundheitssystem der Welt kann im Zweiwochenrhythmus sein
Personal verdoppeln, wenn man so eine Pandemie einfach laufen ließe.
Bis die Kurve von selbst abflacht, würde es sehr hässlich werden.

Wenn, dann sollen die Kranken erst nach intensivmedizinischer Behandlung sterben.

sowie

Die Kranken würden "korrekt", an den vorgesehenen Orten mit der vorgesehenen Hilfe sterben.

Dies beinhaltet die Behauptung, dass die vorgesehene Hilfe ohnehin
vergebens ist, sowie die Unterstellung, dass sie nur dem "korrekten"
Versterben der Patienten dient.
Bischen unverschämt gegenüber den Anstrengungen in den Kliniken.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (25.03.2021 13:51).

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  • Avatar von blu_frisbee
    • blu_frisbee

    mehr als 1000 Beiträge seit 12.09.2002

    Re: Doppelpost gelöscht

    Antwort auf Wenn das Gesundheitssystem die nötigen Kapazitäten hätte.. von K3.

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    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (25.03.2021 15:04).

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  • Avatar von blu_frisbee
    • blu_frisbee

    mehr als 1000 Beiträge seit 12.09.2002

    Re: Der bürgerliche Sozialstaat

    Antwort auf Wenn das Gesundheitssystem die nötigen Kapazitäten hätte.. von K3.

    K3 schrieb am 25.03.2021 13:40:

    Wenn das Gesundheitssystem die nötigen Kapazitäten hätte..
    Aber man lässt es nicht einfach "laufen"
    und überlässt die Gesundheit einfach jedermanns Eigenverantwortung,
    wie es der Autor an anderer Stelle formuliert.

    Das funktioniert nunmal nicht.

    Danke für Ihre sehr wertvollen Argumente.

    Der bürgerliche Staat achtet darauf daß das Kapital die Arbeiterklasse nicht ruiniert.
    Deshalb hat er den Sozialstaat eingerichtet.
    Er tuts nicht aus Menschenfreundlichkeit sondern aus Berechnung.
    Die Berechnung ist auf die Funktion der Kapitalakkumulation gerichtet.
    Wie sehr Berechnung merkt man an seinem Umgang etwa mit Obdachlosen.
    https://www.youtube.com/watch?v=HzYJV8p2KPU#0:11:16_Decker_Proletariat

    Man merkt an solchen Bemerkungen wie der von Ihnen kritisierten
    wie viel Faschismus in derartigen steckt.
    Nur daß da keine Irrtümer aufkommen was funktioniert heißt.

    Der bürgerliche Staat hat sowohl repressive wie befreiende Aspekte.
    Der Auftrag der Geschichte ist Freiheit. Die Befreiung ist noch nicht zuende.

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