friedliche Reduktion der Bevölkerung
Man kann schon feststellen, dass ein Rückgang der Geburtenrate dazu beiträgt, vermutlich sogar notwendig ist - aber das ist nicht hinreichend. Wenn das Gesellschaftssystem kollabiert, bleibt es seltenst friedlich.
Bereits Menschen meiner Altergruppe wissen, daß sie im Alter nicht mehr versorgt werden können. Das kann man als "aus finanzielle Gründen" bezeichnen: wer eine 24-Stunden-Pflegerin aus dem Ausland bezahlen kann, hat natürlich damit eine Pflegemöglichkeit. Man kann es aber als "aus gesellschaftlichen Gründen" einordnen: wenn die Anzahl derer, die sich um andere kümmern, nicht die übersteigt, die für die Notfall- und Intensivpflege gebraucht werden, kann man die anderen nur sich selbst überlassen.
Und es kann eben sein, daß irgendwann eine Bevölkerungsgruppe sich das nicht so fatalistisch-ergeben bieten läßt, sondern aufbegehrt. Dann wird von einer "friedlichen Reduktion der Bevölkerung" wohl nicht mehr die Rede sein können, wenn diejenigen mit 24-Stunden-Pflegekraft zuschauen, wie die von ihnen aufeinandergehetzten weniger Wohlhabenden aufeinander losgehen.